bedeckt München 23°

Saisonabbruch im Eishockey:"Mittlerweile sage ich: Passt mal lieber auf!"

Marcel Noebels (Eisbaeren Berlin) GER, Eishockey, DEL, Schwenninger Wild Wings - Eisbaeren Berlin, 19.01.2020 Villingen-; Marcel Noebels

Marcel Noebels: Hat jetzt erstmal weniger zu tun

(Foto: Imago/Eibner)

Nationalspieler Marcel Noebels von den Eisbären Berlin spricht über das abrupte Ende der Eishockey-Saison und warum er Frust bei den Fans nachvollziehen kann.

Stürmer Marcel Noebels, 27, gehört zu jenen Profis, die die Absage der Playoffs in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) am Dienstag völlig unvorbereitet erwischte. Im Interview spricht der Nationalspieler von den Eisbären Berlin darüber, wie er mit dem vorzeitigen Saisonende umgeht.

SZ: Herr Noebels, wann hat die Mannschaft vom Abbruch der Saison erfahren?

Marcel Noebels: Wir hatten am Dienstagabend ein Teamessen. Es sollte der letzte Abend sein, bevor am Mittwoch die Vorbereitung auf das Viertelfinale beginnt. Wir haben noch einen Motivationsfilm gesehen. Gegen 18 Uhr hat uns dann unser Geschäftsführer Peter John Lee informiert, dass die Saison gelaufen ist. Das Essen wurde dann eher zu einer Trauerfeier.

Nachdem Sie eine Nacht drüber geschlafen haben: Wie fühlt sich die Lage heute an?

Es ist sehr, sehr bitter. Wir trainieren die ganze Saison und spielen 52 Spiele, um dort hinzukommen. Dass die Playoffs genau jetzt abgesagt werden, wo's losgegangen wäre, ist ein schwerer Schlag. Aber ich kann's nicht ändern.

Sie sind gerade auf dem Weg in die Eishalle, normalerweise wäre um diese Zeit jetzt Training. Was passiert nun?

Darüber haben wir am Dienstag nicht mehr viel geredet. Wir haben gleich ein Meeting, bei dem wir Informationen bekommen, wie es weitergeht. Dann kommen wohl noch die Abschlussgespräche und die medizinischen Untersuchungen.

Die übliche Routine zum Saisonabschluss eigentlich. Nur eben diesmal schon Mitte März.

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals Mitte März Saisonende gehabt hätte. Ich warte immer noch drauf, dass jemand um die Ecke kommt und sagt: "Auf! Ihr müsst euch umziehen!" Das alles ist in meinem Kopf noch nicht so richtig angekommen.

Sie sind in dieser Saison Topscorer der Eisbären Berlin, liegen als bester deutscher Spieler an Nummer drei der DEL-Scorerwertung und haben so viele Punkte gemacht wie nie zuvor in Ihrer Karriere. Für Sie dürfte die Absage der Playoffs besonders ärgerlich sein.

Ich hatte in diesem Jahr wirklich einen sehr guten Lauf und war ziemlich heiß auf die Playoffs. Zumal ich in den vergangenen Jahren dann immer noch ein bisschen besser gespielt habe als in der Hauptrunde. Ich glaube auch, dass mit unserer Mannschaft einiges drin gewesen wäre. Dieser Stachel sitzt schon tief. Aber ich bin noch relativ jung und habe noch einige Jahre im Eishockey vor mir. Ich fokussiere mich auf die nächste Saison und freue mich darauf, da weiterzumachen, wo ich jetzt aufgehört habe.

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite