Regionalliga:1860 führt nur noch mit sechs Punkten Vorsprung die Tabelle an

Nach der Pause zeigte der Favorit dann aber deutlich mehr Zug zum Tor, Bayerns junger Keeper Christian Früchtl geriet immer mehr ins Blickfeld. Zunächst klärte er außerhalb des Sechzehners knapp vor Nico Karger (48.), dann wehrte er aus kurzer Distanz einen Flachschuss von Mölders ab (56.). In der 62. Minute wäre der 17-Jährige allerdings machtlos gewesen, als Markus Ziereis aus zentraler Position knapp am Tor vorbeischoss. Der Offensivspieler der Löwen fand aufgrund des Chancenplus nach dem Seitenwechsel auch nicht, dass der Sieg der Bayern verdient gewesen sei. "Wir haben fast nichts zugelassen", ärgerte sich auch Sechzigs Abwehrchef Jan Mauersberger.

Doch es bot sich nicht nur bei den Feiereien nach dem Spiel ein ungewohntes Bild, sondern auch auf dem Spielfeld: Die Sechziger spielten nicht so souverän wie sonst, Bayern hielt vor allem körperlich dagegen. "Ich bin deshalb zufrieden, weil wir alles reingehauen haben", sagte Walter später. Gelegentlich brachte sein Team die Abwehr der Löwen sogar ins Schwimmen, in der 74. Minute war es dann soweit: Kwasi Wriedt konnte auf der linken Seite unbedrängt flanken, am zweiten Pfosten stand Fabian Benko völlig frei und schob ebenso unbedrängt ein.

Mölders vergibt kurz vor Schluss den Ausgleich

Die Schlussphase verlief erwartungsgemäß hektisch, Sechzigs Nicholas Helmbrecht sah die rote Karte für eine Grätsche gegen den eingewechselten Franck Evina, direkt vor der Bayern-Bank. Bayerns Maxime Awoudja musste von Krämpfen geplagt vom Feld, in der fünften Nachspielminute hätte Mölders bei einem hohen Ball beinahe noch den Ausgleich erzielt. Doch der starke Marco Friedl drosch den Ball weg und begann schon einmal mit dem Jubeln in Richtung Fans, was dann wenige Minuten später auf dem Zaun fortgeführt wurde.

Für die Bayern war es der emotionale Höhepunkt einer bislang weitgehend verkorksten Saison. Die Sechziger bemühten sich gleich nach dem Spiel, das Ende des Sommers nicht zu trübe anzugehen. "Interessiert mich überhaupt nicht", sagte Mauersberger im Hinblick auf die vertagte Herbstmeisterschaft. "Auf die Tabelle schaue ich nicht so", sagte Bierofka nach der zweiten Niederlage in Serie. Dabei hat 1860 dort immer noch sechs Punkte Vorsprung auf den FC Ingolstadt II. Vor gut einer Woche, als die Sonne noch schien, waren es allerdings doppelt so viele gewesen.

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