Primera Division Auch Toni Kroos kann Real nicht mehr helfen

Nicht einmal die königliche Patentlösung ließ sich zuletzt umsetzen, die Verpflichtung von offensiven Ausnahmekönnern. Neymar war im vergangenen Sommer nicht aus Paris loszueisen, auch an Eden Hazard vom FC Chelsea soll Interesse bestanden haben. Stattdessen kam von den Londonern Thibaut Courtois, ein eigentlich herausragender Torwart, der im Laufe der Saison aber ungewohnte Schwächen offenbarte. Das gilt aber auch für etablierte Führungsspieler wie Toni Kroos, der nicht mehr jeden Ball im Real-Mittelfeld wie magnetisch anzieht, sondern vielmehr übermüdet wirkt.

"Er hält den Spielrhythmus nicht mehr mit", analysierte die Marca kürzlich, "seine Luft reicht nur für eine Halbzeit." Kroos fällt nun wegen eines Adduktorenrisses für mehrere Wochen verletzt aus. Doch auch sein kongenialer Partner Luka Modric, erst vor wenigen Wochen zum Weltfußballer gekürt, konnte zuletzt nicht mehr die gewohnten Akzente setzen. Im Sommer wollte der Kroate eigentlich zu Inter Mailand wechseln, der Wunsch nach einer neuen Herausforderung wurde ihm aber von Peréz höchstpersönlich verwehrt. Laut italienischen Medien, obwohl das für den Fall eines erneuten Königsklassen-Triumphs per Handschlag besiegelt worden war.

Weil die großen Namen nicht kommen oder schwächeln, richten sich die Blicke der spanischen Öffentlichkeit inzwischen auf zwei Talente: Der eine ist Brasilianer und heißt Vinícius Júnior, im Sommer für stolze 61 Millionen Euro von Flamengo nach Madrid gewechselt. Gegen San Sebastian spielte der 18 Jahre alte Angreifer zum ersten Mal von Beginn an, er war einer der wenigen, der sich mit Spielwitz gegen die Niederlage stemmte.

Der andere heißt Brahim Díaz, 19, und ist erst vor wenigen Tagen bei Real vorgestellt worden. Der Spanier kostete immerhin rund 17 Millionen Euro Ablöse, hat aber ein aussagekräftigeres Qualitätssiegel als Geld. Díaz spielte zuvor in der Jugend von Manchester City, wollte dort seinen auslaufenden Vertrag aber nicht verlängern - und das obwohl Trainer Pep Guardiola, ein großer Fürsprecher des Mittelfeldregisseurs, dies öffentlich gefordert hatte. "Real Madrid ist jetzt in den Händen von Teenagern", schrieb die Marca kürzlich etwas spöttisch. Das klingt eigentlich nach dem perfekten Job für Talentausbilder Lopetegui.

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