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Nagelsmann in Leipzig:"Wir sind noch weit weg von meinem idealen Fußball"

VfL Osnabrück - RB Leipzig

Leicht zerknirscht auf der Bank: Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann.

(Foto: dpa)
  • RB Leipzig kommt im DFB-Pokal gegen Osnabrück weiter - nicht verdient, nicht überzeugend, schon gar nicht ansehnlich.
  • Die Mannschaft tut sich offenkundig schwer mit den taktischen Impulsen des neuen Trainers Julian Nagelsmann.
  • Es folgt der unangenehme Ligastart in Berlin.

Fünf Wochen lang hat der neue Trainer Julian Nagelsmann den Fußballern von RB Leipzig in einer Art Intensivseminar seine Vorstellung vom perfekten Spiel eingebläut - und ausgerechnet in der ersten offiziellen Prüfung hat er sie dann von all diesen Zwängen befreit: "Heute ging's darum, mal den Kopf auszuschalten und nicht nur daran zu denken, was dieser Nagelsmann jetzt wieder alles sehen will", sagte der 32-Jährige nach dem 3:2 in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Zweitligisten VfL Osnabrück. Es war ein schmeichelhafter Sieg des Pokalfinalisten der Vorsaison. Aber, betonte Nagelsmann: "Es ging einfach nur darum zu gewinnen."

Im Hinblick auf diese Maßgabe haben die Leipziger die Erwartungen ihres neuen Übungsleiters voll erfüllt. Während mauer 90 Minuten haben sie phasenweise immer wieder den Kopf ausgeschaltet und nicht daran gedacht, was dieser Nagelsmann alles sehen will - und einfach gewonnen.

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Nicht verdient, nicht überzeugend, schon gar nicht ansehnlich, aber das erwartet Nagelsmann nach wenigen Wochen Kooperation offenbar noch gar nicht. Er sagt: "Wir sind noch weit weg von dem idealen, tollen Fußball, den ich mir vorstelle - und das wird auch noch ein bisschen dauern."

Nagelsmann installiert in Leipzig gerade ein 3-5-2-System

2:6 Ecken, 6:11 Flanken, 12:12 Torschüsse und nur 51:49 Prozent Ballbesitz lautete die Statistik aus Leipziger Sicht. Zur Erinnerung: Es spielte ein Champions-League-Teilnehmer gegen einen Zweitliga-Neuling. Der gesamte Osnabrücker Kader wird auf einen Marktwert von zehn Millionen Euro taxiert, allein der beim FC Bayern begehrte Leipziger Timo Werner ist das Vierfache wert. Und auch fast jeder andere Leipziger, der auf dem Feld stand, überbot vom Marktwert her alle Osnabrücker.

Aber so ist das eben im Pokal, wenn ein eingespielter, vom fanatischen Publikum euphorisierter Zweitligist auf einen durch massive taktische Veränderungen irritierten Topklub trifft. Nagelsmann installiert in Leipzig gerade ein 3-5-2-System mit extrem offensiven Außenverteidigern, und er gibt zu, dass er binnen weniger Wochen sehr viel in die Köpfe seiner neuen Spieler einzuhämmern versucht habe. Dieses erste Pflichtspiel umschrieb er als eine Mischung aus allem, was die Spieler an Taktischem sowieso "in Fleisch und Blut" hätten - und jenem, was er ihnen jetzt an "Input" bislang habe geben können.

Besonders gut war das am 21-jährigen Christopher Nkunku zu sehen. Der 15-Millionen-Euro-Zugang von Paris Saint-Germain spielte in der zentralen Offensive und bestach durch grazile Ballführung, großen Zug zum Tor und enorme Sprungkraft, allerdings wusste er mit dem Ball meist wenig Konkretes anzufangen. Leipzigs Doppeltorschütze Marcel Sabitzer schimpfte und nörgelte die gesamte Partie über an vielen seiner Teamkollegen herum. "Wir standen phasenweise viel zu weit hinten drin", klagte er später. "Wir hatten ein paar Abstimmungsprobleme", sagte auch Abwehrmann und Torschütze Lukas Klostermann.