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Nagelsmann in Leipzig:Nagelsmann hat die Qual der Wahl

"Wir hatten zu viele einfache Ballverluste und hätten Angriffe besser abschließen müssen", sagte Kapitän Willi Orban. Sie alle sprachen ihrem Trainer aus der Seele. Nagelsmann aber nahm's nicht dramatisch: "Ich bin schon froh, dass die Jungs die nötige Spannung hatten und dass wir weitergekommen sind."

Die schwierige Pokalaufgabe bei einem gefährlichen Underdog haben die Leipziger jetzt hinter sich - aber am Sonntagabend zum Bundesliga-Auftakt bei Union Berlin im Kultstadion an der Alten Försterei droht ihnen Ähnliches. Ganz sicher sogar. Auch die eisernen Unioner als Liganeuling mit ihrem wertkonservativen und leidenschaftlichen Publikum werden den Leipzigern mit großer Emotionalität zu Leibe rücken - "und auch noch mit mehr Qualität als Osnabrück", fürchtet Sabitzer.

Mit großer Qualität in gegnerischen Reihen hatten die Leipziger in der Vorbereitung so ihre Probleme. Zwar besiegte man Galatasaray Istanbul (3:2) und Stade Rennes (2:0), verlor aber beim 1:4 gegen den FC Zürich und beim 1:3 gegen Aston Villa umso deutlicher. Elf Gegentore in fünf Spielen zeugen von einer noch mangelhaften Ausbalancierung zwischen Offensive und Defensive - ein Problem, das viele Mannschaften haben, deren Trainer sich ein extrem hohes, riskantes Anlaufen des Gegners sowie dazu ein rasantes Ballbesitzspiel wünschen.

Nagelsmann steht vor einer Mammutaufgabe. Die große Auswahl an talentierten, schnellen Virtuosen macht es ihm nicht gerade leichter. Zur Partie bei Union Berlin sollen bis auf Tyler Adams alle Spieler wieder zur Verfügung stehen, dann hätte Nagelsmann auf nahezu jeder Position die Qual der Wahl. "Dann dauert die Nominierung nicht mehr nur eine Stunde fünfzehn, sondern einsfünfundvierzig", sagte er. Als die Journalisten dieses Zitat sehr ernst und skeptisch in ihre Blöcke schrieben, fügt er grinsend hinzu: "Das war ein Witz, darüber dürft ihr ruhig mal lachen."

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