RB Leipzig Leipziger Choeografie gegen Diskriminierung und Homophobie

Klar ist jedoch die sportliche Eignung der Leipziger. In der ersten Viertelstunde spielten sie Leverkusen - zwar in der Bundesliga nur Mittelmaß, aber immerhin Achtelfinalist in der Champions League - an die Wand. Den Schweden Emil Forsberg dabei zu beobachten, wie er sich an seinen Gegenspielern vorbei wand und mit tiefen Pässen neue Räume erschloss, war mal wieder ein Genuss. Und die Leistung des Mittelfeldspielers Stefan Ilsanker als Rechtsverteidiger stand beispielhaft für Hasenhüttls Konzept, seinen Spielern das Leipziger System so zu lehren, dass sie darin mehrere Positionen bekleiden können.

Die Mannschaft profiliert sich in der entscheidenden Saisonphase; ähnlich übrigens wie die oftmals belächelten Leipziger Fans, die mit einer regenbogenfarbenen Choreografie gegen Diskriminierung und Homophobie im Fußball protestierten.

Nach der fulminanten Anfangsphase von RB fingen sich die Leverkusener, weshalb ihr Interimstrainer Tayfun Korkut hinterher sagte, er lasse sich die gute Leistung durch das Ergebnis nicht schlechtreden. Bayer, in einer verkorksten Saison noch nicht frei von Abstiegssorgen, machte eines seiner besten Spiele, Leipzig verteidigte konzentriert. Doch als Leipzigs Willi Orban nach wiederholtem Foulspiel in der 88. Minute mit Gelb-Rot vom Platz musste, wandelte sich der Leverkusener Mut in Übermut. Die Verteidiger rückten zu weit auf, und Forsberg, der mit 14 Vorlagen beste Torvorbereiter der Liga, spielte einen letzten Pass in die Mitte zu Poulsen.

Irgendwann wieder Bayern-Herausforderer

Der Stürmer ist der für Leipzigs Pressing unerlässliche Dauerläufer und Zweikämpfer. Im Spiel unter der Woche gegen Mainz hatten ihn Ganzkörperkrämpfe geplagt, die Folgen einer langen Verletzungspause. Nun reichte es für zwanzig Minuten und die entscheidende Grätsche, mit der er Forsbergs Pass an den Innenpfosten und ins Tor lenkte. Es folgte die bereits wie eingeübt wirkende Leipziger Jubel-Ekstase.

Es gab mal eine Zeit, erinnerte Hasenhüttl am Samstag, in der er auf Niederlagen des FC Bayern gehofft habe. Er meinte die Hinrunde, als Leipzig Tabellenführer gewesen war. Doch es sieht so aus, als würden diese Zeiten wiederkommen, irgendwann, vielleicht bald. Oder wie es der Kosmopolit und Hobby-Historiker Mateschitz ausdrücken würde: Die Rekruten sind bereit für die nächste Schlacht. Man darf davon ausgehen, dass er sie dafür wappnen wird.

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