Rafael van der Vaart beim HSV:Zuspruch für Trainer Fink

Doch der 29-Jährige bremst weiter. "Wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen", sagte van der Vaart nun in der NDR-Sendung Sportclub. Nach dem ersten Heimspiel hatte ihn der Haussender zum zehnminütigen Interview geladen, van der Vaart sollte erklären, wie es so ist, endlich wieder im Norden angekommen zu sein. "Ich versuche einfach, etwas Positives in die Mannschaft zu bringen", sagte van der Vaart: "Und man sieht schon, dass es jetzt ein wenig besser läuft."

Das kommt in Hamburg gut an. Van der Vaart agiert auch aus einer gesicherten Position heraus. Läuft es gut wie im Moment, wird der Aufschwung automatisch am Niederländer festgemacht. Weil er derjenige ist, der das HSV-Spiel aus dem Nichts strukturiert und auch den Erfolg zurückgebracht hat. Läuft es schlecht, würden van der Vaart immer noch beste Anlagen und fußballerisches Spitzenniveau attestiert werden. Doch alleine eine verunsicherte Mannschaft aus dem absoluten Tief zu holen, das wäre nun wirklich zu viel verlangt. Er kann also derzeit kaum etwas falsch machen.

Für Trainer Thorsten Fink könnte van der Vaart so etwas wie eine Überlebensversicherung als Trainer sein. Nicht nur, dass der HSV mit van der Vaart auf dem Platz gegen Dortmund seinen ersten Dreier der Saison geholt hat. Das Ultimatum, kürzlich ausgesprochen von Sportdirektor Frank Arnesen, wirkt noch nach: Zur Winterpause, so der Däne, nach den ersten 17 Spielen mit dem neuen Kader, soll Bilanz gezogen werden. Dann müsse sich auch Fink hinterfragen.

Van der Vaart stellt sich energisch hinter seinen neuen Übungsleiter. "Es war super für den Trainer, mal wieder mit drei Punkten aufzustehen", befand van der Vaart im Sportclub: "Ich habe mich auch für ihn gefreut, denn er macht einen super Job - wie er vor der Mannschaft steht und sie motiviert." Solche Worte stärken Finks Position beim HSV wohl mehr als jeder Sieg.

Am Mittwoch soll der nächste Dreier gegen eine favorisierte Mannschaft gelingen, gegen Europa-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach, Fink sieht der Aufgabe optimistisch entgegen. "Wir wollen nicht auf die Euphoriebremse treten", sagte Fink am Montag, "wir müssen wieder frech nach vorne agieren und die gleiche Leidenschaft zeigen wie gegen Dortmund." Rafael van der Vaart hat sich noch nicht zu diesem Thema geäußert. Er wird einfach dabei sein. Die neue Euphorie beschwören, das muss er nicht. Das machen andere Leute für ihn.

© Süddeutsche.de/jüsc/rus
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