Bundesliga-Elf des Spieltags:Darauf ein kaltes Dortmunder Bier

HSV-Trainer Thorsten Fink stößt mit einem eisgekühlten Getränk aus der Stadt des Verlierers an. Auch Bayern-Torschütze Thomas Müller muss einen ausgeben. Ivan Klasnic führt Mainz zum Sieg, ohne auf dem Platz stehen zu müssen - und Christoph Daum ist mächtig, mächtig böse.

des Spieltags

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Bundesliga-Elf des Spieltags:Takashi Inui

1. FC Nuernberg v Eintracht Frankfurt - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

HSV-Trainer Thorsten Fink stößt mit einem eisgekühlten Getränk aus der Stadt des Verlierers an. Auch Bayern-Torschütze Thomas Müller muss einen ausgeben. Ivan Klasnic führt Mainz zum Sieg, ohne auf dem Platz stehen zu müssen - und Christoph Daum ist mächtig, mächtig böse.

Die Elf des Spieltags

Takashi Inui: Keine "Elf des Spieltags" mehr ohne einen Japaner. Diesmal bezauberte der Frankfurter Takashi Inui mit einem furiosen Dribbling samt Tor beim Sieg gegen Nürnberg. Beim FCN hatte ja in der Vorwoche Hiroshi Kiyotake mit einen Dribbling samt Tor bezaubert. Und so fragt sich schon mancher, ob Japan bei der WM 2014 wohl zu den Favoriten auf den Titel gehören wird? Von höflicher Zurückhaltung ist bei den Bundesliga-Japanern im Jahr 2012 jedenfalls nichts mehr zu spüren. Den Weggang von Shinji Kagawa muss Borussia Dortmund betrauern, die Liga aber begrüßte gleich einen Haufen Nachfolger. 

(hum)

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Bundesliga-Elf des Spieltags:Jens Langeneke

Fortuna Duesseldorf v SC Freiburg - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Jens Langeneke: 35 Jahre musste Jens Langeneke alt werden, um in der Fußball-Bundesliga spielen zu dürfen. Er versuchte sich bei Rot-Weiß Oberhausen, dem VfL Osnabrück und Rot Weiss Ahlen, 2006 wechselte er zum Regionalligisten Fortuna Düsseldorf und ging mit dem Klub den ganzen Weg bis zur höchsten Liga. Viele zweifelten dennoch an der Eignung des für einen Fußballer durchaus betagten Langeneke. Nun sind vier Partien absolviert, Langeneke stand jede Minute auf dem Feld - und der Aufsteiger hat noch kein einziges Gegentor bekommen. Als einzige Mannschaft der Liga. Und das mit einem 35-jährigen Debütanten! Die Bundesliga lässt wirklich keine Verrücktheit aus.

(hum)

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Bundesliga-Elf des Spieltags:Ivan Klasnic

1. FSV Mainz 05 - FC Augsburg

Quelle: dpa

Ivan Klasnic: Der Kroate Ivan Klasnic (links im Bild) ist ein toller Fußballer, der sowohl beim FC St. Pauli als auch bei Werder Bremen herausragend gespielt hat. Mittlerweile ist Klasnic ein nicht mehr ganz so toller Fußballer, nach Stationen beim FC Nantes und den Bolton Wanderers ist er bei Mainz 05 gelandet. Da die körperlichen Fähigkeiten im Alter nachlassen (Klasnic ist 32 Jahre alt), hat sich der Stürmer ein neues Bestätigungsfeld gesucht: Er muss gar nicht mehr spielen, um seiner Mannschaft zum Sieg zu verhelfen. Nach dem Erfolg seiner Mannschaft gegen Augsburg sagte Klasnic, der keine Minute gespielt hatte: "Heute hat meine Aura zum Sieg gereicht."

(jüsc)

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Bundesliga-Elf des Spieltags:Mats Hummels

Hamburger SV - Borussia Dortmund

Quelle: dapd

Mats Hummels: Bundestrainer Joachim Löw verfolgte am Samstag das Spiel des FC Bayern auf Schalke live im Stadion. Bei der Nachbetrachtung des Spieltags im heimischen Fernsehsessel dürfte ihm jedoch ein wenig mulmig geworden sein, als er das Tagwerk seines Nationalelf-Schützlings Mats Hummels betrachtete. Der hatte schon beim ersten Dortmunder Gegentreffer in Hamburg nicht gut ausgesehen - vor dem 3:1 lieferte er dann das, was in der Fußball-Enzyklopädie unter K wie Katastrophenpass zu finden ist. Im Dortmunder Aufbauspiel versuchte er eine 20-Meter-Weitergabe, kein sonderlich großes Problem, Hummels ist schließlich ein guter Fußballer. Doch der Ball landete direkt im Lauf von Heung Min Son, der samt Spielgerät über den halben Platz sprintete und den Ball zum 3:1 im Tor unterbrachte. Hummels war sich seiner Schuld bewusst, sagte später: "Das 3:1 ist ein Fehler von mir. Wir wissen, dass wir heute sehr viel falsch machen mussten, um das Spiel zu verlieren."

(ebc)

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Bundesliga-Elf des Spieltags:Rafael van der Vaart

Hamburger SV - Borussia Dortmund 3:2

Quelle: dpa

Rafael van der Vaart: Selten wurde so laut gebrüllt in der Hamburger Arena, da waren sich die Beobachter einig. Als der Stadionsprecher des HSV beim Verlesen der Mannschaftsaufstellung beim Niederländer angelangt war, schallte ihm ein euphorisches "VAN DER VAAAAART" entgegen. Im ersten Heimspiel nach seiner Rückkehr zeigte van der Vaart dann auch, was in ihm steckt: Gleich seine erste Flanke führte zum 1:0, ein blitzgescheiter Pass zu Beginn der zweiten Hälfte zum 2:1, am Ende gewann der HSV 3:2. Nach dem Spiel brillierte der Holländer ebenfalls, jedoch nicht mit markigen Worten, sondern mit Umsicht. Ob dies nun die Wende sei? "Dafür ist es viel zu früh", hauchte van der Vaart bescheiden in die Reporterohren. Seine Mitspieler waren weniger zurückhaltend. Von einer "grandiosen Qualität" sprach Keeper René Adler: "Er ist genau der Spieler, den wir gebaucht haben."

(ebc)

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Bundesliga-Elf des Spieltags:Thorsten Fink

Hamburger SV v Borussia Dortmund - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Thorsten Fink: Die Genugtuung sprudelte aus Thorsten Fink heraus. Fünf lange Monate hatte er auf einen Sieg in der Bundesliga warten müssen - und dann gelang der auch noch gegen den deutschen Meister aus Dortmund. "Wir haben gefightet, deshalb geht der Sieg auch in Ordnung", erklärte Fink nach dem 3:2 gegen Dortmund, ungeachtet dessen, dass der HSV an diesem Nachmittag wohl zehn Gegentore kassiert hätte, wären die Dortmunder Stürmer in Normalform erschienen. Fink war das egal, er plauderte weiter und setzte zu einer himmelschreienden Frechheit an: Er werde am Abend ein Bier trinken auf den Sieg, sagte Fink, und zwar ein schönes Dortmunder Bier. War der Coach jetzt übergeschnappt? Nun ja, es gibt eine einfache Erklärung: Fink stammt aus Dortmund, ist da aufgewachsen. Trinkt der Coach zu Hause Bier, ist es immer eines aus Dortmund. Egal ob der Gegner nun BVB heißt. Oder Schalke 04.

(ebc)

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Bundesliga-Elf des Spieltags:Manuel Neuer

FC Schalke 04 v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Manuel Neuer: Freundlich war Manuel Neuer (rechts im BIld) nicht empfangen worden auf Schalke. Die Fans breiteten ein Riesenspruchband aus, darauf waren wüste Mutmaßungen über Neuers Mutter zu lesen, die wir an dieser Stelle nicht noch einmal wiederholen möchten. Mit solchen Anfeindungen hat Neuer jedoch Erfahrung, bei seinem Wechsel von Schalke nach München war es kaum anders. Also tat Neuer das, was er am besten kann: Bälle halten. Und zwar immer, wenn er gefordert war. Sicher parierte er einen Distanzschuss von Jefferson Farfan kurz nach Spielbeginn, auch dessen weitere Versuche in der 39. und 81. Spielminute. Die Pfiffe gegen ihn wurden immer leiser. Bis sie am Ende ganz verstummten. Als das Spiel vorbei war. Und Neuer in seiner alten Heimat zu null gespielt hatte.

(ebc)

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Bundesliga-Elf des Spieltags:Thomas Müller

FC Schalke 04 - FC Bayern München

Quelle: dpa

Thomas Müller: Auf den Plätzen der bayerischen Kreisklassen nennt man das, was Thomas Müller da unterlaufen war, ein "Tragl" schießen. Was so viel heißt wie: Holt ein Spieler aus und schlägt am Ball vorbei, muss er der Mannschaft ein "Tragl" (Kasten) Bier ausgeben. Thomas Müller führt in Schalke vor, dass auch ein Nationalspieler ein Tragl schlagen kann. Doch erstens hat Thomas Müller vermutlich genug Geld auf dem Festgeldkonto, um seiner Mannschaft einen Kasten Bier hinstellen zu können. Zweitens hadert Müller nicht lange: "Das habe ich schon in der Jugend und bei den Amateuren gelernt: Manchmal läuft gar nichts, aber dann kann man mit einer Aktion alles umdrehen." Müller bereitete das 1:0 wunderbar vor, vor dem  2:0 tunnelte er Gegenspieler Fuchs (auch das kostet in den manchen Kreisklassen ein paar Flaschen) und schoss überlegt ein. Danach sagte er: "Ich würde sagen, es war Außenrist, aber fragen Sie mich nicht - es ist einfach passiert." Vielleicht erlassen ihm die Mitspieler doch noch den Kasten Bier.

(hum)

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Bundesliga-Elf des Spieltags:Sven Ulreich

SV Werder Bremen v VfB Stuttgart - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Sven Ulreich: Es war zu Beginn des Spiels bei Werder Bremen, als Sven Ulreich recht verblüfft dreinblickte. Kevin de Bruyne hatte das Spielgerät einfach ins kurze Ecke geschossen und Ulreich (links im Bild) damit ebenso übertölpelt, wie es der Hamburger Ivo Ilicevic tags zuvor mit dem Dortmunder Schlussmann Roman Weidenfeller getan hatte. Ist das nun ein Trend? Mögen die Bundesliga-Torhüter Schüsse aufs kurze Eck nicht? Wie gut, dass es erfahrene Kollegen gibt, die jede Diskussion sogleich unterbinden mit dem Satz: "Torhüter mögen generell nicht, wenn man auf ihr Tor schießt." Wie wahr dieser Satz ist, stellten Ulreich und Weidenfeller an diesem Wochenende fest: Sie bekamen gefühlt nur zwei beziehungsweise drei Schüsse aufs Tor - und alle waren sie drin.

(jüsc)

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Bundesliga-Elf des Spieltags:André Schürrle

Bayer Leverkusen - Borussia Mönchengladbach

Quelle: dpa

André Schürrle: Es war einmal eine Zeit, da haben sich die Deutschen köstlich amüsiert über diesen Briten, der sich zwar immer sehr mühte beim Fußballspielen, letztlich aber meist daran scheiterte, dass er nicht in der Lage war, einen Elfmeter zu verwandeln. Das hat sich nun geändert, denn nun scheint der Deutsche plötzlich nicht mehr in der Lage, einen Strafstoß ins Tor zu schießen - und da André Schürrle zu den braven Schülern des deutschen Fußballs gehört, verschoss er am Wochenende ebenfalls. Er habe sich sicher gefühlt, habe sich zuvor sogar eine Ecke überlegt und den Schuss sogar im Training geübt. "Doch im Spiel ist alles anders", sagte Schürrle danach. Und dass es ihm leid tut. Er sollte seiner Mannschaft einen Kasten Bier kaufen.

(jüsc)

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Bundesliga-Elf des Spieltags:Christoph Daum

Daum kritisiert seinen frueheren Klub Koeln und Pezzoni

Quelle: dapd

Christoph Daum: Die Frage kam für Christoph Daum aber wirklich auch unerwartet. Da trat er erstmals seit langer Abstinenz wieder im TV auf, in der Sendung Sky90 im Pay-TV - und wurde tatsächlich nach seiner Drogenvergangenheit befragt. Ein positiver Kokaintest hatte ihm im Jahr 2000 den Cheftrainerposten bei Bayer Leverkusen und womöglich auch den Job des Bundestrainers gekostet - diese Geschichte dürfte ihn sein Leben lang begleiten. Daum reagierte erbost: "Ich finde die Diskussion absolut beschissen hier", schimpfte der frühere Bundesliga-Coach: "Hätte ich das gewusst, als ich vorher hier reingekommen bin, wäre ich auch nicht gekommen. Ich kann das nicht ausradieren. Ich habe auch oft gesagt, ich gehe nicht mehr in irgendeine Sendung, wo das Thema thematisiert wird." Da gibt es eigentlich nur eine Lösung: Nie mehr im TV auftreten.

(ebc)

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Bundesliga-Elf des Spieltags:Dietmar Hopp

TSG 1899 Hoffenheim - Hannover 96

Quelle: dapd

Dietmar Hopp: Normalerweise ist Dietmar Hopp ein ruhiger Mensch, er gilt als abwägend und rational - doch was der Fußball auch mit denen anstellen kann, die gewöhnlich den Buddha geben, das war am Hoffenheimer Mäzen zu sehen. Vor dem Spiel wackelte er auf der Tribüne auf und ab, bei Toren seiner Mannschaft sprang er auf und jubelte - am Ende umarmte er fast jeden, der ihm nicht rechtzeitig ausweichen konnte. Die Hoffenheimer haben die ersten Punkte der Saison geholt - aber noch schöner war, was Hopp mit seiner Nervosität verdeutlichte: Am Wochenende auf dem Fußballplatz, da sind wir alle gleich.

(jüsc)

© SZ.de/joku
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