Personalsorgen beim FC Bayern:Gesucht: Die neue Bayern-Zentrale

Bastian Schweinsteiger: verletzt. Anatolij Timoschtschuk: gesperrt. Stefan Effenberg: weg. Der FC Bayern braucht ein neues, stabiles Duo im defensiven Mittelfeld. Realistisch betrachtet gibt es vier Kandidaten für zwei Positionen, also sechs mögliche Paare. Mit Abstimmung.

Carsten Eberts und Jürgen Schmieder

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Quelle: AFP

Bastian Schweinsteiger: verletzt. Anatolij Timoschtschuk: gesperrt. Stefan Effenberg: weg. Der FC Bayern braucht ein neues, stabiles Duo im defensiven Mittelfeld. Realistisch betrachtet gibt es vier Kandidaten für die beiden Positionen, also sechs mögliche Paare. Mit Abstimmung.

Von Carsten Eberts und Jürgen Schmieder

Noch vor zwei Wochen konnte der FC Bayern nicht ohne Stolz behaupten, neben dem FC Barcelona über das stabilste Mittelfeld im europäischen Fußball zu verfügen. Nun sind innerhalb weniger Tage mit Schweinsteiger (Schlüsselbeinbruch) und Timoschtschuk (drei Spiele Rotsperre) zwei tragende Säulen weggebrochen, das Gebilde gerät ins Wanken - und das vor den wichtigen Bundesligaspielen gegen Dortmund, Bremen und Stuttgart.

Der FC Bayern braucht ein neues, stabiles Duo im defensiven Mittelfeld. Stefan Effenberg hat in seiner Rolle als Kommentator für einen TV-Sender beim Spiel zwischen Bayer Leverkusen und dem Hamburger SV zwar gefühlte 130 Mal auf die Anwesenheits-Pflicht eines Mittelfeld-Chefs hingewiesen, steht aber nach intensiven Recherchen von sueddeutsche.de nicht zur Verfügung.

Wer soll also spielen? "Mit dem Spiel gegen Dortmund werde ich mich zu gegebener Zeit auseinandersetzen", sagte Trainer Jupp Heynckes. Realistisch betrachtet gibt es vier Kandidaten für die beiden Positionen, also sechs mögliche Paare im defensiven Mittelfeld (mal davon abgesehen, dass Philipp Lahm in vorsteinzeitlichen Nationalelf-Zeiten auch einmal auf dieser Position agiert hat).

sueddeutsche.de stellt die Duos vor - und lässt Sie, werter Leser, abstimmen.

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Personalsorgen beim FC Bayern:Toni Kroos und Luiz Gustavo

FC Bayern Mittelfeld Alaba Pranjic Gustavo Kroos

Quelle: imago sportfotodienst

Eine mögliche Variante - wenn das restliche, kunstfertige Offensivpersonal gesund bleibt. Rückt Kroos auf die Sechserposition zurück, könnte Thomas Müller hinter den Spitzen agieren. Links ist Franck Ribéry gesetzt, Rechts würde die Wahl wohl auf David Alaba fallen. Oder auf Ivica Olic. Der Vorteil: Kroos ist einer der ballgewandtesten und spielfeldüberblickendsten Bayern-Spieler. Gegen Augsburg glänzte er - wenn auch in offensiver Rolle - vor allem deshalb als Schweinsteiger-Ersatz, weil er als Einziger in der Lage war, in der hektischen Schlussphase auch mal das Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Fuß drauf, verschnaufen, umgucken, weiter spielen. Der Nachteil: Offensiv ist Kroos in fulminanter Form - und wäre derzeit auch durch Müller kaum zu ersetzen.

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Personalsorgen beim FC Bayern:David Alaba und Toni Kroos

Champions League - FC Bayern München - SSC Neapel 3:2

Quelle: dpa

Die jüngste aller Varianten, ebenso die gewagteste, weil keiner von beiden ein gelernter Sechser ist. Kroos ist flockige 21 Jahre alt, Alaba noch flockigere 19, als Ergänzung zu einem echten Mittelfeld-Chef würden beide wohl funktionieren. Aber zusammen? Stefan Effenberg, der unflockigste Mittelfeldchef aller Zeiten, würde noch mehr die Contenance verlieren, als er dies als, nun ja, Experte im Bezahlfernsehen ohnehin schon tut. Ein Führungsspieler muss schließlich vorangehen, mal einen umhauen, seine Kollegen richtig zusammenscheißen, wenn es nicht läuft ... irgendwie gut, dass diese Zeiten vorbei sind. Außer in Leverkusen bei Michael Ballack vielleicht.

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Personalsorgen beim FC Bayern:Luiz Gustavo und Danijel Pranjic

FC Bayern Mittelfeld Alaba Pranjic Gustavo Kroos

Quelle: imago sportfotodienst

Keine ganz unwahrscheinliche Variante, vor allem beim Spitzentreffen Mitte November gegen Borussia Dortmund. Wenn Heynckes keinesfalls auf Toni Kroos als spielstarken zentralen Mann verzichten will und deshalb eine stabile Absicherung auf der Sechserposition braucht. Gustavo wäre für diesen Fall gesetzt, Pranjic käme dazu, weil er ein solider Spieler ist - und vor allem erfahrener als der junge Alaba. Der von Louis van Gaal hochverehrte Pranjic hat in der vergangenen Saison schließlich bewiesen, dass er nahezu fehlerfrei spielen kann, wenn er will. Zwar ohne genialische Impulse nach vorne, jedoch sicher in der Defensive. Für einen Sechser ist dies auch in modernen Fußballzeiten voller Verbindungsspieler kein ganz schlechtes Arbeitszeugnis.

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Personalsorgen beim FC Bayern:Luiz Gustavo und David Alaba

FC Bayern Muenchen - FC Ingolstadt 04

Quelle: dapd

Die wahrscheinlichste Variante. Gustavo ist nach Timoschtschuks Ausfall (im doppelten Sinne) der einzige nominell verbleibende Sechser. Alaba erhielt von Heynckes schon in Augsburg das Vertrauen - und nach dem Spiel sagte der Trainer: "An Alaba lag es sicherlich nicht, dass wir in der zweiten Halbzeit Schwierigkeiten hatten." Die Hierarchie: Gustavo wäre der Chef (eher defensiv), Alaba sein Kompagnon (als Verbindung nach vorne). Falls Heynckes Alaba nicht noch offensiver braucht - als ersten Wechselspieler für Ribéry oder Müller.

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Personalsorgen beim FC Bayern:Danijel Pranjic und David Alaba

FC Bayern Mittelfeld Alaba Pranjic Gustavo Kroos

Quelle: imago sportfotodienst

Wer vor der Saison behauptet hätte, dass eine Doppelsechs mit Alaba und Pranjic eine zumindest denkbare Variante wird, den hätte nicht nur Stefan Effenberg für bekloppt erklärt. Alaba, der junge Hüpfer. Dazu Pranjic, der von Heynckes so dermaßen an den Rand des Kaders gedrängt wurde, dass er sich zwischenzeitlich traurig in der zweiten Mannschaft fit hielt. Andererseits wäre der konstante Defensivspieler Pranjic durchaus kompatibel mit dem eher offensiveren Alaba.

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Personalsorgen beim FC Bayern:Toni Kroos und Danijel Pranjic

FC Bayern Mittelfeld Alaba Pranjic Gustavo Kroos

Quelle: imago sportfotodienst

Diese Variante wäre zumindest die Adelung für den jungen Toni Kroos, der in dieser Saison mit seinem unaufgeregten, aber eleganten Spiel nicht nur Jupp Heynckes begeistert hat. Kroos wäre der Anführer im Mittelfeld, neben ihm würde der biedere, aber solide Pranjic absichern. Auch in diesem Fall würde wohl Müller auf die Position des zentralen Offensivspielers wechseln, auf der rechten Seite dürfte dann Alaba oder Olic beginnen. Jedoch: Kroos als Chef? Kommt das nicht zu früh? Da dreht sich Stefan Effenberg ja auf seinem Kommentatoren-Stuhl um. Und der Kommentatoren-Drehstuhl gleich mit.

© sueddeutsche.de/ebc/jüsc/lala
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