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Neymar und Real Madrid:Teurer als ein Da Vinci

Nicht sehr glücklich in Paris: Neymar.

(Foto: AFP)
  • Für 300 Millionen könnte Neymar von Paris Saint-Germain zu Real Madrid wechseln.
  • In Spanien gibt es wilde Gerüchte. Sein als geldsüchtig geltender Papa Neymar Senior soll bereits häufig in Madrid weilen.

Mitte Februar wird Paris Saint-Germain im Estadio Santiago Bernabéu von Real Madrid gastieren; aus Anlass des Achtelfinales in der Champions League. Dass diese Partie schon Schatten vorauswirft, liegt nicht nur an der trostlosen Lage des spanischen Rekordmeisters, der in der heimischen Liga 19 Punkte hinter dem Tabellenführer FC Barcelona liegt, in der vergangenen Woche gegen CD Leganés aus dem Pokal flog und die laufende Saison nur durch den Sieg in der Champions League retten kann. Sondern vor allem an Neymar da Silva Santos Júnior, kurz Neymar, einst Stürmer beim FC Barcelona und seit Sommer für fünf Jahre bei PSG unter Vertrag. Denn in Spanien träumen sie unverhohlen von einer Rückkehr des verlorenen Brasilianers.

"Ich würde mich freuen, wenn Neymar nach Spanien zurückkehren würde. In unserer Liga müssen die Besten spielen, und Neymar gehört dazu", sagte am Montag Javier Tebas, der als Chef des spanischen Ligaverbands LFP die mediale Strahlkraft der Primera División gestärkt sehen will. Der Präsident von Paris St. Germain, Nasser Al Khelaifi, der im Sommer die Rekordablöse von 222 Millionen Euro nach Barcelona überwies, hat gerade versichert, dass Neymar auch in der nächsten Saison bei PSG spiele: "Nicht hundert-, sondern zweitausendprozentig." Doch die Zeitung El País berichtet unter Berufung auf eine anonyme Quelle, die Neymars Vertrag kenne, dass dieser sich freikaufen könne.

Was hat das alles mit dem Duell in der Champions League zu tun?

Zwar gebe es keine festgeschriebene Ablöse, anders als in Spanien sind diese in Frankreich nicht Teil der Standardverträge. Es existiere aber eine "verwinkelte juristische Formel, die es Neymar erlaubt, den Klub vor dem 1. September 2018 zu wechseln, wenn eine Reihe von Bedingungen erfüllt ist und die Zahlung einer Ablöse von 300 Millionen Euro" geleistet wird. Dass sich PSG darauf einließ, den Kontrakt Neymars mit "vielen Fransen" auszustatten, habe daran gelegen, dass Neymar bei den Verhandlungen am längeren Hebel saß: Ohne die Option, Paris auch wieder Adieu sagen zu können, hätte Neymar einem Wechsel kaum zugestimmt.

Aus Neymars Umfeld wiederum verlaute, dass der Brasilianer ein jährliches Grundgehalt von 50 Millionen Euro netto für angemessen halte - plus Prämien, schreibt das Blatt. Ein Jahr Neymar käme Real also wahrscheinlich sogar ohne Einrechnung der fälligen Lohnsteuer teurer als "Salvator Mundi", das Gemälde von Leonardo da Vinci, das im vergangenen Jahr für umgerechnet 362 Millionen Euro in New York versteigert wurde - und seitdem als teuerstes Kunstwerk der Geschichte gilt.

Was das alles mit dem Champions-League-Duell zu tun hat? PSG-Boss Al Khelaifi und Trainer Unai Emery ereifern sich schon seit einiger Zeit über angeblich orchestrierte Kampagnen spanischer Medien, die PSG vor den Champions-League-Begegnungen mit Real verunsichern wollten. Demnach streue Reals Klubzentrale in Madrid gezielt Desinformationen zum Zweck der psychologischen Kriegsführung. Fakt ist: Die Madrider Blätter weisen schon jetzt großräumig auf das Duell mit PSG hin - und widmen sich mit besonderem Genuss den Gerüchten über Neymars angebliche Unzufriedenheit in Frankreich.

Neymar wird in Paris hofiert und bestens bezahlt, Coach Emery räumt ihm zusätzlich zahlreiche Privilegien ein, sogar um den Preis des innerbetrieblichen Friedens. Aber Neymar soll nicht damit gerechnet haben, von den Verteidigern der Ligue 1 so malträtiert zu werden; mit einigen Mitspielern gab es atmosphärische Störungen, allen voran mit dem uruguayischen Stürmer Edinson Cavani. Vor wenigen Wochen kam es auch noch zum Bruch zwischen dem PSG-Anhang und Neymar.