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Fußball:Nike erklärt Trennung von Neymar mit Anschuldigungen

Neymar, aktuell bei Paris Saint-Germain unter Vertrag.

(Foto: Franck Fife/AFP)

Vor einem Jahr beendete der Sportartikelriese die Partnerschaft mit dem Brasilianer. Nun sagt das Unternehmen, Neymar sei bei der Klärung von Belästigungsvorwürfen unkooperativ gewesen. Der Fußballer nennt das eine "absurde Lüge".

Der Sportartikelhersteller Nike hat die Partnerschaft mit dem Fußballer Neymar im vergangenen Jahr nach schweren Anschuldigungen gegen den Brasilianer aufgelöst. "Nike hat die Partnerschaft mit dem Athleten beendet, weil er sich weigerte, bei einer Untersuchung glaubwürdiger Vorwürfe (...) zu kooperieren", teilte das Unternehmen am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Im vergangenen Jahr hatte Nike noch keine Gründe für die Trennung angegeben.

Neymar weist die Vorwürfe zurück, wie seine Sprecherin auf dpa-Anfrage mitteilte, die Zusammenarbeit mit Nike sei aus geschäftlichen Gründen vorzeitig beendet worden. Auf dem Instagram-Account von Neymar wurde am Freitagabend eine längere Stellungnahme veröffentlicht. Darin bezeichnet der 29-Jährige den Vorwurf, dass er nicht bei einer Untersuchung kooperiert habe, als "absurde Lüge". Zuerst hatte das Wall Street Journal berichtet.

Laut Nike hat eine Mitarbeiterin des Unternehmens Neymar eines sexuellen Übergriffs beschuldigt. Der Vorfall soll sich demnach im Jahr 2016 ereignet haben und 2018 an das Unternehmen gemeldet worden sein. Neymar spielte von 2013 bis 2017 beim FC Barcelona in Spanien und ist seitdem bei Paris Saint-Germain in Frankreich angestellt. Die Mitarbeiterin habe zunächst verlangt, dass die Vorwürfe nicht untersucht würden, hieß es in der Nike-Stellungnahme. Diesen Wunsch der Vertraulichkeit habe das Unternehmen respektiert.

Im Jahr 2019 habe die Mitarbeiterin aber doch ihr Interesse an einer Weiterverfolgung der Vorwürfe bekundet, weshalb eine Untersuchung eingeleitet worden sei. Zu einem Ergebnis sei es bei dieser nicht gekommen. "Es gab keine Fakten, die es uns ermöglicht hätten, inhaltlich darüber zu sprechen", erklärte Nike. Entsprechend wäre es "unangemessen" gewesen, eine Erklärung dazu abzugeben. Via Instagram wies Neymar die Vorwürfe zurück. Er kenne die Person, die die Anschuldigungen erhebe, nicht. "Ich hatte keine Beziehung zu dieser Person oder hab mich ihr genähert. Ich hatte nicht einmal die Chance mit ihr zu sprechen", heißt es. Die Zeit würde die "wahren Antworten" hervorbringen.

Neymars Sportmarketingunternehmen hatte zuvor mitgeteilt: "Es ist sehr merkwürdig, dass ein Fall, der sich vermutlich 2016 ereignet haben soll (...), jetzt ans Licht kommt." Neymar sei in den vergangenen fünf Jahren nie angeklagt oder strafrechtlich verfolgt worden. Die Erklärung zu möglichen Motiven der Vertragsauflösung sei in "unverantwortlicher Form" abgegeben worden. Vertragsdokumente würden vorerst nicht veröffentlicht. Neymar ist derzeit im Trainingslager mit der brasilianischen Nationalmannschaft in Teresópolis vor zwei WM-Qualifikationsspielen sowie der Copa América.

© SZ/dpa/schm
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