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Lionel Messi:Fabelkarriere auf einer Tischserviette

Fünffacher Weltfußballer, 23 Titel mit Barça - nur mit dem Nationalteam ging Lionel Messi immer leer aus. Wer ist dieser Mann? Seine Karriere in Bildern.

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Lionel Messi wurde fünfmal zum Weltfußballer gekürt, er gewann mit dem FC Barcelona 23 Titel - nur mit der argentinischen Nationalmannschaft klappte es für ihn nicht so recht. Auf die Niederlage im WM-Finale 2014 folgten zwei Vize-Titel bei der Copa America. Doch wer ist dieser Mann, der nach der erneuten Pleite gegen Chile überraschend seine Karriere im Nationalteam beendete? Eine außergewöhnliche Karriere in Bildern.

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Natürlich, Lionel Messi galt bereits als Kind als außerordentlich begabt. Doch würde dieser kleine Junge aus der Stadt Rosario in der argentinischen Provinz Santa Fé tatsächlich einmal den großen FC Barcelona verzaubern? Als Fünfjähriger, im Jahr 1992, begann er bei Grandoli, dem Verein, den sein Vater Jorge leitete. 1995 wechselte er dann zu den Newells Old Boys Rosario, wo auch sein älterer Bruder Rodrigo spielte. Messis Jugendtrainer Enrique Domínquez erinnert sich: "Er konnte Dinge mit dem Ball anstellen, die jeder physikalischen Logik widersprachen. Der einzige Spieler, von dem ich das je gesehen habe, war Diego Maradona."

Horacio Gaggioli

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Dabei war Messis Karriere schon als Kind fast vorbei. Mit neun stellten die Ärzte einen Hormonmangel fest. Da sich in Argentinien kein Klub finden ließ, der die teure Behandlung übernehmen wollte, beschloss Vater Jorge, mit der Familie nach Spanien zu gehen, um dort das Geld für die Behandlung zu verdienen.

So wurde Messis Hormondefizit nachträglich zum Glücksfall. Auf Vermittlung von Bekannten spielte der damals nur 1,43 Meter große Junge beim FC Barcelona vor - plötzlich ging alles ganz schnell. Manager Carlos Rexach war total von Messi überzeugt. "Ich habe ihn innerhalb von einer halben Minute verpflichtet, und der erste Vertrag wurde symbolisch auf einer Serviette aufgesetzt", berichtete Rexach (im Bild Berater Horacio Gaggioli). Messi zog in das Barça-Internat "La Masia"; der Klub übernahm die Behandlungskosten von rund 900 Dollar im Monat.

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Messi durchlief die Jugendabteilungen des Klubs, bereits in der Saison 2003/04 absolvierte er einige Spiele in der zweiten Mannschaft. Danach ging wieder alles sehr schnell: Im Oktober 2004 debütierte er mit 16 Jahren gegen den Lokalrivalen Espanyol - als drittjüngster Spieler der Vereinsgeschichte - in der Primera División; im Mai erzielte er gegen Albacete sein erstes Tor und wurde mit 17 Jahren zum jüngsten Liga-Torschützen in der 106-jährigen Vereinsgeschichte.

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Natürlich wurde Messi auch alsbald in die argentinische Nationalmannschaft berufen (hier mit Juan Pablo Sorin). Dabei hatte sich auch der spanische Verband um ihn bemüht: Um die EU-Ausländerregelung zu umgehen, nahm Messi 2005 auch die spanische Staatsbürgerschaft an. Doch Messi stellte klar: Er werde nur für die argentinische Elf spielen. Basta.

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Die WM 2006 in Deutschland wurde noch keine große Messi-Show. Zwar trug sich der 18-Jährige mit seinem Treffer beim 6:0-Erfolg im Vorrundenspiel gegen Serbien und Montenegro als sechstjüngster Torschütze in der WM-Geschichte in die Torjägerliste ein. Messi bekam jedoch kaum Einsatzzeiten: Die Niederlage im Viertelfinale gegen Gastgeber Deutschland erlebte Messi von der Ersatzbank aus.

Lionel Messi, Samuel Eto'o

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Zurück in Barcelona begann die Saison 2006/07 gut - bis sich Messi im Ligaspiel gegen Real Saragossa einen Fußbruch zuzog und für drei Monate ausfiel. Wieder zurück brillierte er mit drei Treffern beim 3:3 gegen den Erzrivalen Real Madrid (im Bild mit Samuel Eto'o).

Im Pokalhalbfinale gegen Getafe (5:2) kopierte Messi dann den legendären Sololauf von Diego Maradona aus dem WM-Halbfinale 1986. Wie Maradona umkurvte er die halbe gegnerische Mannschaft, ehe er zum Abschluss ins Tor einschob. Coach Rijkaard sprach später von einem "Kunstwerk", Mitspieler Deco schwärmte in der SZ: "Ich habe Tore von Pelé, Maradona und Ronaldo gesehen, doch dieses heute war das vollkommenste."

Lionel Messi mit Champions Leage Pokal, 2009

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Nach einer enttäuschenden Saison 2007/08, als Barcelona in der spanischen Liga nur Dritter wurde, setzte Messi seinen Aufstieg zum weltbesten Fußballer ab Sommer 2008 fort. Erst wurde er mit der argentinischen Mannschaft in Peking Olympiasieger, dann holte er mit Barça das Triple. Messi verlängerte nicht nur seinen Vertrag bis 2016 (Ablösesumme: 250 Millionen Euro), sondern erneuerte auch seine Treueschwüre zum FC Barcelona. Er sagte: "Was der Klub für mich tat, als ich klein und schwach war, kann ich ihm nie zurückgeben. Sie müssten mich rauswerfen, damit ich Barça verlasse."

FIFA World Player Gala 2009

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Es folgte dies bis dahin größte Auszeichnung seines Fußballerlebens: 2009 kürte ihn Fifa-Präsident Sepp Blatter erstmals zum Weltfußballer des Jahres. Vollkommen zu Recht, wie die gesamte Fachpresse anschließend urteilte.

WM 2010 - Argentinien - Mexiko

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Beim FC Barcelona spielte Messi regelmäßig brillant, in der Nationalelf hingegen nicht. Dort wirkte er gehemmt, es schien, als fehlten ihm seine kongenialen Mitstreiter aus Barcelona doch gewaltig. Besonders unter dem damaligen Nationaltrainer Diego Maradona (links im Bild) litt der kleine Argentinier sehr. Er kam mit Maradonas Spielsystem (sofern es so etwas überhaupt gab) nicht zurecht, im Achtelfinale der WM 2010 ...

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... erlebten die Argentinier um Messi gegen Deutschland ihre dunkelste Stunde seit langem. Die deutsche Mannschaft (im Bild Schweinsteiger, Özil, Müller, Mertesacker und Kroos, von links) ließ Messi keine Räume, womit das argentinische Spiel augenblicklich erlahmte. Argentinien schied aus, Messi schoss kein einziges Turniertor.

WM 2010 - Argentinien - Korea

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Die Hoffnungen der kleinen Fans, Messi würde diese WM dominieren, waren also dahin. Umso bemerkenswerter, dass Messi Anfang 2011 dennoch zum Weltfußballer des Jahres 2010 gewählt wurde - und nicht etwas der Spanier Andres Iniesta, der seine Mannschaft zum WM-Titel geführt hatte.

Barcelona v Manchester United - UEFA Champions League Final

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Die enttäuschende WM hinterließ bei Messi keinerlei Spuren. Er führte den FC Barcelona in der folgenden Saison erneut zum Triple, das Bild zeigt ihn nach dem begeisternden 3:1 im Champions-League-Endspiel gegen Manchester United. Messi wurde selbst zum dritten Mal in Serie Torschützenkönig der Königsklasse, stellte mit zwölf Treffern in einer Spielzeit sogar den Rekord von Ruud van Nistelrooy ein.

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In der Saison 2011/12 tat sich Messi mit dem FC Barcelona jedoch erstaunlich schwer. Spanischer Meister wurde souverän Real Madrid, Barcelona wurde mit neun Punkten Rückstand nur Zweiter. Wie gut, dass Messi sich bei der Gala zur Wahl des Weltfußballers trösten lassen konnte.

FIFA Ballon d'Or Gala 2012

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2012 war die Angelegenheit bei der Wahl zum Weltfußballer dann wieder klarer: Messi gelang der vierte Triumph in Serie - das schaffte vor ihm noch keiner. Er krönte sich zum alleinigen Rekordhalter als Weltfußballer.

Lionel Messi Franck Ribéry FC Bayern FC Barcelona

Quelle: Pierre-Philippe Marcou/AFP

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2013 errang Messi mit dem FC Barcelona erneut den Meistertitel in Spanien. In der Champions League folgte allerdings eine der bittersten Niederlagen der Vereinsgeschichte. Mit 0:4 und 0:3 schied Barcelona gegen den FC Bayern aus, Messi schlich über den Platz, er kam nie ins Spiel, er war nicht fit.

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Quelle: AFP

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Auch 2013/2014 lief die Saison nicht optimal für Messi. In der Meisterschaft nur Platz zwei, im spanischen Pokal eine bittere Finalniederlage gegen Real Madrid - und in der Champions League im Viertelfinale das Aus ausgerechnet gegen den Ligarivalen Atlético Madrid. Messi schoss in der Liga viele Tore, doch er musste auch Kritik einstecken: In manchen Spielen schlich er über den Platz, seine Gesundheit gab Rätsel auf: Mehrmals übergab er sich am Spielfeldrand. Messis Spielintelligenz ist noch immer einzigartig, doch er erzielte nicht mehr ganz so viele Tore wie früher.

RIO DE JANEIRO July 13 2014 Xinhua Argentina s Lionel Messi reacts after the final match betw

Quelle: imago/Xinhua

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Bei der WM 2014 in Brasilien prägte er das Spiel der argentinischen Nationalmannschaft, bis zum Finale erzielte er vier Tore und hatte somit entscheidenden Anteil an der Finalteilnahme. Das Pech im Trikot der Albiceleste blieb ihm aber auch dieses Mal treu: Argentinien verlor das Endspiel gegen Deutschland durch einen Treffer von Mario Götze in der 114. Minute.

Fussball CL Finale: Juventus Turin vs. FC Barcelona

Quelle: action press

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Auf die wohl bitterste Niederlage seiner Karriere folgte wieder ein äußerst erfolgreiches Jahr mit dem FC Barcelona. Knapp fünf Monate später erzielte Messi am 22. November 2014 seine Ligatore 251 bis 253 und überholte damit Telmo Zarraonaindía als Rekordtorschützen der Primera Division. Am Ende der Saison stand erneut das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League zu Buche. Zudem wurde er als Europas Fußball des Jahres ausgezeichnet.

Bei aller Freude: Im Finale der Copa America musste er sich mit der argentinischen Nationalmannschaft Chile geschlagen geben. Das dritte verlorene Endspiel für Messi bei einem Länderturnier.

Argentine soccer player Lionel Messi L and his father Jorge Horacio Messi R attend their trial

Quelle: imago/Agencia EFE

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So erfolgreich die sportliche Karriere Messis auch verlief, eine Anklage wegen Steuerhinterziehung warf während der letzten Jahre einen Schatten auf den Ausnahmefußballer. In den Jahren 2007 bis 2009 sollen er und Vater Jorge insgesamt 4,1 Millionen Euro am Fiskus vorbeigeschleust haben. Im Juni 2016 musste der Argentinier deswegen erstmals wegen des Strafverfahrens vor Gericht erscheinen. Drei Tage nach dem Finale der Champions League, in welchem dieses Mal übrigens nicht Barça stand, und vier Tage vor Beginn der Copa America.

COPA America Final - Argentina vs Chile

Quelle: dpa

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Bei der Copa America 2016, der Kontinentalmeisterschaft des amerikanischen Kontinents, sollte in den USA endlich der Traum von einem großen Titel mit der argentinischen Nationalmannschaft in Erfüllung gehen. Bis zum Finale lief alles nach Plan, es sollte zur Neuauflage des Vorjahresendspiels gegen Chile kommen: Keine Tore in 120 Minuten, das Elfmeterschießen musste die Entscheidung bringen. Argentinien vergab zwei seiner Strafstöße - Messi einen davon - Chile scheiterte lediglich einmal vom Punkt und verteidigte damit den Titel. Lionel Messi blieb damit wieder einmal nur der zweite Platz. Nach dem Endspiel sagte der "Floh": "Ich habe es immer wieder probiert, aber es hat nicht geklappt. Ein Titel mit Argentinien war das, was ich am meisten wollte. Es tut weh, kein Sieger zu sein."

© Süddeutsche.de/ebc/jbe
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