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Leverkusen-Sieg gegen HSV:ICE rast Bimmelbahn davon

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Lockerer Sieg gegen den HSV: Die Spieler von Leverkusen

(Foto: AFP)
  • Die Premiere von HSV-Trainer Peter Knäbel geht gehörig schief: Die Hamburger verlieren 0:4 in Leverkusen. Stefan Kießling beendet seine Torflaute und trifft gleich zweimal.
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Peter Knäbel ist kein Wunderheiler. Wer gehofft hatte, der 48-jährige Interimstrainer des Hamburger SV könnte gleich in seinem ersten Spiel den ewigen Bundesligisten erwecken, landete gleich mal hart auf dem Boden der Realität. Die Norddeutschen verloren bei Bayer Leverkusen 0:4 (0:2) - und konnten über die Höhe der Niederlage noch froh sein.

"Wir brauchen eine größere Präsenz und mehr Entschlossenheit im Strafraum", hatte Knäbel vor dem Spiel gesagt. Ein netter Plan, aber für eine Mannschaft im Abstiegskampf ist eine größere Präzision und mehr Entschlossenheit im Mittelfeld oft wichtiger - zumal dann, wenn ein Gegner wie Leverkusen nur darauf hofft, mehr Freiräume geschenkt zu bekommen.

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Nur so weit raus aus dem Panzer wie nötig: Die Bayern sind beim 1:0 gegen Dortmund ungewohnt zurückhaltend. Lewandowski gelingt ein Playstation-Tor, Neuer pariert auch mit einer Hand.

Das wurde spätestens in der siebten Minute deutlich, als ein Leverkusener Befreiungsschlag bei Johan Djourou landete. Der HSV-Innenverteidiger leistete sich zunächst kurz vor der Mittellinie eine schlampige Ballannahme, legte dann unpräzise quer auf seinen Kollegen Heiko Westermann. Das war alles, was Karim Bellarabi brauchte. Der Leverkusener ließ Westermann hinter sich wie ein ICE eine Bimmelbahn. Im Eiltempo näherte er sich dem HSV-Tor, legte am Strafraum quer auf den mit geeilten Gonzalo Castro, der gemütlich zum 1:0 vollenden konnte (63.).

Der Werksklub schaute sich danach gelassen an, was die Gäste zu bieten hatten. Es war nicht viel. Bezeichnend zwei Momente, in denen der Zerstörer Valon Behrami kreativ ins Spiel eingreifen wollte: In der zwölften Minute nahm er dem schussbereiten Petr Jiracek am Strafraum den Ball vom Fuß; in der 39. Minute dauerte es zu lange, bis Behrami den Steilpass auf Ivica Olic auf den Weg brachte - bis dahin war der Kroate längst ins Abseits geraten. Vom "Steigerungslauf Richtung Top-Form", den Knäbel im Training bei seinen Stürmern Olic und Pierre-Michel Lasogga ausgemacht hatte, war jedenfalls nichts zu sehen.

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Leverkusen, das sich vier Tage vor dem Pokal-Viertelfinale gegen Bayern München den Luxus erlaubte, auf Calhanoglu, Son und Drmic zu verzichten, wirkte zwar nicht unbedingt sattelfest in der Abwehr. Aber gegen den notorisch harmlosen HSV war das egal. Nach vorne hatte der Tabellenvierte weniger Szenen, als man nach der frühen Führung hätte annehmen können. Ein Flatterball von Bellarabi, den Adler entschärfte (28.), war lange das einzig Nennenswerte, zumal Sturmspitze Stefan Kießling wieder einmal nicht so richtig ins Spiel integriert war.

Aber solche Resümees werden vom Fußball gerne konterkariert. In der 44. Minute klärte Heiko Westermann per Kopf, scheinbar weit genug, doch Castro entschied sich zu einer Volley-Flanke, bevor der Westermann die Stürmer ins Abseits stellen konnte - und Kießling hechtete nach dem Ball, wie er es in besseren Tagen so oft gemacht hat, mit dem Kopf verlängerte er zum 2:0.