Bundesliga Leipzig glänzt in der Herbstsonne

Eins, zwei, sieben, wer hat den Ball? Chaos im Leverkusener Strafraum, diesmal ohne Folgen.

(Foto: Robert Michael/AFP)
  • Beim 0:3 in Leipzig spielt Bayer Leverkusen erneut viel zu schwach, um sich in der Bundesliga nach oben zu arbeiten.
  • Die Leipziger zeigen flotten Fußball und überholen in der Tabelle den FC Bayern.
Von Javier Cáceres, Leipzig

Drei Tage nach der Europa-League-Niederlage im Glasgower Celtic-Park hat sich RB Leipzig am Sonntag mit einem Sieg in die Länderspielpause verabschiedet. Durch ein 3:0 (1:0) gegen Bayer Leverkusen setzte sich die Mannschaft in der Tabelle auf den Champions-League-Plätzen fest; für die Leipziger stehen nunmehr zehn Bundesligaspiele in Serie ohne Niederlage zu Buche. Die Leverkusener hingegen finden keinen wirklichen Weg aus der Krise: In den letzten fünf Liga-Spielen konnten sie gerade mal einen Sieg verbuchen, beim 6:2 in Bremen.

Leverkusens Trainer Heiko Herrlich, dessen Mannschaft am Donnerstag im Gegensatz zu Leipzig die K.-o.-Runde in der Europa League erreicht hatte, nahm fünf personelle Wechsel vor. Das war nichts im Vergleich zu seinem Leipziger Kollegen Ralf Rangnick, der zum wiederholten Mal kaum einen Spieler in seiner Elf beließ. Er wechselte im Vergleich zur Partie in Schottland auf acht Positionen. Unter anderen kehrte der zuletzt angeschlagene Timo Werner zurück in die Startelf - pünktlich zum DFB-Testspiel gegen Russland, das am Donnerstag in Leipzig stattfinden wird und bislang nur auf mäßiges Interesse stößt. Am Wochenende waren keine 30 000 Karten verkauft.

Sehr viel mehr Zuschauer waren auch am Sonntagnachmittag in Leipzig nicht zugegen, trotz hübscher Herbstsonne. Was sie sahen, war eine Partie, die erst vom Videoschiedsrichter (VAR) in Köln wachgeküsst werden musste. Denn was zunächst zu begutachten war, waren vor allem funktionierende Abwehrreihen.

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Sowohl Herrlich wie auch Rangnick hatten ihren Mannschaften für die Partie erkennbar aufgetragen, vor allem den Rückspiegel zu fixieren - und sich erst in zweiter Linie um strukturierte Spielzüge nach vorne zu kümmern. Entsprechend waren Torgelegenheiten kaum zu sehen - mit Ausnahme eines 14-Meter-Schusses von Timo Werner (11.), den Leverkusens Torwart Lukas Hradecky zur Ecke lenkte, sowie eines Fast-Eigentors von RB-Verteidiger Stefan Ilsanker (14.) nach Flanke von Julian Brandt. Dann kam besagter Funkruf aus dem Keller in Köln.

Nach 27 Minuten hatte Leipzigs Diego Demme die erste Eingebung des Spiels gehabt. Er lupfte einen Ball in den Strafraum, den der Däne Yussuf Poulsen über den herausstürzenden Hradecky spitzelte. Der Schiedsrichterassistent hob die Fahne. Doch der Videoschiedsrichter hob die irrtümliche Abseitsentscheidung auf, verhalf den Leipzigern damit doch zur 1:0-Führung, die für Poulsen gleichbedeutend war mit dem fünften Saisontor, und der Partie zu einer neuen Perspektive.