DFL:Auch Köln spricht sich gegen einen Investor aus

DFL: Eckhard Sauren spricht sich stellveretend für Köln gegen ein Investorenmodell aus.

Eckhard Sauren spricht sich stellveretend für Köln gegen ein Investorenmodell aus.

(Foto: IMAGO/Anke Waelischmiller/Sven Simon; Imago/IMAGO/Sven Simon)

Nach dem SC Freiburg äußert der zweite Bundesligist seine Bedenken zum neuen Investoren-Vorschlag der Deutschen Fußball-Liga DFL. Damit zeichnet sich erneut eine öffentliche Kontroverse ab.

Von Philipp Selldorf, Köln

Der 1. FC Köln hat sich gegen das von der Deutschen Fußball Liga (DFL) geplante Finanzierungsmodell für Investitionen in die Vermarktung ausgesprochen. "Die DFL hat ihren Investoren-Vorschlag deutlich nachgebessert. Aber es wurde leider immer noch nicht ausreichend geprüft, ob es sinnvollere Alternativen zu einem Private-Equity-Investor gibt", erklärte stellvertretend für den Verein Vizepräsident Eckhard Sauren der FAZ, der Sportschau und der Süddeutschen Zeitung. Der deutsche Fußball mit seiner Historie und der kommerzielle Ansatz eines Private-Equity-Unternehmens passten "kulturell nicht zusammen". Die Rheinländer halten es "für zwingend notwendig, dass ausschließlich die 36 Profi-Vereine über die Entwicklung des deutschen Profifußballs entscheiden".

Knapp zwei Wochen vor der Mitgliederversammlung der beiden Bundesligen am 11. Dezember zeichnet sich damit eine erneute öffentliche Kontroverse über das Thema ab. Schon im Mai war der Versuch, die Ligen zum Einverständnis zu bewegen, an den Einwänden und dem Votum der Vereine gescheitert. Prominente Fürsprecher des Abschlusses mit einem Private-Equity-Partner, unter anderem BVB-Chef und DFL-Funktionär Hans-Joachim Watzke, zeigten sich damals verärgert und deuteten Konsequenzen an. Der 1. FC Köln ist nun nach dem SC Freiburg der zweite Erstligist, der zu dem von Watzke unterstützten Finanzierungskonzept der DFL kritisch Stellung bezogen hat. Auch die Kölner halten Investitionen in die Modernisierung der Bundesliga-Vermarktung für erforderlich. Das von der DFL präferierte Modell, das den Ligen rund eine Milliarde Euro einbringen soll und dem Geldgeber im Gegenzug für zwanzig Jahre eine Umsatzbeteiligung am Verkauf der Lizenzrechte gewährt, lehnen sie jedoch wie die Freiburger ab.

"Erneut wurden alternative Finanzierungskonzepte, allen voran eine mögliche Binnenfinanzierung, nicht ausreichend geprüft. Fremdfinanzierung, eine Unternehmens-Partnerschaft oder eine Mischfinanzierung wären weitere Optionen", sagte Präsidiumsmitglied Sauren, der beruflich als Fondsmanager im Finanzgeschäft tätig ist.

Der SC Freiburg hatte vor wenigen Tagen erklärt, für den von der DFL bezifferten Kapitalbedarf bräuchte man keinen Partner aus der Private-Equity-Branche, der Betrag könne durch Abgaben der Klubs aus eigener Kraft aufgebracht werden. Die DFL wiederum äußert sich überzeugt, dass die Verbindung mit einer Beteiligungsgesellschaft bei den Klubs die stärkste Akzeptanz finden werde und wirtschaftlich am sinnvollsten sei.

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