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Premier League:Klopps sarkastischer Glückwunsch

Premier League - Brighton & Hove Albion v Liverpool

Jürgen Klopp nach dem 1:1 am Samstag.

(Foto: Pool via REUTERS)

"Ich sage nur, wie es ist": Liverpools Trainer gibt einem Bezahlsender die Mitschuld an den vielen verletzten Spielern - es kommt zum Streitgespräch mit einem Reporter.

Von Sven Haist, London

Das letzte Wort hatte Des Kelly. Der TV-Mann des Bezahlkanals British Telecom lieferte sich mit Jürgen Klopp nach dem 1:1 des FC Liverpool in Brighton an der Südküste Englands ein denkwürdiges Streitgespräch. Nach acht Minuten und 20 Sekunden konstatierte Kelly, dass man vermutlich "ewig" über die unvereinbaren Ansichten diskutieren könnte, und er beendete das Interview mit einem freundlichen: "Danke, Jürgen!" Der sonst wortgewaltige Klopp blieb verdutzt zurück.

Durch den Disput zwischen Kelly und Klopp, inzwischen von Millionen Menschen angesehen und von fast allen Medien auf der Insel vollständig transkribiert, hat der anhaltende Konflikt um die Spielansetzungen in der Premier League die nächste Eskalationsstufe erreicht. Gegenüber stehen sich dabei: British Telecom und die Spitzenvereine, allen voran Liverpool.

Im Februar 2018 hatte sich der Sender bei der Ausschreibung der nationalen Fernsehrechte das Paket A gesichert: 32 Partien, immer samstags um 12.30 Uhr britischer Zeit. Dabei hat BT an 20 Spieltagen das Zweitrecht bei der Auswahl des Spiels, wobei jeder Verein mindestens einmal zu sehen sein muss, aber nicht mehr als sechs Mal gezeigt werden darf. Eine Langzeitstudie der University of Liverpool Management School hat nachgewiesen, dass Spiele mit Beteiligung der Erzrivalen Liverpool und Manchester United in England mit weitem Abstand das meiste Interesse hervorrufen. Pro Partie erhält die Liga als Gegenleistung etwa zehn Millionen Euro. Die TV-Einnahmen decken bei den Klubs einen erheblichen Teil der Personalkosten ab - auch das gehört zur Wahrheit.

Lauter Steilvorlagen für Reporter Kelly

Zum Ärger von Klopp hatte BT am Samstag zum zweiten Mal in der Saison eine Liverpool-Partie auf die ungeliebte Mittagszeit angesetzt, obwohl zuvor Länderspiele anstanden und der Meister am Mittwochabend in der Champions League im Einsatz war. Aufgrund der hohen Belastung für die Profis, die der straffe Zeitplan im von Corona verwirbelten Terminkalender mit sich bringt, setzt Klopp seit Wochen seine Popularität ein, um lautstark zu fordern: BT solle sich Teams für die frühe Anstoßzeit aussuchen, die nicht kurz davor gespielt haben!

Ansonsten werde man die Saison "nicht mit elf Spielern beenden" können, drohte Klopp. Im Oktober spielte Liverpool am Samstagmittag beim Stadtrivalen Everton nur 2:2. Dabei verlor man die gefoulten Thiago und van Dijk (Kreuzbandriss) und bekam den Siegtreffer wegen einer minimalen Abseitsstellung aberkannt. Jetzt gab es gegen Brighton erneut ein Remis - die Tabellenführung behält dadurch Tottenham (0:0 im Topspiel bei Chelsea). Wieder musste in James Milner ein Spieler verletzt vom Feld, zwei Tore der Klopp-Elf wurden zurückgenommen. Zudem gelang Brighton nach Liverpools 1:0 durch Jota (60.) in der 93. Minute der Ausgleich: per Elfmeter des früheren Ingolstädters Pascal Groß, nach Hinweis des Videoassistenten.

Also wieder sehr viel Grund für Klopp, sich zu grämen - und lauter Steilvorlagen für Reporter Kelly. Zu jedem Thema fragte er bei Klopp nach. Er erhielt darauf einige bemerkenswerte Antworten:

Kelly: "Ein schmerzhafter Rückschlag. Waren die Entscheidungen des Videoassistenten richtig?" - Klopp: "Sie waren richtig. Ja." - Kelly: "Aber selbst einige Brighton-Spieler meinten, es sei kein Elfmeter gewesen." - Klopp genervt: "Sehen Sie, Sie versuchen, auf meine Kosten eine Schlagzeile zu schaffen. Schauen Sie nicht so, Sie versuchen es immer wieder. Heute sage ich: Es war ein Elfmeter. Und Sie sind nicht zufrieden. Was möchten Sie hören? Geben Sie sich die Antworten selbst!" Kelly: "Ich habe nur mitgeteilt, was gesagt wurde."

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