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Salomon Kalou:"Bin mehr als diese fünf schlechten Minuten"

Salomon Kalou

Hertha-Profi Salomon Kalou.

(Foto: dpa)

Der suspendierte Angreifer von Hertha BSC entschuldigt sich für sein Facebook-Video. Aus der Politik kommt Kritik.

Salomon Kalou hat sich nach seinem brisanten Facebook-Video nochmals bei den Mitspielern von Hertha BSC entschuldigt. "Ich trage die Verantwortung für diesen dummen Fehler", sagte der Offensivspieler in einem Interview mit Sport1. Kalou hatte am Montag mit einem Live-Clip aus dem Kabinentrakt des Berliner Fußball-Bundesligisten offensichtliche Nachlässigkeiten beim Einhalten der Hygienevorschriften dokumentiert und Gespräche mit den Kollegen über Gehaltsabrechnungen aufgenommen.

"Ich bin nicht sauer oder wütend", sagte Kalou über die erfolgte Suspendierung. "Nein. Ich weiß, wer ich wirklich bin. Ich weiß, dass ich ein guter Mensch bin. Ich helfe den Menschen, setze mich gerade auch mit meiner Stiftung für hilfsbedürftige Menschen in Afrika ein", betonte der 34-Jährige.

In einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel erläuterte Kalou sein Handeln. "Seit wir zurück sind aus der Quarantäne, werden wir wöchentlich auf den Erreger getestet", sagte er. "Bei uns gab es keine weiteren positiven Testergebnisse. Und da sollen wir uns nicht die Hand geben?"

Dennoch räumte der ehemalige Champions-League-Sieger ein: "Das Video hätte ich niemals machen dürfen. Es war respektlos und dafür möchte ich mich aufrichtig entschuldigen. Aber ich bin mehr als diese fünf schlechten Minuten, die man dort von mir in der Kabine sieht." Kalous Vertag bei der Hertha endet am 30. Juni. "Ich habe für einen großartigen Club in einer wundervollen Stadt gespielt. Ich kann sagen, dass ich eine sehr gute Zeit hatte. Wenn ich den Fehler rückgängig machen könnte, würde ich es tun. Ich hoffe auf ein Happy End", sagte er Sport1.

"Das bringt das ganze Konzept in Verruf", kritisiert Söder

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder äußerte sich derweil kritisch zu der Video-Posse. "Da macht die Liga hervorragende Konzepte, und dann gibt es Einzelspieler, wie jetzt zu lesen war, die sich sehr, sehr, sehr unglücklich verhalten. Ich finde auch gut, dass Profivereine sehr hart dagegen entscheiden, weil das bringt das ganze Konzept in Verruf", meinte der CSU-Politiker.

Söder war am Dienstag nicht direkt auf Kalou angesprochen worden. Er nannte von sich aus das Beispiel, als es um Regelungen und deren Umsetzung bei der langsamen Öffnung gesellschaftlicher Bereiche in der Corona-Krise ging.

© SZ.de/dpa/tbr/chge
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