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Jérôme Boateng im SZ-Interview:"Das war nicht derselbe Boateng"

Jérôme Boateng

"Zu schnell zu viel wollen: Das will ich nie mehr machen": Bayern-Profi und Nationalspieler Jérôme Boateng.

(Foto: dpa)

Der Nationalspieler spricht im SZ-Interview über seine vielen Verletzungen, lobt Jupp Heynckes - und erinnert sich an das Spiel gegen Paris, das er von der Tribüne verfolgen musste.

Wenn die DFB-Elf an diesem Freitagabend in London gegen England antritt, wird Jérôme Boateng nicht dabei sein. Eine Vorsichtsmaßnahme, muskuläre Probleme plagen ihn. "Nicht, dass ich gleich wieder in die nächste Verletzung rein renne", sagt er im Interview mit der Süddeutschen Zeitung (Freitagausgabe): "Davon habe ich zuletzt wirklich genug gehabt."

Wer die vergangenen eineinhalb Jahre in der Karriere von Jérôme Boateng, 29, betrachtet, stellt fest, dass Verletzungen eine Art Leitthema waren: zwei Muskelbündelrisse, eine schwere Sehnenverletzung an der Schulter, später Oberschenkel- und Adduktorenprobleme. "Das war schon eine finstere Zeit, zumal ich viele Jahre fast nichts hatte, und dann kam plötzlich alles mit Vollgas", sagt Boateng. Vor allem die Rückkehr in diesem Frühjahr nach der Schulterverletzung sei schwer gewesen: "Das war nicht derselbe Boateng. Ich hatte das Gefühl, als hätte ich einen anderen Körper."

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Der Bayern-Stürmer wirft die Frage auf, ob er nicht richtig regenerieren konnte. Außerdem hat er mal wieder einen Vorschlag für die Transferpolitik seines Klubs.

"Das Gefühl, dass man diesem Mann was zurückgeben möchte"

Er habe in dieser Zeit gelernt, "dass man gewisse Sachen künftig nicht mehr machen sollte". Vor allem will er Pausen akzeptieren, nicht zu früh wieder einsteigen. "Zu schnell zu viel wollen: Das will ich nie mehr machen", so Boateng.

Beim FC Bayern will sich Boateng derweil wieder als Stammspieler etablieren. Beim wichtigen Champions-League-Spiel gegen Paris hatte Ex-Trainer Carlo Ancelotti ihn gar auf die Tribüne versetzt. "Wir saßen im Besprechungsraum und fünf von uns wurde dann anderthalb Stunden vor dem Spiel gesagt, dass wir nicht spielen, plötzlich und ohne jede Erklärung", sagt Boateng, "die betreffenden Spieler waren geschockt, das kann man schon so sagen."

Jupp Heynckes ist für ihn hingegen "mehr als nur der Trainer, mit dem wir 2013 das Triple geholt haben", sagt Boateng und lobt dessen "menschliche Art": "Jeder Spieler fühlt sich wichtig, jeder wird ins Boot geholt. Das gibt uns Spielern das Gefühl, dass man diesem Mann was zurückgeben möchte."

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