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Doping in Erfurt:Er war bereits zwei Jahre gesperrt

Dort flog auch seine erste Dopingaffäre auf. 2005 wurde Hondo, zweifacher Etappensieger bei der Murcia-Rundfahrt, wegen zweier Positivtest auf Carphedon für zwei Jahre gesperrt. Der Fall wies indes so starke Hinweise auf einen durch Verunreinigung evozierten Befund auf, dass Hondos Sperre zwischenzeitlich vom Schweizer Bundesgericht aufgehoben wurde. 2014 beendete der Profi die Karriere. Im Jahr darauf heuerte er als Nationaltrainer in der Schweiz an. Dort wurde eigens für ihn die Ausnahme von der Regel gemacht, kein dopingbelastetes Personal zu installieren - mit Verweis auf die unklare Beweislage im damaligen Sündenfall.

Doping Spuren nach Tirol und Wien
Doping in Österreich

Spuren nach Tirol und Wien

Die jüngste Blutdoping-Affäre weitet sich aus: Ein weiterer österreichischer Radprofi gesteht offen Manipulationen - und die Bosse des nationalen Ski-Verbands geraten gehörig unter Druck.   Von Thomas Kistner

Die Blutdoping-Causa ist da eindeutiger, Schmidt soll Hondo in den Vernehmungen benannt haben. Auch in der Schweiz laufen Abklärungen, der Verband stellte Hondo am Sonntagabend fürs Erste frei. Der berichtete der ARD, Schmidt habe ihm 2011 eine Handynummer gegeben: "Slowenisch oder kroatisch oder so." Über diesen Kontakt habe man Termine für Blutentnahmen und Rückführungen koordiniert. Hondo behauptete, nur Schmidt habe ihn betreut, keine Helfer. Entnommen wurde das Blut in einem Haus bei Frankfurt; der Arzt habe ihn auch in der Schweiz aufgesucht.

Rückführungen seien am Renntag oder tags zuvor erfolgt - bei der Tour de France, Mailand - San Remo oder belgischen Klassikern; insgesamt drei bis vier Mal. Bezahlt habe er in bar bei den Behandlungen, mindestens 30 000 Euro für das Jahr. Dass Schmidt seinen Namen genannt haben könnte, führt Hondo darauf zurück, dass "das Ganze nicht wirklich im Guten auseinandergegangen ist". Schmidts Geldforderungen seien ihm überhöht vorgekommen, es habe Debatten gegeben. "Das war 'ne rein finanzielle Motivation. Ich weiß, dass er damals ein Haus gebaut hat und immer davon sprach, es sei als Arzt schwer genug, Geld zu verdienen", sagte Hondo. Der weiß, dass sich auch seine berufliche Karriere im Radsport erledigt haben dürfte.

Kai Gräber, Leiter der Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft Doping, sagte am Sonntag auf SZ-Anfrage zum Sachverhalt: "Kein Kommentar."

© SZ vom 13.05.2019
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