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Nachwuchs des FC Bayern:Sebastian Hoeneß sucht die Alabas von morgen

Sebastian Hoeneß Cheftrainer FC Bayern München II U23 3 Liga Porträttermin 2019 2020 *** Seb

Für Trainer Sebastian Hoeneß, 37, ist der FCB<ET>II seine erste Station im Männerbereich. Er leitete zuvor Junioren von Hertha Zehlendorf, RB Leipzig und des FC Bayern an.

(Foto: Imago)
  • In der zweiten Mannschaft des FC Bayern hat Trainer Sebastian Hoeneß große Ziele.
  • Er will jungen Spielern wieder ermöglichen, es zu den Profis zu schaffen - so wie früher Badstuber oder Alaba.

Nachdem der Aufstieg endlich geschafft war, wollte dann auch der Präsident etwas sagen im Grünwalder Stadion. In früherer Manager-Manier blickte Uli Hoeneß Ende Mai allerdings nicht mehr zurück auf den Erfolg der U23 des FC Bayern München, sondern nach vorne, auf die neuen Chancen: "Wenn man Nachwuchsarbeit gut machen will, sollte die zweite Mannschaft in der dritten Liga spielen, weil dann der Sprung nicht so groß ist", sagte Hoeneß also. "Und das gibt jetzt die Möglichkeit, auch bessere Spieler zu kriegen." Wenn Hoeneß das betont, ist klar: "Die Möglichkeit", das soll ja eigentlich schon heißen, dass es tatsächlich bessere Spieler werden sollen. Nach acht Jahren ist der FC Bayern II zurückgekehrt in die dritte Fußball-Liga, wo die jungen Münchner Kicker nun auf Profiniveau spielen und sich dabei gleich "besser" entwickeln sollen.

Die Forderung erfüllen soll ein Familienmitglied des Präsidenten: Sebastian Hoeneß, 37, Sohn von Dieter und Neffe von Uli, der im Sommer auf den Aufstiegstrainer Holger Seitz, 44, folgte. Die Partie bei den Würzburger Kickers am Samstag (14 Uhr) wird seine erste als Trainer im Männerbereich, nachdem er zuvor Junioren von Hertha Zehlendorf, RB Leipzig und des FC Bayern anleitete. "Ich halte ihn für ein großes Trainertalent", sagte der sportliche Leiter des FCB-Campus, Hermann Gerland, über Hoeneß. Seitz, der zuvor mehrere Bayern-Jugendmannschaften trainierte, ist inzwischen Leiter der Nachwuchsabteilung des Klubs. Er soll gemeinsam mit Hoeneß so ein bisschen als Zubringer arbeiten - vom Campus an der Ingolstädter an das Vereinsgelände der Profis an der Säbener Straße.

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Der letzte Münchner Jugendspieler, der zum jahrelangen FCB-Stammspieler wurde, ist immer noch der Österreicher David Alaba, mittlerweile 27 Jahre alt. In Zeiten des immer teureren und unübersichtlicheren Transfermarkts wären weitere große Talente aus dem eigenen Haus kostengünstige Alternativen zu Zugängen wie etwa dem 80-Millionen-Euro-Mann Lucas Hernandez. Bezeichnenderweise stammt Alaba auch noch aus der letzten Drittliga-Mannschaft, die in der Saison 2010/11 in die Regionalliga Bayern abgestiegen ist.

Langsam wird es Zeit für einen Alaba-Nachfolger. Ihn zu finden, zählt neben der Punktesammlerei im Tagesgeschäft zu den Hauptaufgaben von Sebastian Hoeneß - auch wenn Jochen Sauer, Leiter des FCB-Campus, schon vor Monaten bezüglich der zweiten Mannschaft einschränkte: "Unsere Jungs wollen alle in den Profifußball, und in der dritten Liga werden sie natürlich ganz anders gefordert. Ich glaube aber nicht, dass die Zugehörigkeit unserer U23 zur dritten Liga in jedem Einzelfall ausreicht, um wieder vermehrt Spieler für unsere eigenen Profis auszubilden." Andere Wege gingen daher kürzlich etwa Adrian Fein, 20, der an den Hamburger SV verliehen, oder Maxime Awoudja, 21, der an den VfB Stuttgart verkauft wurde.

Damit die Münchner ihr Ziel, nicht gleich wieder abzusteigen, trotzdem erreichen, haben sie sich jedoch auch verstärkt. Hoeneß hat nun neben Maximilian Welzmüller, Kwasi Okyere Wriedt und Nicolas Feldhahn noch einen weiteren Ü23-Spieler: Timo Kern vom Mitaufsteiger Waldhof Mannheim, der auch mit dem Zweitligisten Jahn Regensburg in Verbindung gebracht wurde, letztlich aber nach München ging. Der Mittelfeldspieler hatte in der Vorsaison mit 17 Toren und zehn Vorlagen großen Anteil am Mannheimer Erfolg. Zudem holten die Bayern den Neuseeländer Sarpreet Singh, der aktuell die USA-Reise mit den Profis mitmacht, und Leon Dajaku, der für den U19-Meister Stuttgart 17 Tore in 31 Spielen erzielte. Dajaku gilt als Beispiel dafür, dass der FCB als einzige Zweitvertretung der dritten Liga noch attraktiver geworden ist für Talente.

Womit man auch wieder beim Trainer landet: Sebastian Hoeneß' Fürsprecher Gerland, der einst Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm oder José Paolo Guerrero trainierte, gilt als einer der größten Spielerentwickler in München. Hoeneß soll nun ähnliche Fähigkeiten entwickeln. Das trauen sie ihm zu, auch wenn er zuletzt mit der U19 lediglich Vierter in der Bundesliga Süd/Südwest wurde. "Großer Name macht noch keinen großen Trainer", schrieben Fans des FCB II jedoch vor einigen Wochen auf ein Plakat. Sie werden die Entwicklung der U23 erst einmal kritisch beäugen - da geht es ihnen nicht anders als dem Vereinspatriarchen.

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