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FC Bayern:Sie wollen nicht warten

FC Bayern: Manuel Neuer und Robert Lewandowski

Die Bayern-Profis Manuel Neuer (l.) und Robert Lewandowski.

(Foto: dpa)

Spieler wie Manuel Neuer und Robert Lewandowski wollen keinen bayerischen Perspektivkader. Sie fordern vehement Verstärkung, weil sie in ihrem Alter jetzt erfolgreich sein müssen - und nicht erst 2023.

Kingsley Coman und Serge Gnabry werden vielleicht mal große Spieler werden, auch Joshua Kimmich, Niklas Süle und Leon Goretzka haben mutmaßlich eine große Vergangenheit vor sich. Sie alle entstammen jenen Prädikats-Jahrgängen 1995/96, die im deutschen und auch im europäischen Fußball als besonders verheißungsvoll gelten. Lucas Hernandez und Benjamin Pavard, die bereits sicheren Zugänge des FC Bayern, gehören dieser Jahrgangsstufe ebenso an wie der Spanier Marc Roca, der potenzielle Zugang des FC Bayern, sowie übrigens auch Schalkes Keeper Alexander Nübel, der perspektivisch bereits beim FC Bayern ins Tor spekuliert wird.

Ist das die Generation, die die Zukunft des FC Bayern verkörpert, ist dies die Achse, die den FC Bayern ins Champions-League-Finale 2023 führt? Das kann gut sein und würde im Jahr 2023 bestimmt auch alle Bayern-Sympathisanten freuen. Aber wie sich Manuel Neuer, dann 37, wohl fühlen würde, wenn er Nübel die Trophäe hochheben sieht, oder Robert Lewandowski, der, dann fast 35, eher kein Stamm-Mittelstürmer mehr sein wird? Und was wird Karl-Heinz Rummenigge denken, wenn der Vorstandschef Oliver Kahn beim Siegerbankett eine Siegerrede ohne Fremdwörter halten wird?

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Gegen den FC Arsenal gibt es ein 1:2. Trainer Niko Kovac setzt in beiden Hälften unterschiedliche Teams ein - die Zugänge Benjamin Pavard und Fiete Arp geben ihr Debüt.

Neuer, Lewandowski und Rummenigge ahnen, dass dieser Klub eine erfolgreiche Zukunft haben wird, aber sie ahnen ebenso, dass es nicht mehr ihre Zukunft ist. Nicht anders lassen sich ihre jüngsten Wortmeldungen verstehen. Neuer hat gerade über seinen Berater ausrichten lassen, der Bayern-Kader sei "aktuell noch nicht entsprechend aufgestellt, um Manuels Ziele ernsthaft anzugehen"; Lewandowski fordert, es sei "Zeit" für große Transfers, sonst werde es "schwierig, um große Titel zu spielen". Und der Vorgesetzte Rummenigge, an dessen Adresse die Grußbotschaften ja eigentlich gerichtet waren, hat diesen Tonfall übrigens selbst vorgegeben, indem er die Champions League zuletzt stets als wertvollsten Titel geadelt und immer wieder streng das jüngste Aus im Achtelfinale beklagt hat.

Mögen die Motivlagen der drei Mahner auch unterschiedlich sein (Rummenigge etwa piekst ja ganz gern den Trainer Kovac, den er für den Trainer von Uli Hoeneß hält), so zeigen diese Debattenbeiträge doch zweierlei: erstens die latente Grundunruhe, mit der die Münchner in die Saison ziehen; zweitens illustrieren sie einen Paradigmenwechsel in der Kaderpolitik, den die Verantwortlichen so radikal gewiss nicht beabsichtigen. Nach den Abschieden von Ribéry, Robben und Hummels fehlen dem durchaus lobenswerten bayerischen Perspektivkader noch Hierarchie, Führung und Wettkampfroutine, und so klagen vor allem jene Spieler ihr Recht auf Gegenwart ein, die nicht mehr so lange warten können.

Lewandowski und Neuer sehen, dass Topspieler wie Hazard, Griezmann, de Jong, de Ligt oder Rodrigo quer durch Europa wechseln, während ihr Chef Rummenigge stets behauptet, der Transfermarkt sei noch gar nicht in Gang gekommen. Sechs Wochen haben die Bayern jetzt noch Zeit, um auf diesem Transfermarkt noch ein bisschen Gegenwart zu finden.

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