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Bayern vs BVB in der Bundesliga:"Thomas Müller ist ein Traum"

Bayern München - Borussia Dortmund

Uli Hoeneß (re.) hat sich zurückgezogen, aber zum Spitzenspiel gegen Dortmund taucht er wieder auf.

(Foto: Matthias Balk/dpa)

Vor dem Spitzenspiel schwärmt der frühere Präsident Uli Hoeneß von den Bayern-Profis. Auch über die Auswirkungen der Pandemie macht er sich Gedanken - beim BVB gibt es dagegen Personalsorgen.

Pünktlich zum Spitzenspiel gegen den BVB hat sich Uli Hoeneß mal wieder ein paar Gedanken gemacht - ganz besonders gern denkt er derzeit offenbar an Thomas Müller. Ihn hat Hoeneß nämlich mehr oder weniger in den Adelsstand erhoben. Der 31-Jährige sei "ein Traum. Thomas hat einen unvorstellbaren Charakter, und wir können unglaublich stolz sein, diesen Spieler bei uns beim FC Bayern zu haben. Es gibt kaum einen besseren Botschafter für unseren Verein, und auch für den gesamten deutschen Fußball ist er ein grandioser Botschafter", sagte Hoeneß im Vereinsmagazin 51 und fügte euphorisch an: "Wenn ich einen malen müsste, würde ich ihn malen."

Hoeneß ist begeistert von der Mannschaft und von Müller

Deswegen will nach Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Herbert Hainer auch Hoeneß den Vorzeigeprofi nach dessen Karriereende unbedingt im Verein halten. "Wenn er das will, sofort!", betonte der 69-Jährige. Dabei habe es ja mal eine Phase gegeben, so Hoeneß, "da haben viele ein bisschen an ihm gezweifelt, aber es war absolut richtig, fest an ihn zu glauben und darauf zu vertrauen, dass er wiedererstarkt."

Doch nicht nur von Müller zeigte sich der frühere Manager begeistert. "Ich bin von unseren Spielern sowieso tief beeindruckt. Sie haben einen unglaublichen Charakter", sagte Hoeneß. Das Kuriose sei "tatsächlich", ergänzte er, "dass unsere Mannschaft seit dem vergangenen Frühjahr den schönsten Fußball seit Langem spielt, permanent auf Top-Niveau. Ich habe den Eindruck, unsere Spieler haben es zu ihrer persönlichen Mission gemacht, den Fans da draußen in dieser Pandemie besonders Freude zu bereiten. Das gelingt ihnen grandios."

Weniger grandios stellt sich die Lage des Fußballs in Deutschland dar. Hoeneß fordert in der Corona-Pandemie ein starkes gesellschaftliches Engagement des Sports. Der Fußball müsse "sicher wieder mehr um die Menschen kämpfen, denn eines der größten Probleme dieser Pandemie ist, dass die Bolzplätze leer sind und das Vereinsleben an der Basis zum Erliegen gekommen ist", so der einstige Bayern-Boss. "Der Fußball, der Sport allgemein, verliert leider aktuell an Boden, weil es weniger bis gar keine Möglichkeiten gibt, ihm aktiv nachzugehen. Die leeren Spielfelder tun sehr weh."

Nach Hoeneß' Einschätzung wird eine grundlegende Aufgabe der Sportverbände nach der Pandemie sein, "die jungen Menschen zurück auf die Spielfelder zu holen. Das Erste sollte ein Aufbauprogramm sein, um die Menschen wieder aktiv in die Vereine zu bringen und passiv ins Stadion. In dieser Richtung würde ich mir beim DFB Bewegung wünschen."

Sein Nachfolger Hainer zog es derweil vor, rein übers Sportliche zu sprechen. Er erwartet ein aufregendes Spitzenspiel gegen die Borussia. "Bayern und Dortmund waren in den vergangenen zehn Jahren die bestimmenden Mannschaften im Kampf um die Meisterschaft. Wir hatten in den letzten acht Jahren die Nase vorn, aber es ist und bleibt ein Spitzenspiel", sagte Hainer im Interview bei Sport1 vor der Partie am Samstag (18.30 Uhr/SZ-Liveticker).

Doch ein Topduell wie sonst ist die Partie diesmal wegen den Dortmundern eher nicht. Die Bayern sind mit 52 Punkten Tabellenführer, der BVB liegt 13 Zähler dahinter auf Rang fünf. Trotzdem äußerte sich Hainer positiv zur Überlegung von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der eventuell über das angepeilte Ende seiner Amtszeit 2022 hinaus weitermachen will. "Hans-Joachim Watzke ist ein erfahrener Mann in der Bundesliga und hat Dortmund aus einer prekären Lage zu einem erfolgreichen und wirtschaftlich soliden Verein geführt. Er wird dem BVB auch weiterhin guttun", sagte Hainer.

Guttun würden Borussia Dortmund auch zwei Schlüsselspieler, die gegen die Bayern nun auszufallen drohen. Sowohl bei Linksverteidiger Raphael Guerreiro als auch dem zuletzt in Bestform spielenden Offensivmann Jadon Sancho "müssen wir noch abwarten und weitere Untersuchungen machen", sagte unterdessen Trainer Edin Terzic am Donnerstag. Der BVB gebe "die Hoffnung nicht auf, wir hoffen, dass sie mitfliegen können". Beide waren im DFB-Pokal-Viertelfinale bei Borussia Mönchengladbach am Dienstag (1:0) verletzt ausgewechselt worden. Auf jeden Fall fehlen wird Innenverteidiger Manuel Akanji, der zwar wieder im Lauftraining ist, aber nicht rechtzeitig fit wird.

Nach vier Pflichtspiel-Siegen in Serie strahlt der BVB, der um die erneute Champions-League-Qualifikation kämpft, Selbstvertrauen aus. "Bayern ist die erfolgreichste Mannschaft im letzten Jahr weltweit", sagte Terzic. "Aber wir haben im Supercup und im Hinspiel gezeigt, dass wir näher herangekommen sind. Leider haben wir beide Spiele verloren." Sein Team müsse "völlig wach" sein: "Wir werden leiden müssen." Der BVB wird ein buntes Zeichen für Vielfalt setzen. Sowohl der Sponsoren-Schriftzug als auch die Kapitänsbinde sind in München in Regenbogenfarben getaucht.

© SZ/dpa/sid/bek
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