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Hannover-Scout Schatzschneider:"Bayern ist eine Piss-Mannschaft"

Dieter Schatzschneider Hannover 96 1 Fussball Bundesliga Punktspiel Saison 2014 2015 VfL Wolfsb; Dieter Schatzschneider

Dieter Schatzschneider bei einem Spiel von Hannover 96

(Foto: Christian Schroedter/imago)
  • Gut gebrüllt von Dieter Schatzschneider: Der frühere Stürmer von Hannover 96 beleidigt den FC Bayern, wie es lange keiner mehr tat - und verschafft einem lieb gewonnen Begriff ein Comeback.
  • Er empfiehlt auch, Pep Guardiola rauszuwerfen.
  • Dem Verein ist die Sache peinlich - und entschuldigt sich.

Von Carsten Eberts, Hannover

Wie Braunschweig zum "Piss-Verein" wurde

In dieser Sekunde geziemt es sich, an Torsten Lieberknecht zu erinnern. Der sympathische Coach hat es ja derzeit schwer in der öffentlichen Wahrnehmung. Nicht, weil er kein toller Typ wäre: Er trainiert zwar immer noch Eintracht Braunschweig, aber nur noch in der zweiten Liga. Den Wiederaufstieg hat er gerade verpasst.

Als Braunschweig noch Bundesliga spielte und 0:4 beim Hamburger SV verlor, echauffierte sich Lieberknecht in herrlich derber Manier über die Entscheidungen des Schiedsrichters. "Es gibt Momente, in denen du merkst, du bist dieser kleine Piss-Verein", knurrte Lieberknecht. Das Wort machte eine große Karriere, die Braunschweiger ließen es sich auf T-Shirts drucken - und bereisten fortan offensiv als stolzer "Piss-Verein" die Republik.

"Bayern ist eine Piss-Mannschaft"

Nun hat es der "Piss-Verein" als Begrifflichkeit wieder in die Nachrichten geschafft. Er ist gar nicht weit gereist, von Braunschweig nach Hannover - nur knapp 70 Kilometer. Es ist nicht überliefert, ob sich Dieter Schatzschneider vorher bei Lieberknecht nach dem Copyright erkundigt hat. Andernfalls hätte der frühere Bundesliga-Spieler von Hannover 96 das Problem geschickt umschifft: Der 57-Jährige spricht nicht vom "Piss-Verein", sondern in leichter Variation von der "Piss-Mannschaft".

Und das öffentliche Echo dürfte noch größer sein als einst bei Lieberknecht. Schatzschneider äußerte sich nämlich nicht über das kleine Braunschweig, sondern über den großen Rekordmeister aus dem tiefen Süden. "Bayern ist eine Piss-Mannschaft", sagte der 57-Jährige der Bild-Zeitung. Und damit es auch jeder verstand, wiederholte er: "Ja, eine Piss-Mannschaft." In derartiger Manier wurden die Münchner lange nicht mehr beleidigt.

Leicht zu erraten, worauf der frühere Stürmer, der die ewige Torjägerliste der zweiten Liga anführt, dabei anspielt. Die Bayern sind bekanntlich frühzeitig Meister geworden und gehen die verbleibenden Spiele in der Bundesliga seitdem nicht mehr mit dem, nun ja, allergrößten Elan an. Das mag aus Spielersicht verständlich erscheinen, da die Saison lang und hart war.

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