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Krise bei Hannover 96:Gelächter bei jedem Ballkontakt

Hannover 96 v 1. FC Nürnberg - Second Bundesliga

Mirko Slomka kämpft bei Hannover 96 um seinen Job.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Gegen Nürnberg kassiert Hannover 96 eine heftige Niederlage.
  • Zwar bekommt Trainer Mirko Slomka eine Gnadenfrist bis zum Spiel gegen Dynamo Dresden - doch sein Team scheint er nicht immer richtig einzuschätzen.
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Es ist nicht drei Wochen her, auch nicht zwei, sondern erst ein paar Tage, da hat Hannovers Trainer Mirko Slomka vom Aufstieg gesprochen: "Ich schreibe das Thema noch nicht ab", sagte Slomka vor der Partie gegen den 1. FC Nürnberg. Klar, der Hamburger SV und der VfB Stuttgart seien die Favoriten, "aber Platz drei kann auch reichen" - die Qualität, ganz oben in der zweiten Liga mitzuspielen, habe sein Team auf jeden Fall.

Am Montagabend hat Slomka nach dem Schlusspfiff noch lange auf das Spielfeld gestarrt. Die Fans hatten das eigene Team verlacht, vom "Europapokal" gesungen und "Auswärtssieg, Auswärtssieg" skandiert, obwohl die eigene Mannschaft verloren hatte, nicht zu knapp übrigens, 0:4 (0:3). Slomka hat danach nicht mehr vom Aufstieg gesprochen; er hat sogar eine übliche Medienrunde ausgelassen. Hannover liegt mit acht Punkten auf Platz 15, die Abstiegszone ist ganz nah. "Ein absoluter Albtraum", sagte der Trainer.

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Es ist Slomkas komplette Hannover-Mission, die sich zu einem Albtraum entwickelt, die den Verein spüren lässt, dass es immer noch ein bisschen weiter bergab zu gehen scheint. Der Trainer war im Sommer gekommen, als Nachfolger von Thomas Doll, um das abgestiegene Team wieder in die Bundesliga zu führen. Slomka hatte ja einen guten Namen in der Stadt.

"Keine Ahnung, was in die Jungs gefahren ist"

Er war der Trainer hier, als Hannover in der Saison 2012/2013 zum bislang letzten Mal im Europapokal spielte. Es verleitete Klubchef Martin Kind dazu, ihm die verunsicherte Abstiegsmannschaft anzuvertrauen, obwohl Slomka mehr als zwei Jahre keinen Verein trainiert hatte und schon länger in Verdacht stand, dass ihm als Coach die gewissen Ideen fehlen, um mit der neuen Trainergeneration mitzuhalten. Zusammen mit Jan Schlaudraff, dem Novizen auf der Sportchefposition, sollte er mit der Mannschaft um den Aufstieg mitspielen - ein Wagnis, mindestens.

Von solchen Zielen ist 96 gerade einige Meilen weit entfernt. Die Mannschaft ist mit Spielern gespickt, die eigentlich Fußball spielen können: mit dem früheren Nationaltorhüter Ron-Robert Zieler, mit dem japanischen Nationalspieler Genki Haraguchi, mit dem Abwehrtalent Waldemar Anton, seit kurzem auch mit Dennis Aogo, der - manche erinnern sich noch - schon mal WM-Dritter war. Doch nicht mal ein Heimspiel wurde bislang gewonnen, zudem fällt auf, wie wenig Slomka seine Mannschaft einzuschätzen weiß.

Nach dem Auswärtssieg bei ebenfalls schwächelnden Kielern habe er eine "gute Trainingswoche" erlebt, sagte Slomka, sein Team gegen Nürnberg auf dem Platz aber nicht wiedererkannt. Er habe "keine Ahnung, was in die Jungs gefahren ist", sagte Slomka. Ein Freistoß, zwei Konter und ein Eckball genügten Nürnberg zum nie gefährdeten Auswärtssieg.