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Arminia Bielefeld:Sehnsucht nach Bayern und BVB

Hannover 96 -  Arminia Bielefeld

Der Blick geht nach oben: Bielefelds Rekordtorjäger Fabian Klos will in die Bundesliga.

(Foto: dpa)

Bald ist Oktober. An diesen Monat, der mit Halloween endet, haben die Fußballer von Arminia Bielefeld gruselige Erinnerungen. In den vergangenen beiden Jahren haben sie im Oktober jeweils alle drei Zweitligaspiele verloren. "Herbst-Blues" nennt Sportdirektor Samir Arabi das Bielefelder Phänomen. Er ist ganz froh, dass das Spitzenspiel gegen Tabellenführer VfB Stuttgart an diesem Freitagabend und damit gerade noch im September stattfindet. Mit Bielefeld und Stuttgart treffen die einzigen ungeschlagenen Mannschaften der zweiten Liga aufeinander, und sollten die Ostwestfalen gegen die favorisierten Schwaben gewinnen, wären sie mindestens über Nacht sogar Tabellenführer und gingen auf einem Aufstiegsplatz in den Oktober. Für Arabi, 40, hat der Gruselmonat den Schrecken zurzeit auch deshalb verloren, weil er über seinen Mittelstürmer Fabian Klos sagen kann: "Er ist momentan in der Form seines Lebens."

Klos ist 31, er stellt seine Treffsicherheit bereits im neunten Jahr in Bielefeld unter Beweis. Er ist mit 136 Toren in 300 Pflichtspielen Rekordtorschütze des 114 Jahre alten Klubs, klar vor Arthur Wichniarek (88) und Norbert Eilenfeld (82). Allerdings ist Klos unter Arminias historischen Toptorschützen der einzige, der nie in der Bundesliga gespielt hat. Ein Fakt, an dem der gebürtige Gifhorner im einsetzenden Herbst seiner Karriere etwas ändern will. Vor allem dank seiner sechs Treffer und vier Torvorlagen wird der Klub nun von Zweitliga-Experten als Aufstiegskandidat genannt.

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Sieben Jahre in der zweiten und drei Jahre in der dritten Liga haben die 2009 letztmalig aus der ersten Liga abgestiegenen Ostwestfalen verbracht, aber Schlagzeilen schrieben sie vor allem mit ihren wiederkehrenden Insolvenzsorgen. Bis Ende 2017 hatten sich die Schulden auf 29 Millionen Euro summiert. Die Rettung brachte neben einem kapitalen Schuldenschnitt das "Bündnis Ostwestfalen", ein Zusammenschluss zwölf regionaler Unternehmen, die in Form einer Kapitalspritze 29 Prozent der Anteile der "Arminia Bielefeld GmbH & Co. KGaA" übernahmen. Mit Repräsentanten der Firmen Dr. Oetker und Schüco besitzen sie zwei Stimmen im Aufsichtsrat.

Die verbliebenen Schulden tilgte die Arminia-GmbH, indem sie das Stadion für geschätzte zehn Millionen Euro an ein Konsortium von sechs Firmen und vier Privatiers verkaufte, zu denen auch Arminias Aufsichtsratsvorsitzender gehört: der frühere Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski. Daraus ergibt sich die Konstellation, dass Ostrowski nun 12,5 Prozent am liebevoll "Alm" genannten Stadion besitzt und dadurch Mit-Vermieter für jene Fußball-GmbH ist, deren Interessen er im Aufsichtsrat vertritt.