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1. FC Köln:Schmadtke: "Ich wollte Stöger nicht feuern"

Schmadtke und Stöger

Wollte Peter Stöger doch nicht feuern: Jörg Schmadtke (links).

(Foto: Marius Becker/dpa)

Der Ex-Manager des 1. FC Köln widerspricht Medienberichten. 1860-Investor Hasan Ismaik kontert Aussage von Dieter Hoeneß. Der HSV erwirtschaftet ein gewaltiges Minus.

Fußball, Köln: Jörg Schmadtke, Ex-Manager des abstiegsbedrohten Bundesligisten 1. FC Köln, hat Darstellungen widersprochen, sein vorzeitiger Abschied stehe im Zusammenhang mit einer Forderung, Cheftrainer Peter Stöger abzulösen. "Ich wollte Peter Stöger nicht feuern", betonte Schmadtke im Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger", "ich habe vom ersten bis zum letzten Tag zu ihm gehalten, da ich von Peter überzeugt bin. Alles andere entspricht nicht der Wahrheit."

Über weitere Details und Hintergründe schwieg sich der einstige Bundesliga-Torhüter aus und verwies auf eine entsprechende Abmachung mit dem FC-Präsidium: "Und daran halte ich mich. Ich bin nicht mehr beim FC - das ist das Einzige, was jetzt zählt. Das ist doch auch ein Impuls." Sein ehemaliger Arbeitgeber sei indes für die Zukunft gewappnet. "Die Strukturen sind gut, der Klub ist finanziell gesund. Die sportliche Situation ist natürlich schwierig", äußerte sich Schmadtke, "es wird ein langer, nicht einfacher Weg, das weiß ich. Aber der Verein ist gut aufgestellt, und das ist ein Fakt."

Fußball, München: Investor Hasan Ismaik von 1860 München bestreitet, an einer Verpflichtung von Dieter Hoeneß als Manager gearbeitet zu haben. Der Geldgeber des Fußball-Regionalligisten widersprach am Mittwoch einer entsprechenden Behauptung von Hoeneß. Der frühere Funktionär in Stuttgart, Wolfsburg und bei Hertha hatte in der TV-Sendung "Sportbuzzer Fantalk" bei Sport1 am Vorabend gesagt, Ismaik habe "über Mittelsmänner mal versucht, sich anzunähern".

Dazu teilte Ismaik bei Facebook mit: "Ich habe mich nie mit dem Namen Dieter Hoeneß auseinandergesetzt und auch keiner anderen Person einen Auftrag gegeben, ihn für 1860 zu begeistern." In seinem ersten Eintrag in dem sozialen Netzwerk seit Anfang Juli wies der Unternehmer aus Abu Dhabi das Gerücht "entschieden zurück". Nach dem Zwangsabstieg in die vierte Liga führt Trainer Daniel Bierofka das Team ohne Sportdirektor, äußerte zuletzt aber den Wunsch nach Unterstützung durch einen Manager. "Ich hoffe, dass die Voraussetzungen geschaffen werden, damit er seine Arbeit weiterhin erfolgreich erledigen kann", sagte Ismaik und wünschte sich eine Vertragsverlängerung mit dem Coach des Regionalliga-Tabellenführers.

Fußball, England: Pep Guardiola hat eine ungewöhnliche Erklärung für die Probleme von Manchester City im Ligapokal-Achtelfinale gegen Zweitligist Wolverhampton Wanderers (4:1 i.E.) geliefert. Schuld sei der Ball gewesen, sagte der frühere Bayern-Trainer. "Das war kein vernünftiger Ball für einen vernünftigen Wettbewerb. Da geht es nur um Marketing, um Geld, das ist inakzeptabel. Er hat kein Gewicht, ist kaum zu kontrollieren, mit so einem Ball ist es unmöglich, ein Tor zu erzielen", schimpfte Guardiola. Die City-Profis hätten zuvor "ein, zwei Tage" damit trainiert. "Alle meine Spieler haben gesagt: Was ist das? Alle haben sich beschwert." Der Ball des ältesten Sportartikel-Herstellers der Welt, Mitre, kommt neben dem Ligapokal in allen englischen Profiligen mit Ausnahme der Premier League zum Einsatz. In der höchsten Spielklasse wird seit 2000 mit einem Ball von Nike gespielt.

City, in der Premier League derzeit die Nummer eins, rettete sich mit Nationalspieler Ilkay Gündogan in der Startelf gegen den Tabellenführer der Championship nur dank mehrerer Paraden von Ersatztorhüter Claudio Bravo in den Shootout. Dort hielt Bravo zwei Elfmeter der Wolves, Nationalspieler Leroy Sane und der ehemalige Wolfsburger Kevin De Bruyne verwandelten für Manchester. Nach 120 Minuten hatte es 0:0 gestanden.

Bundesliga, Hamburger SV: Fußball-Bundesligist Hamburger SV hat das Geschäftsjahr 2016/17 mit dem zweithöchsten Fehlbetrag seiner Geschichte abgeschlossen. Das Minus beträgt 13,4 Millionen Euro, teilte der HSV am Mittwoch mit. Rekordwert waren die 16,8 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2014/15. Die Umsatzerlöse werden mit 122,1 Millionen Euro angegeben (Vorjahr 123 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen beträgt laut Mitteilung 17,8 Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr 2017/18 plant die HSV Fußball AG mit Umsatzerlösen von 129,0 Millionen Euro und einem ausgeglichenen Ergebnis nach Steuern. Die Verbindlichkeiten des Vereins sind auf 105,1 Millionen Euro und damit um 30,4 Millionen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Darin enthalten ist das Darlehen von Investor Klaus-Michael Kühne in Höhe von 38 Millionen Euro für Spielertransfers. Dies muss aber nur zurückgezahlt werden, wenn sich der HSV dreimal innerhalb von sechs Jahren für das internationale Geschäft qualifiziert.

"Wir haben im Sommer 2016 einen umfangreichen Kaderumbruch mit deutlichen Investitionen betrieben, die zum einen zu höheren Abschreibungen, zum anderen zu erhöhten Personalaufwendungen führten", sagte HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein.Wegen der sportlichen Krise wurde entgegen der Planung im Winter 2016/17 erneut in den Kader investiert. Zudem kamen Abfindungszahlungen für den entlassenen Trainer Bruno Labbadia sowie Ex-Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer und dessen Stellvertreter Joachim Hilke hinzu. "Trotz der erhöhten Kaderkosten und -investitionen wurden die gesetzten Ziele nicht erreicht, so dass nachgebessert werden musste", sagte Wettstein.

Basketball, NBA: Basketball-Nationalspieler Daniel Theis hat beim 110:89-Sieg der Boston Celtics gegen die New York Knicks in der nordamerikanischen Profiliga NBA für eine persönliche Bestmarke gesorgt. Der Rookie erzielte in seinem dritten Einsatz für die Celtics elf Punkte, holte fünf Rebounds und einen Assist. Theis kam erneut von der Bank und spielte insgesamt 20 Minuten, sein bislang längster Einsatz in der NBA.

Für die Celtcs war es der zweite Sieg im vierten Spiel. Bester Werfer für Boston war Jaylen Brown mit 23 Zählern, Kyrie Irving steuerte 20 Punkte bei. In der Nacht zum Freitag gastieren die Celtics bei den Milwaukee Bucks. Paul Zipser musste hingegen mit den Chicago Bulls bereits die dritte Niederlage hinnehmen. Chicago unterlag bei den Cleveland Cavaliers 112:119 und wartet damit weiter auf den ersten Saisonsieg. Zipser sorgte in 33 Minuten für elf Punkte, sieben Rebounds und vier Assists. Bester Werfer der Partie war LeBron James, der 34 Punkte für die Cavs erzielte.

Frauenfußball, WM-Qualifikation: Die deutschen Fußball-Frauen haben mit einem Kantersieg in der WM-Qualifikation der angeschlagenen Bundestrainerin Steffi Jones ein wenig den Rücken gestärkt. Vier Tage nach dem blamablen 2:3 gegen Island gewann die DFB-Auswahl am Dienstag ihr viertes WM-Qualifikationsspiel gegen Außenseiter Färöer mit 11:0 (6:0). Jones zeigte sich zufrieden und sagte: "Wir wollten eine Reaktion zeigen. Wir wissen das Ergebnis richtig einzuschätzen." Die DFB-Elf (neun Punkte) übernahm in der Qualifikationsgruppe 5 zumindest vorübergehend wieder die Spitzenposition. Dennoch gab DFB-Präsident Reinhard Grindel Jones keine klare Rückendeckung. "Wenn wie uns nicht für die WM qualifizieren würden, wäre das ein schwerer Rückschlag", sagte er in der Halbzeitpause in der ARD. "Die Leistungen sind in der Qualifikation sind nicht besser, sondern schlechter geworden." Das Spiel gegen Färöer sei "bei allem Respekt kein Maßstab".

© SZ.de/dpa/sid/jbu/dryb

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