Einzug ins Achtelfinale:Sons Geniestreich lässt Südkorea jubeln

Lesezeit: 2 min

Einzug ins Achtelfinale: Wohin mit den Emotionen? Heung-min Son hatte maßgeblichen Anteil daran, dass Südkorea durch ein 2:1 gegen Portugal im Achtelfinale steht.

Wohin mit den Emotionen? Heung-min Son hatte maßgeblichen Anteil daran, dass Südkorea durch ein 2:1 gegen Portugal im Achtelfinale steht.

(Foto: Matthew Childs/Reuters)

Ein dramatischer Treffer gegen Portugal in der Nachspielzeit bringt Südkorea den Einzug ins Achtelfinale - und der WM in Katar die nächste Überraschung. Im Fokus, mal wieder: Topspieler Heung-min Son.

Von Felix Haselsteiner

Und dann: Ein Steckpass ins Glück. 91 Minuten hatte Südkoreas Mannschaft damit zugebracht, gegen favorisierte Portugiesen eine Balance aus Offensive und Defensive zu finden, um sich nicht zu sehr rauslocken zu lassen. Beim Stand von 1:1 nach Treffern von Ricardo Horta (5. Minute) und Young-Gwon Kim (27.) fehlte zwar nur ein Tor zum Weiterkommen. Aber ein Gegentor reichte gleichzeitig aus, um jegliche Achtelfinalträume zu zerstören. Dementsprechend geordnet verteidigten die Südkoreaner eine portugiesische Ecke zu Beginn der Nachspielzeit.

Der Ball wurde aus dem Strafraum geklärt, gelangte zu Heung-min Son. Sons Geschichte mit der Heimat ist längst beachtlich, er ist als Premier-League-Spieler der größte Sportler der Nation, hat höchste Auszeichnungen erhalten und wurde nach dem Sieg bei den Asienspielen 2018 gar vom streng verpflichtenden zweijährigen Wehrdienst befreit. Was auch nicht schadete: sein Tor beim Sieg gegen Deutschland bei der WM im selben Jahr.

Einzug ins Achtelfinale: Keine massenhafte Schwalben-Aktion - sondern Südkoreas Spieler, die den Einzug ins Achtelfinale der WM bejubeln.

Keine massenhafte Schwalben-Aktion - sondern Südkoreas Spieler, die den Einzug ins Achtelfinale der WM bejubeln.

(Foto: Kirill Kudrayavtsev/AFP)

Nun spurtete Son übers Feld, acht Portugiesen waren um ihn herum, aber das ist eben eine seiner Kompetenzen: Einer allein kann nicht alle ausdribbeln, Son aber hat oft genug bewiesen, dass er es kann (2020 erhielt er den Puskás-Award für ein ähnliches Tor). Vor dem Strafraum verlangsamte er seine Schritte, die Portugiesen stürzten sich gleich zu mehreren auf ihn, nun wäre wirklich kein Individualist der Welt mehr durchgekommen - weshalb Son einen überraschenden Steckpass spielte auf Hee-Chan Hwang, der um wenige Zentimeter nicht im Abseits stand. Einen trockenen, harten Abschluss ins lange Eck später hallte der Jubel durch das Education City Stadium: Das Tor brachte Südkorea mit 2:1 in Führung, die restlichen Minuten der Nachspielzeit überstanden die Asiaten auch irgendwie. Dann mussten sie warten.

Während Cristiano Ronaldo und die Portugiesen längst in die Kabine entschwunden waren, harrten die Südkoreaner im Mittelkreis aus, den Blick auf einen Bildschirm gerichtet. Sie hatten ihren Anteil zu einer weiteren Überraschung dieser WM beigetragen. Und dann fiel auch Uruguay, im Parallelspiel gegen Ghana trotz eines Sieges. Ihnen fehlte der eine Treffer, den Südkorea gerade noch erzielt hatte. Die Traube im Mittelkreis löste sich in Jubel auf. Am Montag geht es im Achtelfinale weiter, vermutlich gegen Brasilien.

Zur SZ-Startseite

Fußball-WM
:Erst die Tragödie, jetzt die Farce

Nach einem wilden 2:0 von Uruguay gegen Ghana stehen alle Seiten als Verlierer da: Die Teams, die beide das WM-Achtelfinale verpassen - und Schiedsrichter Siebert, der den Zorn der Südamerikaner auf sich zieht.

Lesen Sie mehr zum Thema