bedeckt München 21°

Fußball - Hamburg:Vieles neu beim HSV: Zweitligist startet mit Trainer Thioune

2. Bundesliga
Die Mannschaft des Fußball-Zweitligisten Hamburger SV steht während des Trainings auf dem Platz. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa (Foto: dpa)

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Hamburg (dpa/lno) - Neue Saison, neuer Trainer, neuer Weg: Der Hamburger SV ist mit Chefcoach Daniel Thioune in die Vorbereitung auf die dritte Saison der Hanseaten in die 2. Fußball-Bundesliga gestartet. "Die Vorfreude auf die Saison ist groß", sagte Sportvorstand Jonas Boldt am Mittwoch. "Im Vordergrund steht die Entwicklung der Spieler. Wir haben aber ambitionierte Ziele", betonte er weiter. Das Wort Aufstieg vermied er. "Wir sind ein sehr guter Zweitligist, der aus den Fehlern lernen wird", sagte Boldt lediglich.

Als Korrektor wurde der 46-jährige Thioune vom Ligarivalen VfL Osnabrück geholt. Bei sommerlichen Temperaturen, Sonnenschein und leichtem Wind begrüßte der Nachfolger von Dieter Hecking mit seinen Assistenten Hannes Drews und Merlin Polzin die Spieler mit einer kurzen Ansprache auf dem Platz.

"Eigentlich sollte es ein lockerer Aufgalopp werden", sagte Thioune nach dem Training auf einem Platz neben dem Volksparkstadion. "Wir wollten in einem gewissen Zeitfenster bleiben. Aber ich habe gesehen, die Jungs haben wieder Bock, auf dem Grün zu stehen." Auch er selbst war froh, nach der Arbeit im Büro endlich wieder draußen zu sein.

In den beiden Tagen zuvor hatte jeder Spieler Gesundheits- und Fitness-Checks absolviert und jeweils zwei Corona-Tests gemacht. Am Mittwoch durften sie etwas mehr als fünf Wochen nach dem 1:5 gegen den SV Sandhausen im letzten Saisonspiel und der verpassten Aufstiegs-Relegation wieder auf dem Spielfeld stehen. "Ich schaue nicht nach hinten", sagte Thioune. "Wir müssen hart arbeiten, um Wünsche zu erfüllen."

Beim Auftakt dabei waren auch die bislang einzigen Neuzugänge Klaus Gjasula (30) vom Erstliga-Absteiger SC Paderborn und der 18-jährige Belgier Amadou Onana aus der U19 der TSG 1899 Hoffenheim. Boldt sieht in den Verpflichtungen auch eine Lehre der vergangenen Saison. "Da fehlte uns defensive Robustheit und Lufthoheit", meinte er über Mittelfeld-Mann Gjasula. Gleiches gilt für den 1,95 Meter langen Onana, den er als "echten Coup" bezeichnet.

Nach Leihen sind zudem Aaron Opoku (Hansa Rostock), Manuel Wintzheimer (VfL Bochum) und Jonas David (Würzburger Kickers) nach Hamburg zurückgekehrt. Weitere Zugänge sollen folgen. Konkrete Angaben machte Boldt aber nicht. "Wir haben vieles im Blick und machen viele Hausaufgaben im Hintergrund."

Der Schotte David Bates, der in der vergangenen Saison an den englischen Zweitligisten Sheffield Wednesday ausgeliehen war, fehlte am Mittwoch. Der 23 Jahre alte Innenverteidiger darf sich nach Angaben von HSV-Sportvorstand Jonas Boldt kurzfristig um einen neuen Verein bemühen. "Wir sind in Gesprächen", meinte Boldt. Um welchen Club es sich handelt, sagte er nicht. Bates hat noch einen bis zum 30. Juni 2022 gültigen Vertrag mit den Hamburgern, spielt in den Planungen des HSV aber keine Rolle mehr.

Nicht mit beim Training dabei war auch Vize-Kapitän Rick van Drongelen nach seinem Kreuzbandriss im letzten Saisonspiel gegen den Sandhausen am 28. Juni. Der Niederländer hatte seine Reha unterbrochen, um beim Aufgalopp zumindest als Zuschauern dabei zu sein. Auch Talent Anssi Suhonen (19) wird wegen der gleichen Verletzung lange fehlen. Der Brasilianer Ewerton pausierte nach seiner Operation wegen eines gutartigen Tumors im Oberschenkel. Jan Gyamerah und Gideon Jung arbeiteten wegen Muskelverletzungen noch individuell, kehren aber in Kürze ins Mannschafts-Training zurück.

Vom 24. bis 30. August geht es für die Hamburger ins Trainingslager nach Bad Häring in Österreich. Zuvor stehen am Sonntag gegen den Drittligisten Hansa Rostock und am 14. August gegen den Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck zwei Testspiele an.

Alle Partien und Trainingseinheiten finden wegen der Corona-Pandemie unter Ausschluss der Fans statt. "Ich bedauere das sehr, dass keine Zuschauer da sind, habe aber auch Verständnis", sagte Boldt. "Wir müssen als Vorbilder vorweggehen."

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite