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Fußball:Naki soll seine Füße still halten

Deniz Naki ist einer der seltenen Fußballer, die stets sagen, was sie denken. Das war zu seiner aktiven Zeit als Profi in der zweiten Bundesliga beim SC Paderborn oder in St. Pauli der Grund, warum er immer mal wieder aneckte. Nun ist es der Grund, warum rund zwölf Millionen türkische Kurden in ihm einen Helden sehen. Er werde weiterhin nicht schweigen, wenn er Menschen leiden sehe, sagte er den Journalisten in Diyarbakır, und er werde weiterhin Frieden fordern. Sein Anwalt will gegen das Urteil vorgehen.

Vom türkischen Fußballverband (TFF) wird ihn niemand unterstützen. Während mündige Fußballer in anderen Ländern immerhin toleriert werden, sind sie in der Türkei geächtet, sobald sie der Regierungsmeinung widersprechen.

Neulich sagte der TFF-Präsident Yıldırım Demirören, er hoffe auf die Mehrheit für ein "Ja" im Referendum über eine Verfassungsänderung, die Erdoğans Machtbefugnisse erweitern soll. Der Fußballverband hat Naki bis Saisonende gesperrt, er soll das Publikum beleidigt haben. Doch vielmehr scheint auch diese Strafe politisch motiviert zu sein, und ein Versuch, dem Klub den möglichen Aufstieg in die zweite Liga zu erschweren.

Deniz Naki, so will es die türkische Justiz, soll seine Füße stillhalten, und nichts mehr sagen. Deniz Naki hat am Donnerstag gesagt, er gehe davon aus, bald im Gefängnis zu sitzen.

Fußball "Mir geht es darum, dass der Krieg aufhört"

Deniz Naki

"Mir geht es darum, dass der Krieg aufhört"

Deniz Naki ist früherer Bundesliga-Profi und kompromissloser Kritiker der türkischen Regierung. Dafür ist er gerade knapp einer Gefängnisstrafe entkommen - zu seinem Wort stehen will er weiterhin.   Von Sebastian Fischer