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Fußball-Bundesliga:Ingolstadt auf Platz fünf

FC Ingolstadt 04 - Eintracht Frankfurt

Erster Heimtreffer in der Bundesliga für den FC Ingolstadt: Torschütze Pascal Groß.

(Foto: Armin Weigel/dpa)
  • Mit dem ersten Bundesliga-Heimsieg der Vereinsgeschichte schiebt sich der FC Ingolstadt weit nach vorne. Gegen Frankfurt gab es ein 2:0
  • Timo Werner rettet den wie immer turbulenten VfB Stuttgart beim 2:2 in Hoffenheim.
  • Hannover 96 gelingt gegen Bremen der erste Saisonsieg und Hertha BSC steht nach dem Sieg gegen den HSV auf Platz vier.
  • Hier finden sie alle Ergebnisse und die Tabelle der Bundesliga.

Ingolstadt - Frankfurt

Kunstschütze Pascal Groß und Joker Stefan Lex haben dem furiosen Neuling FC Ingolstadt den umjubelten ersten Heimsieg in der Fußball-Bundesliga beschert. Die Oberbayern besiegten am Samstag nach einem langen Anlauf enttäuschende Frankfurter verdient mit 2:0 (0:0). Mittelfeldspieler Groß erzielte in der 78. Minute den Premieren-Treffer für den FCI im eigenen Stadion. Lex erhöhte vor 15 000 Zuschauern in der 84. Minute auf 2:0. Mit 14 Punkten aus acht Spielen schoben sich die erstaunlich starken Oberbayern in der Tabellen vorerst auf Rang fünf. Frankfurt dagegen versinkt nach der dritten Saisonniederlage im Mittelmaß.

Nach 270 torlosen Heimminuten ging Ingolstadts Trainer Ralph Hasenhüttl mit der Sehnsucht ins vierte Spiel im Sportpark, dass endlich mal ein Ball "reinflutscht". Doch auch gegen Frankfurt verpufften die Offensivbemühungen lange - bis Groß den Bann brach: Aus über 20 Metern zog er mit links ab, vom Innenpfosten prallte der Ball ins Tor. Nach 348 Heimminuten konnten die FCI-Fans endlich jubeln. Lex legte nur wenig später nach, als Eintracht-Torhüter Lukas Hradacky außerhalb des Strafraums den Ball verfehlte und der FC-Angreifer den Ball ins leere Tor schießen konnte.

Die Oberbayern agierten insgesamt engagierter. Die einzige zwingende Möglichkeit der ersten Hälfte verstolperte Moritz Hartmann nach feinem Zuspiel von Lukas Hinterseer überhastet im Strafraum (45.+1).

Die Eintracht wirkte zwar reifer in der Spielanlage, aber behäbig. Die Zielstrebigkeit ging den Hessen völlig ab. Nur einmal wurde es im Ansatz gefährlich, als Alex Meier in den Strafraum eindrang, aber der aufmerksame Ingolstädter Schlussmann Ramazan Özcan die Situation klären konnte (28.). Viel Kampf, viel Krampf - mehr gab's nicht.

Ingolstadt kehrte nach der Pause mit Romain Brègerie für den offenbar angeschlagenen Roger im Mittelfeld zurück auf den Platz. Und der Aufsteiger entfachte plötzlich Druck. Nach einem Freistoß von Groß köpfte Benjamin Hübner vorbei (50.). Debütant Max Christiansen prüfte Eintracht-Torwart Hradecky mit einem allerdings zu zentral angesetzten Schuss (52.). Auf der Gegenseite war Stefan Aigner der einzige Unruheherd. FCI-Kapitän Marvin Matip blockte einen Schuss des Eintracht-Angreifers erfolgreich ab (63.).

Die Präzision im Kombinationsspiel fehlte beiden Mannschaften weiterhin, weshalb die Abwehrreihen das Geschehen kontrollieren konnten. Die glasklare Chance gab es auf Eintracht-Seite nicht: Meier zielte mit einem Volleyschuss etwas zu hoch (72.), Aigner köpfte ebenfalls drüber (73.). Danach schlugen dann Groß und Lex zu.

Hertha - HSV

Dank den Angreifern Salomon Kalou und Vedad Ibisevic geht der Höhenflug von Hertha BSC weiter. Die Mannschaft von Trainer Pal Dardai besiegte den Hamburger SV mit 3:0 (1:0) und stürmte in der Tabelle mit 14 Punkten auf Rang vier. Ein besserer Saisonstart glückte den Berlinern seit dem Aufstieg 1997 nur ein einziges Mal. In der Spielzeit 2000/01 hatte Hertha nach acht Runde 15 Punkte auf dem Konto.

Kalou mit seinem dritten Saisontor (17. Minute) und Zugang Ibisevic mit seinem zweiten Doppelpack (76., 78.) sorgten vor 65 427 Zuschauern im Olympiastadion für eine Berliner Freudenfest. Der HSV rutschte mit weiter zehn Punkten auf Rang elf.

Der ehemalige Münchner Mitchell Weiser, der trotz eines Zehenbruchs wieder auflief und zu den besten Akteuren gehörte, bereitete das 1:0 stark vor. Kalou vernaschte an der 16-Meterraum-Linie HSV-Kapitän Johann Djourou und schoss die Kugel ins linke untere Toreck.

Weiser machte über die rechte Seite Druck. Vladimir Darida, ein weiterer der vier Berliner Sommer-Zugänge, verteilte die Bälle. Ibisevic und Kalou boten sich immer wieder an, waren aber auch schon die ersten Balleroberer.

Der HSV, der zuletzt zu Hause 0:1 gegen Schalke verloren hatte, fand nur schwer in die Partie. Die beste Gäste-Chance der ersten Hälfte hatte Pierre-Michel Lasogga, doch ein Berliner Bein blockte in letzter Sekunde den Schuss (41.). Später scheiterte Lewis Holtby aus spitzem Winkel an Kraft-Ersatz Rune Jarstein (56.).

Hoffenheim - Stuttgart

Joker Jan Kliment und Timo Werner haben dem VfB Stuttgart im baden-württembergischen Derby bei 1899 Hoffenheim einen glücklichen Punkt beschert. Der Tscheche traf beim 2:2 (0:1) der Schwaben mit einem Kopfballtor nur eine Minute nach seiner Einwechslung (64.). Werner glich in der Schlussminute erneut aus. Vor 30 150 Zuschauern in der ausverkauften Sinsheimer Arena hatte Nationalspieler Kevin Volland die Gastgeber mit einem verwandelten Foulelfmeter (33.) und einem Tor in der 77. Minute zweimal in Führung gebracht. Beide Teams verpassten dadurch den erhofften zweiten Saisonsieg.

VfB-Trainer Alexander Zorniger kann nach diesem Teilerfolg und trotz des Abrutschens auf den letzten Tabellenplatz dennoch erstmal etwas durchatmen. In dem verletzten Kapitän Christian Gentner, Filip Kostic und kurzfristig auch Daniel Ginzcek hatte der VfB gleich drei hochkarätige Ausfälle zu verkraften. Torjäger Ginzcek erwischte es gar mit einem Bandscheibenvorfall. "Er hat eine Verletzung im Halswirbelbereich. Das bedeutet wahrscheinlich, dass er bis zum Ende der Hinrunde ausfallen wird. Das war gestern Abend schon ein Schock für uns", klagte Zorniger.

Hoffenheims Ermin Bicakcic schoss gleich nach vier Minuten den Ball an den Außenpfosten. Mit einem Elfmeter gingen dann die überlegenen Gastgeber in Führung: Toni Sunjic brachte Schwegler im Strafraum zu Fall - Volland verwandelte zum 1:0. Eduardo Vargas hätte in der 38. Minute beinahe auf 2:0 erhöht: Einen feinen Heber des Angreifers erwischte VfB-Keeper Przemyslaw Tyton gerade noch mit den Fingerspitzen und lenkte ihn ans Aluminium. Didavis Kopfball kurz darauf war eine der ganz wenigen Chancen der Stuttgarter im ersten Durchgang.

Auch nach der Pause waren die Gäste zunächst in der Rückwärtsbewegung - und hatten Glück: Volland, Jonathan Schmid und Vargas ballerten direkt hintereinander aufs VfB-Tor, jedes Mal war ein Bein der Stuttgarter im Weg (50.). Auf der Gegenseite scheiterte gleich darauf Werner aus kurzer Entfernung an Baumann.

Dann bäumte sich der VfB auf. Mit gleich drei Neuen - Daniel Schwaab, Arianit Ferati und Jan Kliment - versuchte Zorniger noch die Wende. Kliment köpfte nur eine Minute nach seiner Einwechselung zum Ausgleich. Doch nach einem weiten Abwurf von Baumann und einem Pass von Vargas düpierte Volland im zweiten Anlauf Tyton und drehte nach seinem fünften Saisontreffer jubelnd ab. Werner schockte dann die Hoffenheimer noch einmal in der 90. Minute.

Hannover - Bremen

Trainer Michael Frontzeck kann nach dem glücklichen 1:0 (0:0)-Sieg von Hannover 96 im schwachen Nordderby gegen Werder Bremen vorerst aufatmen. Durch einen Kopfballtreffer von Salif Sané (55. Minute) gelang dem bisherigen Tabellenletzten endlich der erste Saisonsieg.

Bei Werder wird die Lage nach der vierten Niederlage in Serie prekär. Mit sieben Punkten rangiert das Team von Trainer Viktor Skripnik als 14. nur noch zwei Zähler vor Hannover auf dem Relegationsrang 16. Überzeugend war Hannovers Sieg allerdings kaum. Beiden Teams war die Verunsicherung deutlich anzumerken, das Niveau des Spiels war schlecht.