1000. Rennen der Formel 1 999 Mal ist viel passiert

Einmal rum um den Heuballen: Giuseppe Farina tritt 1950 in einem Alfa Romeo beim ersten Formel-1-Rennen in Silverstone an. Der Fahrer ist 44, sein Auto 13 Jahre alt. Gemeinsam werden sie Weltmeister.

(Foto: imago/LAT Photographic)

69 Jahre nach dem ersten Grand-Prix der Geschichte feiert die F1 ihr Jubiläumsrennen in China. Rückblick auf Skandale, Unfälle, Rivalitäten - und groteske Momente.

Von Anna Dreher und Philipp Schneider

Anfänge

In dem Jahr, als die erste Volkszählung der Bundesrepublik durchgeführt, die ARD gegründet und der Annapurna als erster Achttausender bestiegen wurde, hatte auch die Formel 1 ihre Premiere. 1950 folgte die Rennserie dem Beispiel der Motorräder, Rennläufe in einer Weltmeisterschaft zusammenzufassen. So etwas sollte es für die Formel 1 auch geben, mit acht, sechs, vier, drei und zwei Punkten für die fünf Bestplatzierten in den damals nur sieben Rennen und einem Extra-Punkt für die schnellste Runde.

Acht Teams mit über die Saison hinweg insgesamt 49 Fahrern nahmen daran teil. Viele von ihnen mieteten sich Rennautos oder kauften sie. Von der heute so ausgeprägten Sportlichkeit und dem jungen Einstiegsalter waren die Piloten weit entfernt. Der Altersschnitt lag bei über 36 Jahren. Alfa Romeo, Ferrari und Maserati aus Italien, Talbot-Lago und Simca-Gordini aus Frankreich sowie ERA, Alta und Cooper aus Großbritannien waren die ersten Automarken der Formel 1. Der für Maserati startende Freiburger Paul Pietsch war der einzige Deutsche - mit einer nach drei Rennen bereits früh beendeten Karriere in der Formel 1.

Michael Schumacher bei seinem ersten Titelgewinn 1994.

(Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images)

Der erste Grand Prix fand am 13. Mai 1950 in Silverstone statt, an einem Samstag, mit 21 Fahrern, von denen es zwölf über die Ziellinie schafften. Der Mann, der an diesem Tag vor den Augen von König George VI. und der späteren Königin Elizabeth am schnellsten war, sicherte sich mit 44 in einem 13 Jahre alten Alfa Romeo später auch den ersten Weltmeistertitel: Guiseppe Farina, ein promovierter Wirtschaftswissenschaftler aus Italien. Auf Großbritannien folgten Rennen in Monaco, den USA, der Schweiz, Belgien, Frankreich und Italien. Deutschland wurde mit dem Nürburgring erst 1951 in den Kalender aufgenommen.

Der erste deutsche Sieger war am 22. Mai 1961 im niederländischen Zandvoort Wolfgang Graf Berghe von Trips. In jenem Jahr war der Ferrari-Pilot auf dem Weg zum Weltmeistertitel, beim vorletzten Rennen in Monza verunglückte er jedoch tödlich; er wurde posthum zum Saison-Zweiten erklärt. Der überragende Fahrer war der Argentinier Juan Manuel Fangio. Er gewann bei 51 Starts 24 Rennen und fünf Titel - eine Bestmarke, die nur von Michael Schumacher (sieben) übertroffen und von Lewis Hamilton 2018 egalisiert werden konnte.