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Bayern-Trainer Flick:Während Flick seine letzten Aufrechten durchzählt, hat sich der BVB Haalands Dienste gesichert

Was Flick aber halt auch noch sieht aus Doha: Was die anderen so machen. Die mangelnde Tiefe im eigenen Kader fällt im Gegenschnitt erst recht auf, "gerade wenn man sieht, wie sich die Konkurrenz verstärkt hat", sagt er und kommt zu dem trockenen Schluss: "Mit dem aktuellen Kader sind wir bei dieser Verletzungssituation nicht optimal für die Rückrunde aufgestellt." Während Flick seine letzten Aufrechten durchzählt, haben sich die Dortmunder den europa-, welt-, vielleicht sogar universumweit begehrten Stürmer Erling Haaland gesichert, und der Tabellenführer Leipzig ist sowieso bekannt für seinen ausgewogenen Kader, in dem demnächst auch der verletzte Kevin Kampl zurückerwartet wird. Außerdem ist in Leipzig weiterhin der Außenverteidiger Benjamin Henrichs (AS Monaco) im Gespräch, den hätte Flick sich auch gut auf dem Münchner Trainingsplatz vorstellen können, aber von den zuständigen Stellen im Verein soll er angeblich nur erfahren haben, dass Henrichs nicht kommen werde.

"Wir brauchen auf jeden Fall noch Verstärkung", sagt Flick, "ich denke da an mindestens zwei Spieler - auf jeden Fall einen für die Defensive und vielleicht auch für die offensive Außenbahn. Durch die Sperre von Joshua Kimmich haben wir im Moment nur zehn etablierte Feldspieler für den Auftakt in Berlin zur Verfügung." Der portugiesische Außenverteidiger João Cancelo (Manchester City) wird weiter als Leih-Kandidat gehandelt, eine Winterverpflichtung von Leroy Sané gilt hingegen als unwahrscheinlich bis ausgeschlossen.

Wobei Sané, so gesehen, wunderbar passen würde: Er ist ja ebenfalls verletzt.

Flicks SOS aus Doha wird in Doha auch den Sportdirektor Hasan Salihamidzic erreichen, der die Bedenken seines Trainers aber ohnehin kennt. Flick muss aufholen, vier Punkte Abstand auf Leipzig sind es schon, ein nicht optimaler Start könnte den Rückstand sofort vergrößern. Flicks Rückrunden-Elf muss sofort funktionieren, im Moment hat der Trainer aber das Gefühl, dass die Decke in jedem Fall zu kurz ist, egal an welchem Ende er zieht.

"Und bei Lucas Hernández kann ich momentan noch nicht einschätzen, wann er dauerhaft einzuplanen ist", sagt Flick, "man muss auch berücksichtigen, dass er ein Jahr lang fast durchgehend verletzt war. Er wird seine Position noch finden müssen." Links hinten, wo der 80 Millionen teure Neue spielen könnte, hat Flick sich unverrückbar auf den jungen Davies festgelegt; links innen, wo Hernández vom Klub als fixe Größe eingeplant war, sieht Flick "im Moment ganz klar David Alaba als meinen Abwehrchef". Im Übrigen geht Flick auch davon aus, dass der Dauerwechselkandidat Boateng bleiben wird, Flick will ja mehr Spieler, nicht weniger.

Der leise Flick hat nicht gedacht, dass er mal Bayern-Trainer werden könnte. Jetzt, da er es geworden ist, will er seine Karrierechance nutzen, und wenn er dafür etwas laut sagen muss, dann macht er das auch.

© SZ vom 09.01.2020/chge
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