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Bayern-Trainer Flick:"Wir brauchen auf jeden Fall noch Verstärkung"

Trainingslager FC Bayern München in Doha

Bayern-Trainer Hansi Flick.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)
  • Bayern-Trainer Hansi Flick treibt eine Sorge um: Ihm fehlt es angesichts vieler verletzter Spieler an Tiefe im Kader.
  • Der SZ sagt er, er denke "an mindestens zwei Spieler - auf jeden Fall einen für die Defensive und vielleicht auch für die offensive Außenbahn".
  • Flicks Hilferuf aus Doha wird gewiss auch den Sportdirektor Hasan Salihamidzic erreichen, der die Bedenken seines Trainers aber ohnehin kennt.

Im Moment könnte Hansi Flick eine Elf auf den Platz bringen, für die sich der FC Bayern in Meisterschaft und Champions League nicht genieren müsste. Im Tor stünde dieser Manuel Neuer, den sein neuer Vorgesetzter Oliver Kahn gerade so vehement gelobt hat, wie er früher Leute durchgeschüttelt hat. Vor Neuer könnten Pavard, Boateng, Alaba und Davies eine tadellose Abwehrkette bilden, im Mittelfeld könnten sich Kimmich, Thiago und Goretzka zu einem schönen Dreieck formieren, und die Offensivreihe davor wäre zwar etwas gewöhnungsbedürftig angeordnet, aber mei: Müller rechts vorne, Perisic im Zentrum und Coutinho links? Das kann man schon machen.

Selbstverständlich könnte man Müller auch durchs Zentrum stürmen lassen, und man hätte übrigens auch noch Tolisso, der ebenfalls fürs Mittelfeld tauglich wäre. Kimmich müsste dann nach rechts hinten weichen, Pavard nach innen und Boateng vielleicht auf die Bank, wo er dann neben ... ja, neben wem eigentlich sitzen würde?

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Joshua Zirkzee würde er da treffen, dazu Mickaël Cuisance, Lukas Mai und noch so ein paar Junge, einer heißt Bright Akwo Arrey-Mbi, der ist immerhin fast 17. Den findet Flick übrigens besonders vielversprechend, der werde wohl mal ein sehr Guter, sagt er. Überhaupt sei er "mit den jungen Spielern hier sehr zufrieden", sagt er.

Zum Rückrunden-Start drohen viele Ausfälle

Hansi Flick geht in Doha ans Telefon, am Nachmittag ist Training, und einer wie Flick freut sich ja immer aufs Training. Er hat sich im Laufe seiner Karriere auch mal in Funktionärsbüros verlaufen, umso mehr genießt er jetzt wieder den Reiz des Rasens, erst recht bei einem Verein wie dem FC Bayern, der auf diesem Rasen immer gewinnen will. Aber in die Freude, Cheftrainer beim sogenannten Rekordmeister zu sein, mischt sich bei Flick im Moment tiefere Sorge.

"Ich finde es gut, wenn sich Bayern München die höchsten Ziele steckt", sagt Flick am Telefon, "aber wenn man von ,pack mas' und ,voll angreifen' und allen möglichen Titeln spricht, braucht man auch einen Kader, der in der Tiefe genügend Substanz und Qualität besitzt."

Wenn Flick gerade aus Doha auf die Bundesliga schaut, sieht er Dinge, die ihm nicht so sehr gefallen. Er sieht seinen FC Bayern, auf dessen Verletztenliste ohnehin schon prominente Namen wie Niklas Süle (Reha nach Kreuzbandriss), Javi Martínez (Muskelbündelriss), Lucas Hernández (Aufbautraining nach Sprunggelenks-OP) und Kingsley Coman (Kapseleinriss im Knie) stehen, und er sieht, dass sich in Doha jetzt auch noch Serge Gnabry an der Achillessehne verwundet hat. "Sehr ernst nehmen" müsse man das, hat Flick schon gesagt, obwohl offenbar kein struktureller Schaden vorliegt. Womöglich werden die Bayern ihren Nationalspieler vorzeitig nach Hause schicken, fürs Rückrunden-Auftaktspiel bei Hertha BSC (19.1.) rechnet Flick nicht mit Gnabry. Wenn Flick im Geiste schon mal die mögliche Aufstellung für dieses Spiel durchgeht, dann sieht er auch, dass ihm in Berlin der gesperrte Joshua Kimmich (fünfte gelbe Karte) fehlen wird, immerhin könnte Robert Lewandowski nach seiner Leisten-OP zurückkehren.