Fifa-Korruptionsskandal Putin findet WM-Vergabe an Russland rechtmäßig

"Wir haben aufrichtig gekämpft und wir haben gewonnen": Wladimir Putin spricht in St. Petersburg über die WM-Vergabe an Russland.

(Foto: AP)

"Wir haben ehrlich gekämpft und gewonnen": Russlands Präsident verteidigt sein Land als WM-Ausrichter. Turner Fabian Hambüchen holt bei den Europaspielen eine Medaille. Mario Basler könnte Trainer in Bulgarien werden.

Fußball-WM in Russland: Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 nach Russland als rechtmäßig bezeichnet. "Wir haben aufrichtig gekämpft und wir haben gewonnen. Wir denken nicht, dass die Entscheidung in Frage gestellt werden sollte", sagte Putin am Freitag am Rande eines Wirtschaftsforums in St. Petersburg. Den Weltfußball-Verband Fifa habe es überzeugt, dass Russland bereit sei. Der Bau der Stadien habe bereits begonnen, sagte Putin.

Der ranghohe Fifa-Funktionär Domenico Scala hatte Russland und Katar gewarnt, dass beide Länder ihren Status als Gastgeberländer für die Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 verlieren könnten, sollte Beweise für Korruption bei den Vergabeverfahren gefunden werden. Scala ist Vorsitzender des Fifa-Prüfungsausschusses, der das Geschäftsgebaren des Verbandes überwachen soll. Putin sagte dazu, sein Land unterstütze die laufenden Korruptionsermittlungen bei der Fifa. Es sei jedoch Sache der Gerichte zu entscheiden, "ob jemand schuldig ist". Gegen Russland lägen bislang keine Beweise vor.

Tennis, Halle: Roger Federer greift beim Rasenturnier im ostwestfälischen Halle nach seinem achten Titel. Der Weltranglistenzweite aus der Schweiz setzte sich im Halbfinale gegen den kroatischen Aufschlagriesen Ivo Karlovic 7:6 (7:3), 7:6 (7:4) durch. Im Endspiel am Sonntag (13.00 Uhr/ZDF) spielt Federer gegen Kei Nishikori (Japan/Nr. 2) oder Andreas Seppi (Italien). "Es ist immer sehr kompliziert gegen Ivo zu spielen, aber ich bin ruhig geblieben, wenn es wichtig war", sagte Federer, der keinen einzigen Breakball bekam, allerdings in den Tiebreaks nahezu perfekt agierte: "In der ersten Runde hatte ich extrem viel Glück, daher bin ich total happy, hier wieder im Finale stehen zu können."

Turnen, Europaspiele: Fabian Hambüchen hat seine erste Medaille bei den Europaspielen in Baku gewonnen. Der 27 Jahre alte frühere Reck-Weltmeister sicherte sich beim Einzel-Finale am Boden Silber mit 15,100 Punkten. Dank seiner besten Boden-Leistung bei den Kontinentalspielen musste er sich nur Rayderley Miguel Zapata Santana aus Spanien (15,333) geschlagen geben. Hambüchen war lediglich mit der sechstbesten Vorkampfwertung in das Finale der besten Sechs gegangen. Am Nachmittag (16.25 Uhr MESZ) hatte er noch die Chance auf eine weitere Medaille an seinem Paradegerät Reck. Zudem stand Sophie Scheder in den Einzelfinals am Schwebebalken und Stufenbarren.

Serbiens U20-Fußballer gewinnen WM: Die Fußball-Junioren von Serbien haben sich in Neuseeland erstmals den Titel des U20-Weltmeisters gesichert. Die Mannschaft von Trainer Veljko Paunovic gewann am Samstag das WM-Finale in Auckland gegen Brasilien mit 2:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung. In der 118. Minute schloss Nemanja Maksimovic den entscheidenden Treffer zum historischen Erfolg der Osteuropäer.

Frisuren bei der Frauen-WM

Kakadu lässt grüßen

Serbien musste in allen vier K.o.-Spielen der Titelkämpfe mindestens in die Verlängerung und überzeugte am Ende durch eine nahezu perfekte körperliche Verfassung. Die Brasilianer waren im Finale die spielfreudigere Mannschaft, konnten sich gegen die stabile Defensive der Serben aber nur wenige Chancen erarbeiten. Zuvor war Mali im Spiel um den dritten Platz in Auckland ein 3:1 (0:0)-Erfolg gegen die Auswahl des Senegal gelungen.

Serbien hatte als unabhängiges Land erstmals an der U20-WM teilgenommen. Das frühere Jugoslawien konnte sich allerdings 1987 den Titel sichern. Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes war im Viertelfinale mit 3:4 im Elfmeterschießen gegen Mali gescheitert. Der bisher einzige Titelgewinn eines DFB-Teams in dieser Altersklasse datiert von 1981.

Golf, Tour: Der amerikanische Golfstar Tiger Woods ist nach der Halbzeit der US Open ausgeschieden. Der dreifache Sieger brauchte insgesamt 156 (80+76) Schläge auf dem Kurs in Chambers Bay bei Seattle und verpasste deutlich die Teilnahme am Wochenende. In der ersten Runde hatte er sein schlechtestes Ergebnis bei einer US Open erspielt und war Drittletzter der 156 Spieler. Am Freitag verschlechterte sich der 39-Jährige auf den zwischenzeitlichen Rang 154 und verpasste erstmals seit neun Jahren den Cut. 2014 war Woods wegen Rückenbeschwerden nicht angetreten.

Olympia, Bewerbung: Frankreichs Sportler geben am Dienstag den Startschuss für die Pariser Bewerbung um die Olympischen Spiele 2024. Mit der Veranstaltung des Bewerbungskomitees und einer weiteren Aktion am Nationalfeiertag am 14. Juli soll die Kandidatur offiziell bekannt gegeben werden. Bewerbungskomitee-Chef Bernard Lapasset will dabei auch für die Unterstützung der Bevölkerung werben. Nationales Olympisches Komitee und die Stadt müssen die Kandidatur gemeinsam einreichen, die Bewerbungsfrist ist Mitte September. Im Sommer 2017 wird sich dann zeigen, ob sich Paris unter anderem gegen Hamburg durchsetzen kann.

Fußball, Trainerjob: Mario Basler prüft einen Wechsel als Trainer zu einem bulgarischen Erstligisten. Er habe ein "hochinteressantes Angebot", sagte der derzeitige Sportdirektor des Fünftligisten Lok Leipzig der Bild-Zeitung. Der 46-Jährige hatte das Amt bei den Sachsen erst vor fünf Monaten übernommen. Nach den jüngsten Ausschreitungen von Lok-Anhängern, die zu einem Spielabbruch in Erfurt führten, hatte Basler einen Abschied nicht ausgeschlossen. Nun sagte er aber: "Wenn ich mich dafür entscheide, hat das nichts mit den Vorfällen zuletzt in Erfurt zu tun." Details zu seinem möglichen neuen Arbeitgeber nannte er nicht.

Tischtennis, Europaspiele: Dimitrij Ovtcharov hat die Goldmedaille bei den Europaspielen gewonnen und sich damit auch das direkte Ticket für Olympia 2016 in Rio de Janeiro gesichert. Der topgesetzte Weltranglisten-Sechste bezwang im Finale am Freitag in Baku nach hartem Kampf seinen Clubkollegen Wladimir Samsonow aus Weißrussland mit 4:3-Sätzen. In Abwesenheit des erkrankten Timo Boll dominierte Europameister Ovtcharov die Einzelkonkurrenz, musste im Endspiel nach 0:2- und 2:3-Satzrückstand aber mächtig kämpfen. Der 26-Jährige machte damit das Triple aus Siegen bei Europaspielen, Europameisterschaft und Europa-Top-16 perfekt.