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Bundesliga:Verständlicherweise wollen die Bayern im Moment keine 20 Millionen ausgeben

So sind die letzten beiden Januarwochen vor allem für Hasan Salihamidzic zu Finalwochen geworden. Der Sportdirektor muss bis zur Schließung des Transferfensters Dinge tun, die sich eigentlich ausschließen, und er steht dabei auch noch unter öffentlicher Beobachtung. Er muss kurz- und langfristig denken, er muss reaktive und aktive Transfers gegeneinander aufrechnen, und er darf dabei weder den Trainer noch das Image des Vereins noch den Kontostand beleidigen. Verständlicherweise wollen die Bayern im Moment keine 20 Millionen für einen Spieler ausgeben, der möglicherweise kurz weiterhilft, auf Dauer aber nicht als FC-Bayern-tauglich eingestuft wird.

Aber noch viel selbstverständlicher ist es, dass der Sportdirektor Salihamidzic seinen Trainer nicht mit einem Kader in die Rückrunde schicken kann, der beim ersten Auftreten von Husten/Schnupfen/Heiserkeit auseinander fliegt.

Flicks Mahnungen haben den Druck intern so erhöht, dass der Trainer wohl tatsächlich noch mit einem, vielleicht zwei neuen Spielern rechnen darf. Zwar gab sich Flick am Freitag vor der Presse defensiv, man müsse mögliche Transfers "mit Bedacht" angehen und dürfe "nichts Verrücktes tun"; so friedlich kann man reden, wenn man "nach einem guten Gespräch mit dem Sportdirektor" (Flick) davon ausgeht, dass noch ein Wunsch erfüllt wird. Offenbar sucht der Verein nach einem Innenverteidiger und einem Außenstürmer, als wahrscheinlich gelten kreative Leasing-Modelle, so dass der Klub im Sommer prüfen kann, ob der Neue/die Neuen vielleicht doch FC-Bayern-tauglich sind.

Im vorigen Sommer haben die Münchner ihren Kader bewusst knapp gehalten, womöglich haben sie auch ihrem damaligen Trainer Niko Kovac nicht zugetraut, ein Großaufgebot an Charakterdarstellern zu managen. So kommt es, dass die Bayern auf dem Wintermarkt plötzlich agieren müssen wie ein handelsüblicher Bundesligist, der irgendwo irgendwen ausleihen muss, weil in der Vorrunde irgendwas irgendwie schief gelaufen ist.

In Berlin rechnet Hansi Flick noch nicht mit externer Verstärkung. Beim anschließenden Heimspiel gegen Schalke 04 könnte dann aber schon ein neuer Spieler auf der Wiese stehen.

© SZ vom 18.01.2020
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