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Bundesliga:Finalwochen beim FC Bayern

Trainingslager FC Bayern München in Doha

Am Sonntag wird es ernst: Trainer Hansi Flick (linksl) und Thiago im Trainingslager des FC Bayern

(Foto: dpa)
  • So wichtig waren die letzten beiden Januarwochen schon lange nicht mehr für den FC Bayern.
  • Die Münchner müssen in der Tabelle aufholen und am besten noch zwei passende Transfers tätigen.
  • Trainer Flick geht davon aus, dass noch zwei Spieler kommen, wahrscheinlich per Leihe.

Wenn man die Stadt München fragen würde, dann würde sie bestimmt sagen: Die wichtigsten zwei Wochen des Jahres 2020 sind die Wochen vom 19. September bis zum 4. Oktober. In diesen zwei Wochen wird in der Stadt eine Art Volksfest veranstaltet, das sogar offiziell von den örtlichen Fußballprofis besucht wird. Man habe gewonnen und könne entspannt "auf die Wiese" gehen, sagte der Fußballprofi Daniel Van Buyten einmal, als er noch für den FC Bayern spielte.

Der FC Bayern ist wahrscheinlich der Einzige, der es in München mit dem Oktoberfest aufnehmen kann. Die zwei Wochen Ende Mai sind demnach auch nicht ganz unwichtig für die Stadt, es sind jene Tage, in denen für gewöhnlich die Titelentscheidungen in der Champions League, im DFB-Pokal und in der Meisterschaft fallen. April und Mai, das waren immer die Monate, in denen es im vergangenen Jahrzehnt besonders wichtig war, dass Arjen Robben und Franck Ribéry gesund sind. Ob Robbens Muskelfasern beim Rückrunden-Auftakt im Januar wieder mal beleidigt waren oder ob Ribéry im Januar unter Husten/Schnupfen/Heiserkeit gelitten hatte? Das war im Mai völlig wurscht.

Das Potenzial, eine Vorentscheidung über den Rest der Saison zu treffen

Im Jahr 2020 ist der Mai aber deutlich früher nach München gekommen, der Klimawandel möglicherweise. Nach Lage der Dinge haben die letzten beiden Januarwochen das Potenzial, eine Vorentscheidung über den Rest der Saison zu treffen, der Januar fühlt sich an wie Mitte Mai. "Wir müssen einen starken Start hinlegen. Es ist sehr wichtig, dass wir gut in die Rückrunde reinkommen", sagte Bayern-Trainer Hansi Flick vor dem Spiel bei Hertha BSC am Sonntag, und wohl selten in der Geschichte der Stadt München war dieser banale Satz so brisant. Die Bayern haben vier Punkte Rückstand, jeder weitere Punktverlust würde die Tabelle zu einer Bedrohung machen und bayernintern mindestens zu Husten/Schnupfen/Heiserkeit führen - erst recht, wenn Tabellenführer Leipzig gewinnt, etwa am Wochenende zu Hause gegen den Aufsteiger Union Berlin.

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Die Bayern müssen von der ersten Rückrundensekunde an liefern, wie man neuerdings sagt, das Problem ist nur, dass das Personal im Lieferservice immer noch bedenklich knapp ist. Zwar wird Robert Lewandowski vier Wochen nach seiner Leistenoperation in der Startelf zurückerwartet, der Mittelstürmer sei wieder "nahe an 100 Prozent", sagte Flick, und auch der zuletzt angeschlagene Flügelstürmer Serge Gnabry hat außer einer neuen Frisur offenbar kaum mehr Beschwerden.

Aber ein Blick auf die hinteren Bänke erklärt erneut, warum Flick jüngst via SZ einen kleinen Gruß an seine Vorgesetzten schickte. Sollte der Trainer - nur mal als Beispiel - zu dem Schluss kommen, dass Jérôme Boateng aktuell nicht in der Verfassung sei, um von Beginn an aufzulaufen, dann ... müsste er ihn trotzdem auflaufen lassen. Rochaden lässt sein Kader nicht mehr zu; würde Flick etwa Benjamin Pavard nach innen versetzen, hätte er keinen Rechtsverteidiger mehr, nicht mal den Teilzeitverteidiger Joshua Kimmich, der in Berlin wegen einer Gelbsperre fehlt.