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FC Bayern im Supercup:Söder warnt vor "Fußball-Ischgl"

Football Corona Test Fans FC Bayern, Munich Sept 21, 2020. Corona testing for Fans and all people who go to the match,; Tests Fans Supercup

Der FC Bayern bietet seinen Fans vor und nach dem Spiel Tests an.

(Foto: imago images/ActionPictures)

Bayerns Ministerpräsident hat kein Verständnis für Fans beim Supercup-Spiel des FC Bayern in Budapest - bei der Rückkehr droht die häusliche Isolation.

Als der FC Bayern zuletzt auf Reisen war, fand das auch Bayerns Ministerpräsident ganz hervorragend. Vor knapp einem Monat begrüßte Markus Söder die Fußballer, die tags zuvor in Lissabon die Champions League gewonnen hatten, schon auf dem Rollfeld am Flughafen mit Ellenbogengrüßen, es gab natürlich Fotos mit dem Silberpokal, "ganz Bayern ist stolz", sagte er. Doch wenn der deutsche Rekordmeister nun aufbricht, um den nächsten Titel zu gewinnen, sieht er das etwas anders. "Wir müssen sehr, sehr aufpassen, dass wir da nicht ein Fußball-Ischgl riskieren", sagte der CSU-Chef am Montag.

Der FC Bayern tritt am Donnerstag im Supercup gegen den Europa-League-Sieger FC Sevilla zwar nicht im österreichischen Skiort an, der im Frühjahr zum Corona-Hotspot wurde. Doch das Spiel findet in Budapest statt, das vom Robert-Koch-Institut wegen hoher Infektionszahlen zum Risikogebiet erklärt wurde, die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen betrug zuletzt zwischen 110 und 120. Trotzdem will Europas Fußball-Union Uefa an ihrem Plan festhalten, das Spiel als eine Art Pilotprojekt vor Zuschauern austragen zu wollen: 20 000 Fans, 30 Prozent des Fassungsvermögens der Puskas-Arena, sollen erlaubt sein. "Das ist eine Sache, die man nicht ganz so versteht", sagte Bayerns Trainer Hansi Flick über die Reise, Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge äußerte dagegen Verständnis für die Uefa. "Sie wollte zielbewusst einen ersten Schritt in Richtung Normalität gehen. Grundsätzlich halten wir das für möglich und nachvollziehbar." Doch für die Fans, die der Risiken zum Trotz dabei sein wollen, ist die Reise wohl mit Konsequenzen verbunden.

Söder möchte dem Kabinett vorschlagen, Besucher von Sport- und anderen Kulturveranstaltungen von einer Ausnahmeregelung in der Einreise-Quarantäneverordnung auszunehmen. Es sei "zwingend erforderlich, dass wir dann die normalen Quarantäneregeln haben", sagte Söder. Das heißt, Reisende müssten nach ihrer Rückkehr in Selbstisolation gehen oder entsprechende Tests machen. Bisher galt bei Auslandsreisen eine zweiwöchige Quarantäne nur, sofern man länger als 48 Stunden im Risikogebiet war. "Wir werden das ändern - und ändern müssen", sagte Söder. "Wir können das nicht mit 2000, 3000 Leuten riskieren, die sich dann möglicherweise verständlicherweise im großen Feiern in den Armen liegen - und dann haben wir eine Riesen-Infektionswelle."

Eher wenige Fans nahmen am Montag das Angebot des FC Bayern wahr, sich im Parkhaus an der Allianz Arena auf das Coronavirus testen zu lassen, um überhaupt nach Ungarn reisen zu dürfen. Das Angebot besteht auch am Dienstag noch. Doch wie viele Menschen den Klub tatsächlich begleiten werden, ist noch nicht klar. Von einem Kontingent von 3000 Karten forderte der FC Bayern nur 2100 an, im Laufe des Tages war bereits von mehreren hundert Stornierungen die Rede. Der FC Sevilla hatte 2500 Karten zurückgegeben.

© SZ vom 22.09.2020 / dpa/chge
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Von Sebastian Fischer

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