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Rückrundenstart:Auch Kovac muss sich in der Rückrunde beweisen

Das gilt auch für den dritten Job, den die Bayern in der Rückrunde erledigen müssen. Unter Berücksichtigung aller Ribéry/ Robben/Hummels/Boateng-Interessen wird Kovac im laufenden Spielbetrieb schon den Umbruch vorbereiten müssen, er muss Profis wie Niklas Süle, Serge Gnabry und Leon Goretzka das Gefühl vermitteln, dass sie Teil der Zukunft dieses Vereins sind, dazu muss er sie erproben und aufstellen. Und auch der anspruchsvolle Joshua Kimmich - potenzieller Anführer der next generation - wird genau beobachten, ob er weiterhin nur hinten rechts Verwendung findet oder ob er regelmäßiger ins zentrale Mittelfeld umziehen darf, auf eine Position, die er für standesgemäßer hält.

So wird diese Rückrunde viertens auch zu einer ganz besonderen Bewährungsprobe für den Trainer Kovac, der zurzeit wenigstens keine Endzeitfragen mehr gestellt bekommt, sich aber eines umfassenden Vertrauens dennoch nicht sicher sein darf. Er wird klare Hinweise liefern müssen, dass er wirklich der Coach ist, dem die Bosse die Zukunft anvertrauen - das gilt auch für den Sportdirektor Salihamidzic, der mitunter etwas ungeschmeidig rüberkommt, aber unter Mithilfe des Chefscouts Marco Neppe immerhin dabei ist, den Klub auf eine zeitgenössische Transferpolitik auszurichten - mit jungen Internationalen wie Benjamin Pavard oder vielleicht bald Lucas Hernández und internationalen Toptalenten wie Alphonso Davies oder vielleicht bald Collum Hudson-Odoi.

Dies führt zur fünften Aufgabe, bei der vielleicht sogar Herkules ins Schwitzen geraten könnte, denn ganz große Tiere sind ja oft noch schwerer zu kontrollieren als der nemeische Löwe. So werden Präsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge auch in der Rückrunde zu ihrer Zukunft und zu der des herkulesartigen Titanen Oliver Kahn befragt werden, und sie sollten dazu lieber keine Pressekonferenz geben. Es geht dabei wie immer von oben nach unten: Nur wenn Kovac den Rückhalt von oben spürt und von oben auch geführt wird, kann er eine Etage tiefer die Elf in den Umbruch und nebenher noch auf die Dortmund-Jagd führen.

Sechstens wartet übrigens bald Jürgen Klopp mit dem FC Liverpool. Dieses Champions-League-Duell markiert die Fallhöhe: Ein Aus im Achtelfinale könnte die Arbeit im Klub so erschweren, dass womöglich selbst Herkules Hilfe bräuchte.

© SZ vom 18.01.2019/ebc
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