FC Bayern München:Ausbildungsziel: Erfolg

Klar, für zwei Teams gleichzeitig verantwortlich zu sein, das sei recht intensiv, doch das mache ihm nichts aus. Eigentlich arbeitet Walter ja schon seit Monaten in Doppelbelastung, und das nicht nur, weil intern lange klar war, dass er das Regionalliga-Team übernehmen werde. Während seine Jugend-Mannschaft im Frühjahr souverän in Richtung Süd-Meisterschaft marschierte, erwarb Walter in Bad Honnef die Fußballlehrer-Lizenz. Und abgesehen von ein paar grauen Haupt- und Barthaaren wirkt der ehemalige Sportstudent so agil und durchtrainiert, als ob er selbst noch mitspielen könnte. Er gehe regelmäßig laufen und mit dem Hund Gassi, sagt er, und seine Frau, eine ehemalige Hockey-Bundesligaspielerin, treibe ihn zusätzlich an. "Die Figur auf dem Platz ist auch ein Zeichen an die Mannschaft", sagt Walter.

Auch sensibel wirkt Walter überhaupt nicht mehr. "Die Jungs und ich haben von Anfang an gesagt, dass wir den Titel holen wollen. Alles andere würde diesem Verein auch nicht gut zu Gesicht stehen", sagt er. Zur Ausbildung der jungen Spieler gehöre natürlich auch Erfolg dazu. Sein Ziel auf dem Platz: Dominanz, mit und ohne Ball, sowie Offensivkraft.

Die ärgsten Konkurrenten: Schweinfurt und 1860

Das Halbfinale gegen Schalke 04 lief besonders bei diesem 3:0 im Hinspiel (Rückspiel 0:1) ganz nach Walters Geschmack: ein selbstbewusster Auftritt. Ähnlich stellt er sich das gegen Werder Bremen auch vor. Bremen sei im Norden zwar ähnlich souverän Meister geworden, mit nur einer Niederlage in der gesamten Saison, man werde den Klub gewiss nicht unterschätzen. "Aber wir wissen schon auch, was wir können", sagt er noch.

Ab dem kommenden Montag kann er sich dann nach seinen eigenen Berechnungen zu 220 Prozent der U23 widmen, die endlich aufsteigen soll. Er will den Jüngsten im Team die Verantwortung überlassen, möglichst wenige erfahrene Spieler dazu holen. Die ärgsten Konkurrenten um die Meisterschaft dürften FC Schweinfurt und TSV 1860 München heißen. Sollte es nicht auf Anhieb klappen mit dem vom Klub ersehnten Aufstieg, dann weiß er zumindest schon einmal, dass er in zwei, drei Jahren auf ein paar selbstbewusst ausgebildete Spieler zurückgreifen kann.

© SZ vom 14.06.2017/dti
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