FC Bayern in der Einzelkritik:Mario Gomez braucht nur 26 Sekunden

Erster Ballkontakt, erstes Saisontor: Nach langer Verletzung ist Stürmer Mario Gomez nach seiner Einwechslung sofort erfolgreich. Thomas Müller spielt mit seinem Gegenspieler wie ein bayerischer Kater mit der Maus, und Javier Martínez verblüfft mit einem spektakulären Treffer. Die Bayern beim 5:0 gegen Hannover 96 in der Einzelkritik.

Thomas Hummel

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FC Bayern in der Einzelkritik:Manuel Neuer

Valencia CF v FC Bayern Muenchen - UEFA Champions League

Quelle: Getty Images

Erster Ballkontakt, erstes Saisontor: Nach langer Verletzung ist Stürmer Mario Gomez nach seiner Einwechslung sofort erfolgreich. Thomas Müller spielt mit seinem Gegenspieler wie ein bayerischer Kater mit der Maus, und Javier Martínez verblüfft mit einem spektakulären Treffer. Die Bayern beim 5:0 gegen Hannover 96 in der Einzelkritik.

Aus dem Stadion von Thomas Hummel

Manuel Neuer: Kam auch zur zweiten Halbzeit herausgesprintet aus dem Spielertunnel und machte blitzschnelle Seit-Steps zwischen den Pfosten. Das sah sehr motiviert und energisch aus und signalisierte: Gut, es steht 3:0, aber ihr Hannoveraner braucht nicht glauben, dass ich nun körperspannungslos die zweite Halbzeit verbringe und schon ans Abendessen mit meiner Freundin denke. Hatte definitiv noch nicht an seine Freundin gedacht, als er in der ersten Halbzeit den Flachschuss von Lars Stindl um den Pfosten lenkte. Durfte auch nach der Pause ein paar Bälle halten, tat das mit größter Körperspannung und stets erfolgreich.

(Archivbild)

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FC Bayern in der Einzelkritik:Philipp Lahm

FC Bayern Muenchen v Hannover 96 - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Philipp Lahm: Begann vor etwas mehr als zehn Jahren mit seiner Profikarriere beim FC Bayern, am 13. November 2002, mit einem Kurzeinsatz in der Champions League gegen Lens. Auf Bildern ist erstaunlich zu sehen, wie da ein scheinbar 13-Jähriger auf den Platz lief. Aber Philipp Lahm sieht ja auch heute nicht älter aus als höchstens 23, insofern stimmt es dann wieder. Dass er in Wirklichkeit bereits 29 Jahre alt ist, zeigte der Rechtsverteidiger gegen Hannover: Seine Ausstrahlung ist von lässiger Überlegenheit geprägt, gepaart mit Präzision und Konzentration im Spiel. Er ist halt schon zehn Jahre dabei.

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FC Bayern in der Einzelkritik:Dante

FC Bayern München - Hannover 96

Quelle: dpa

Dante: Ging wie immer kompromisslos in die Zweikämpfe - hatte dabei das Pech, bisweilen auf Mame Diouf zu treffen, der wie immer kompromisslos in die Zweikämpfe ging. Die beiden krachten einige Male zusammen, einmal hielten sich beide die Köpfe, einmal litt Dante anschließend an Hüftbeschwerden. Der Brasilianer machte abermals deutlich, dass er für die Bayern-Abwehr ein Gewinn ist. Und zeigte auch, dass er jemand ist, der aus einer simplen Standardsituation ein simples Tor köpfen kann - ein seltenes Stilmittel in München. Nach seinem 4:0 rannte der Brasilianer beglückt über den Rasen wie ein E-Jugendlicher, der sein erstes Tor schoss. Führte danach den neuen brasilianischen Tanz auf, den er mit Rafinha und Claudio Pizarro geübt hatte. Allerdings ohne die beiden Freunde, die sich hinter dem Tor Neuers gerade aufwärmen mussten.

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FC Bayern in der Einzelkritik:Holger Badstuber

FC Bayern München - Hannover 96

Quelle: dpa

Holger Badstuber: Es gibt wohl zwei Betrachtungsweisen im Hinblick auf Holger Badstuber: Die eine besagt, dass diesmal auch Hermann Gerland auf seiner Position hätte spielen können und die Bayern hätten trotzdem souverän gewonnen. Die andere zieht in Betracht, dass für Hannover mit Mame Diouf, Artur Sobiech und Mohammed Abdellaoue etwas bessere Bundesliga-Profis stürmen - und wenn diese gar keine Torchance haben, ein Innenverteidiger auch etwas richtig gemacht hat.

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FC Bayern in der Einzelkritik:David Alaba

FC Bayern Muenchen - Hannover 96

Quelle: dapd

David Alaba: Dankte nach dem FC Valencia Gott, dass sein linker Fuß noch dran ist nach dem brutalen Foul von Antonio Barragan. Dass auch Präsident Uli Hoeneß und Trainer Jupp Heynckes noch in der Kathedrale von Valencia eine Kerze gestiftet haben, ist zwar ein unbestätigtes Gerücht, doch dass der FC Bayern froh ist, den Linksverteidiger gesund und munter zu wissen, ist verbürgt. Ist mit seiner Schnelligkeit und seinem Geschick ein schwer zu überwindendes Hindernis links hinten und kann sich auch wunderbar als Spielmacher betätigen. Hatte nach vorne aber wie sein Vordermann mit der starken rechten Seite von Hannover mehr Mühe als die Bayern-Kollegen auf dem anderen Flügel.

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FC Bayern in der Einzelkritik:Javier Martínez

FC Bayern München - Hannover 96

Quelle: dpa

Javier Martínez: Oh, wer war denn das? Sah nach Mario Gomez aus - aber der saß ja auf der Bank. Claudio Pizarro? Saß auch auf der Bank. Aber welcher schwarzhaarige Profi kann denn beim FC Bayern einen Fallrückzieher im Tor unterbringen? Im Knäuel des Jubels war dann Javier Martínez zu erkennen, spanischer Defensivspieler. Hatte er wirklich? Hatte er. Das erste Tor für seinen neuen Verein war ein außergewöhnliches, wenngleich die Distanz zum Tor nur drei Meter betrug. Entschied mit seinem 1:0 nach drei Minuten praktisch das Spiel. Konzentrierte sich danach wieder brav auf die Aufgaben, wegen derer ihn die Münchner für 40 Millionen Euro geholt hatten. Bewegte sich häufig fast so weit zurück, dass er als dritter Innenverteidiger hätte durchgehen können und verwickelte die Hannoveraner Stürmer in unbequeme Zweikämpfe. Machte sein bestes Spiel im Trikot des FC Bayern.

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FC Bayern in der Einzelkritik:Bastian Schweinsteiger

FC Bayern Muenchen - Hannover 96

Quelle: dapd

Bastian Schweinsteiger: Wie die 71.000 Zuschauer im Stadion erfuhren, kann der FC Bayern Stephan Beckenbauer danken, dass Bastian Schweinsteiger noch im Klub ist. Im Stadion-Magazin erzählte der Mittelfeldspieler, dass er nach der B-Jugend "ein sehr verlockendes Angebot" des Hamburger SV hatte und nur Beckenbauers Zureden ihm zum Bleiben bewogen. Gab diesmal den giftigen Zweikämpfer, grätschte schon in der ersten Halbzeit öfter als während der kompletten EM im Sommer. Bereitete das 1:0 per Kopf vor, das 3:0 mit energischem Ballklau im Mittelfeld. Durfte 20 Minuten vor Schluss raus zur Erholung.

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FC Bayern in der Einzelkritik:Toni Kroos

FC Bayern München - Hannover 96

Quelle: dpa

Toni Kroos: Hat ja inzwischen die Haare modern zur Seite gescheitelt, manchmal stehen die längeren Zotteln nach einem Kopfballduell auch lustig in die Höhe. Wer allerdings die Befürchtung hatte, Toni Kroos würde derzeit mehr an Mode und seine Haare denken und weniger an die Ernsthaftigkeit des Profifußballs, den lehrte der offensive Mittelfeldspieler diesmal eines Besseren. Ist enorm emsig im neuen, aggressiven Pressing und einer der Schnellsten im stark verbesserten Umschaltspiel der Münchner. Und dann lässt er bisweilen seine Schusstechnik einfließen ins Gesamtkunstwerk, zu sehen beim herrlichen Seitfallzieher zum 2:0.

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FC Bayern in der Einzelkritik:Thomas Müller

FC Bayern Muenchen - Hannover 96

Quelle: dapd

Thomas Müller: Konstantin Rausch ist in Koschewnikowo, in der ehemaligen Sowjetunion geboren. Er sieht aus wie einer, der es locker mit einem sibirischen Bären aufnehmen könnte. Doch an diesem Samstagabend hatte der Linksverteidiger von Hannover 96 wenig Freude. Nun ist Thomas Müller kein sibirischer Bär, aber das ist vermutlich das Problem gewesen. Müller spielte wieder schlau, wendig, unberechenbar und spielte mit Konstantin Rausch wie ein bayerischer Kater mit einer Maus. Dass er trotz vieler guter Aktionen kein Tor erzielte, dürfte er selbst kaum fassen können.

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FC Bayern in der Einzelkritik:Franck Ribéry

FC Bayern München - Hannover 96

Quelle: dpa

Franck Ribéry: War schon ziemlich sauer nach einer halben Stunde, fuchtelte mit den Armen in der Luft und sprach auffordernd mit seinem Hintermann David Alaba. Franck Ribéry kam kaum zu seinen Tricks, Dribblings, Sprints, zu all dem, was ihm Spaß macht. Hatte mit Steven Cherundolo einen hartnäckigen Gegenspieler und die beste Szene, als er mit einem Seitenwechsel fast zwei Tauben auf dem Spielfeld traf und diese davonflogen. Nutzte dann aber die schicke Vorarbeit seiner Mitspieler und erzielte cool das 3:0. Aber auch danach nicht der glücklichste Bayer bei diesem völlig überlegen geführten Spiel.

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FC Bayern in der Einzelkritik:Mario Mandzukic

FC Bayern München - Hannover 96

Quelle: dpa

Mario Mandzukic: Claudio Pizarro? Auf der Bank. Mario Gomez? Auch erst auf der Bank. Stattdessen durfte aber Mario Mandzukic zuerst auf den Platz. Es hatte einigen Rummel gegeben um seinen Torjubel in Nürnberg, den einige als einen Gruß an umstrittene kroatische Kriegsgeneräle auffassten. Er erhielt dafür eine Rüge vom DFB und - schlimmer - von Uli Hoeneß. Hielt sich diesmal mit Kriegsgesten aller Art zurück, wenngleich sein Spiel starke Züge von Infight prägte. Drückte seine Schulter-, Ellbogen- und Hüftknochen bei jedem Zweikampf in die Gegenspieler, bisweilen auch die Stollen, wofür er Gelb sah. Erzielte keinen Treffer und wurde gegen Mario Gomez ausgewechselt.

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FC Bayern in der Einzelkritik:Mario Gomez

FC Bayern München - Hannover 96

Quelle: dpa

Mario Gomez: Den ersten Jubel auf der Haupttribüne verursachte Mario Gomez, als er vom Aufwärmen hinter dem Tor Manuel Neuers zur Spielfeldmitte sprintete, als Zeichen, er werde gleich eingewechselt. Die Menschen erhoben sich, als der lange verletzte Stürmer dann nach 66 Spielminuten zum ersten Mal in einem Heimspiel in dieser Saison auf das Feld lief. Genau 23 Sekunden später flog ein Ball erstmals in seine Richtung, Gomez schüttelte Gegenspieler Haggui ab, um 26 Sekunden nach seiner Einwechslung sein erstes Saisontor zu schießen, zum 5:0. Fehlen nur noch acht, um Kontrahent Mario Mandzukic einzuholen.

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FC Bayern in der Einzelkritik:Xherdan Shaqiri

1. FC Nuernberg - FC Bayern Muenchen

Quelle: dapd

Xherdan Shaqiri: Kam für den bayerischen Kater Thomas Müller beim Stand von 5:0. Die Maus Konstantin Rausch hätte ihn bestimmt freiwillig vorbeigelassen, doch der Schweizer konnte in dem inzwischen erschlafften Spiel nichts mehr einbringen.

(Archivbild)

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FC Bayern in der Einzelkritik:Anatoli Timoschtschuk

FC Valencia - FC Bayern München 1:1

Quelle: dpa

Anatoli Timoschtschuk: Durfte hinein, weil Bastian Schweinsteiger seine müden Muskeln nicht zu sehr beanspruchen sollte. Setzte den demoralisierten Hannoveranern pflichtbewusst zu, und verdienst sich so bis zum Saisonende noch ein hübsches Sümmchen ohne negativ aufzufallen.

(Archivbild)

© Süddeutsche.de/mane
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