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FC Bayern im Trainingslager:"Jeden Tag ein bisschen besser"

Guardiola will ermittelt haben, dass es "jeden Tag ein bisschen besser" wird mit der Genesung, er denkt dabei nicht nur an die eigenen Interessen: "Ich weiß, wie wichtig Bastian für das Team, den ganzen Verein und den deutschen Fußball ist", sagt er.

Für die Nationalelf ist Schweinsteiger nach dem Ausfall der Mittelfeld-Autorität Sami Khedira sogar besonders wichtig, aber um hilfreich zu sein, müsste er nicht nur beim allmählich misstrauischen Publikum ein paar Zweifel beseitigen. Auch Löw muss überzeugt werden, dass es sinnvoll ist, Schweinsteiger auf die große Reise mitzunehmen. In ähnlich angeschlagener Verfassung wie 2012 bei der EM wird er kein zweites Turnier bestreiten dürfen.

Beim Sprinttraining in Doha arbeitet Schweinsteiger hart daran, Tempo und Spritzigkeit zu gewinnen, doch für den Betrachter am Rande scheint es so zu sein, als ob er damit noch ziemlich am Anfang stünde. Seine Schritte sind von Mühsal beladen. Schweinsteiger betont dennoch die Besserung: "Ich habe das erste Mal Läufe mit Kurven gemacht", informierte er die Öffentlichkeit am Dienstag, "ich kann nicht in die Zukunft schauen, aber ich bin guter Dinge, dass es nicht allzu lange dauert". Letzteres bezieht sich aufs Training mit Ball, nicht auf die Teilnahme an Spielen.

Es dauert noch, bis die Bayern die großen Herausforderungen in der Champions League angehen, und noch mehr Zeit vergeht, bis der Bundestrainer Mitte Mai in Südtirol das erste WM-Camp eröffnen wird. Aber die unglückliche Krankengeschichte des Münchner Mittelfeldchefs zieht sich ebenfalls seit Monaten hin. Die Probleme wegen eines freien Gelenkkörpers im Sprunggelenk plagten Schweinsteiger bereits in der Vorsaison. Nach dem Eingriff im Sommer kehrte er zwar auf den Platz zurück und kam in 17 Pflichtspielen zum Einsatz, doch der Effekt war eher dürftig - er spielte deutlich unter seinem Niveau. Und weil sich keine Besserung einstellte, die Schmerzen unter Belastung (bzw. Gegner-Einwirkung) zunahmen, musste der Münchner im November ein weiteres Mal operiert werden.

Nun also das nächste Aufbautraining, während seine Mitspieler, von denen manche auch seine Konkurrenten sind, fröhlich Bälle jagen. Nervös macht ihn das angeblich nicht: "Ich bin auch schon ein paar Jahre hier dabei und weiß, welche Qualitäten ich habe, wenn ich gesund bin. Da hat man auch eine gewisse Ruhe in sich."

© SZ vom 08.01.2014/ebc
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