FC Bayern gewinnt 3:0 gegen Leverkusen Wenn Van Buyten per Freistoß trifft

Es sollte der erste ernsthafte Test der Saison werden, es wurde die nächste Demonstration: Der FC Bayern bezwingt das Spitzenteam aus Leverkusen ungefährdet 3:0 und kann sogar noch Kräfte sparen für den Champions-League-Knaller gegen Manchester City. Am Ende gibt es lautes Getöse - natürlich für Arjen Robben.

Von Carsten Eberts

Genau fünf Minuten blieben den Kritikern, um all die leidigen Fragen zu stellen: Wurde der FC Bayern vom Bundesliga-Spielplan bevorteilt? Gründete die aktuelle Dominanz darauf, dass der Klub - außer gegen Schalke vielleicht - bislang gegen keine Mannschaft antreten musste, die am Saisonende unter den ersten Fünf stehen könnte? Würde der Vizemeister aus Leverkusen endlich testen, was die hochgejubelten Bayern in dieser Saison zu leisten im Stande sind?

Gefürchteter Freistoßschütze: Daniel Van Buyten, der Schütze zum 2:0.

(Foto: REUTERS)

Es dauerte exakt fünf Minuten. Dann legte sich Franck Ribéry den Ball spielerisch an Bayer-Debütant Danny da Costa vorbei und zog das Spielgerät scharf vor das Tor, Thomas Müller lief in den Ball und ließ ihn ins rechte Eck tropfen. Neben Müller stand auch noch Mario Gomez, der wohl ebenso hätte treffen können. Das ging genauso leicht, wie zuvor gegen Hamburg, Freiburg und Kaiserslautern - diesmal gegen Bayer Leverkusen, den hochgeschätzten Meisterschaftszweiten.

Am Ende wurde es eine klare Sache. Die Bayern spielten die Partie kühl herunter, gewannen durch Treffer von Müller, Daniel Van Buyten (19.) und Arjen Robben (90.) verdient 3:0 (2:0). "Leverkusen hat uns heute das Spiel ziemlich einfach gemacht", erklärte Torschütze Müller, "besonders in der zweiten Halbzeit hat Leverkusen nicht mehr den Widerstand gezeigt, der uns hätte in Gefahr bringen können." Leverkusens Stefan Kießling sagte hingegen: "Im Moment fehlen mir die Worte. Ich kann im Moment wirklich nicht sagen, woran es liegt."

Die unschöne Geschichte um den Hausbrand und die Verhaftung von Abwehrspieler Breno hatte die Bayern-Welt ordentlich durchgeschüttelt. In deren Schatten nahm Heynckes ein paar Korrekturen an seiner Mannschaft vor: Der genesene Schützenmeister Gomez durfte für Nils Petersen in die Startelf, für den angeschlagenen Luiz Gustavo spielte Anatolij Timoschtschuk. In der Defensive bekam Jérôme Boateng eine Pause: Für ihn durfte Daniel Van Buyten ran.

Ebenfalls zunächst auf der Bank saß Arjen Robben. "Er hat erst seit drei Tagen wieder trainiert", sagte Heynckes, "aber ich denke schon, dass er uns im Laufe des Spiels noch helfen kann." Bei Leverkusen hingegen fehlten neben Michael Ballack (grippaler Infekt) auch die gesperrten Michal Kadlec und André Schürrle. Dafür ließ Trainer Robin Dutt Stürmer Stefan Kießling und Flügelflitzer Sidney Sam in die Mannschaft rotieren.

Die Statistiker hatten natürlich wieder gerechnet: Keines der letzten vier Wiesn-Heimspiele hatten die Bayern gewinnen können - neben einer Niederlage gab es drei Unentschieden.

Dass dies an diesem Abend anders werden würde, war spätestens in der 19. Minute klar. Nach einem Foul an Toni Kroos bekamen die Bayern einen Freistoß zugesprochen, gut 25 Meter Torentfernung, relativ mittig vor dem Leverkusener Kasten. Zur Ausführung stellte sich Daniel Van Buyten bereit, das warf natürlich Fragen auf: Ein Freistoß? Van Buyten? Aus 25 Metern?

Doch tatsächlich, die Bayern meinten dieses Manöver ernst. Mit der Urgewalt eines belgischen Catcher-Sohnes drosch Van Buyten den Ball durch eine kleine Lücke in der Mauer ins linke, untere Eck und erhöhte den Spielstand damit früh auf 2:0. Was in diesem Moment in den Köpfen der Leverkusener vorging, war leicht zu erahnen: Wo soll das hinführen, wenn man nach 20 Minuten einen Freistoßtreffer durch Daniel Van Buyten kassiert?

FC Bayern in der Einzelkritik

Brillantes rotes Orchester