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Champions-League-Finale 2012:"And now goal"

Der FC Bayern trifft auf den FC Chelsea. Da kommen alte Bilder wieder hoch. Erinnerungen an eine Niederlage im Jahr 2012, die die Münchner schmerzte wie kaum eine andere.

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Quelle: AFP

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Wenn Manuel Neuer, Thomas Müller und Jérôme Boateng an diesem Dienstagabend gegen den FC Chelsea antreten, kommen die alten Bilder wieder hoch. Wie Didier Drogba aus dem Nichts den Ball zum Ausgleich ins Tor köpfelt, wie Bastian Schweinsteiger den Elfmeter vergibt, wie die Spieler des FC Bayern zu Boden sinken und nicht wieder aufstehen können. Im Jahr 2012 trafen der FC Bayern und der FC Chelsea zuletzt aufeinander, im Champions-League-Finale, zu Hause in München. Der Bundesligist dominierte die Partie, die ihm so wichtig war wie wohl keine andere - doch er verlor. Erinnerungen an einen für Bayern schmerzhaften Abend.

FC Bayern FC Chelsea, 2012, Mannschaftsaufstellung

Quelle: imago sportfotodienst

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An jenem 19. Mai 2012 scheint die Sonne über München. Die Bewohner und angereisten Bayern-Fans ziehen ins Stadion in Fröttmaning, in die Biergärten zum Public Viewing oder in die Wohnzimmer der Nachbarn. Der FC Bayern, trainiert von Jupp Heynckes, hatte nicht irgendein Champions-League-Finale erreicht, sondern das "Finale dahoam". Philipp Lahm, Schweinsteiger, Neuer wollen das holen, was ihnen in ihren erfolgreichen Karrieren noch fehlt: einen großen internationalen Titel.

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Quelle: AFP

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Die Bayern dominieren die Partie gegen Chelsea. Die Engländer, die von Roberto di Matteo trainiert werden, verbarrikadieren sich, sie spielen hässlichen Fußball. Doch ein Tor fällt lange nicht. Bis Toni Kroos in der 83. Minute auf Müller flankt, der köpfelt, der Ball springt auf dem Boden auf - und von dort ins Tor. Die Kollegen werfen sich auf Müller, vergraben ihn unter sich. Frank Lampard, damals Chelsea-Spieler, nun Chelsea-Trainer, denkt: "Das war das Ende." Doch es ist der Beginn eines Dramas.

Didier Drogba Celebrates His Equaliser Bayern Munich V Chelsea FC Uefa Champions League Final 2012 Football Arena Munche; Drogba

Quelle: imago images/Mary Evans

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Fünf Minuten nach der Führung bekommen die Engländer eine Ecke. David Luiz, der sich neben Schweinsteiger stellt, raunt: "And now goal." Und nun Tor. So kommt es. Didier Drogba entwischt Boateng, springt hoch zum Kopfball, Neuer ist noch mit einer Hand dran, doch er kann den Ball nicht halten. Der Ausgleich, die stark aufspielenden Bayern müssen tatsächlich noch in die Verlängerung.

FC Bayern Muenchen v Chelsea FC - UEFA Champions League Final

Quelle: Bongarts/Getty Images

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In der 105. Minute sehen die Bayern wieder wie der sichere Sieger aus, als Drogba Franck Ribéry foult und Schiedsrichter Pedro Proenca Elfmeter gibt. Arjen Robben starrt den Ball an, er nimmt Anlauf. Fünf Schritte. Und schießt den Ball ins rechte Eck - Torhüter Peter Cech in die Arme. "Das war der Moment, in dem du dachtest, das Schicksal dreht sich in deine Richtung", erinnert sich Lampard.

Schweinsteiger

Quelle: imago sportfotodienst

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Es kommt zum Elfmeterschießen. Chelseas Juan Mata verschießt, aber auch Bayern-Stürmer Ivica Olic. Dann tritt Schweinsteiger zum fünften Elfmeter an. Er zögert. Zielt. Trifft den rechten Pfosten. Schweinsteiger zieht das Trikot über die Stirn, vergräbt sein Gesicht.

Players of Chelsea celebrate with the UEFA Champions League trophy after their final soccer match against Bayern Munich at the Allianz Arena in Munich

Quelle: REUTERS

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Nun ist Drogba an der Reihe. Neuer springt ins rechte Eck, Drogba trifft ins linke. Der Stürmer bekreuzigt sich, Torhüter Cech ist als Erster bei ihm und schließt ihn in die Arme. Die Bayern sinken zu Boden, sie stehen lange nicht auf. Manche Spieler weinen. Auf der Leopoldstraße, wo die Münchner den Triumph feiern wollten, gehen die Leute schweigend nach Hause, auch hier fließen Tränen. Chelsea kann es selbst kaum glauben.

FC Bayern Muenchen After Party

Quelle: Bongarts/Getty Images

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Auf dem Bayern-Bankett im Postpalast ist die Fassungslosigkeit, der Frust, die Verzweiflung Stunden später noch immer immens. Arjen Robben hängt im Stuhl wie ein angeschlagener Boxer in den Seilen, den Kopf auf die Lehne gestützt. Jahre später sagt Philipp Lahm: "Vielleicht war die Niederlage auch eine Motivation für alles, was dann kam." Der Champions-League-Sieg in London 2013, der WM-Sieg in Rio de Janeiro 2014. Die Bayern-Niederlage, auch wenn sie noch so bitter war, hat also auch eine positive Seite.

© SZ.de/tbr

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