Fans und Verbände streiten über Pyrotechnik:"Da sind Erwartungen geweckt worden"

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Das Gros der Vereine verspricht sich jedoch wenig von ausgewiesenen Pyrozonen. Während manch einer findet, dass die DFL die Klubs nicht ausreichend auf den Kompromissvorschlag vorbereitet habe, sind zahlreiche Klubvertreter sauer auf Spahn, der Versprechungen gemacht habe, die nicht zu halten seien. Spahn arbeitet mittlerweile in Doha. Dort soll er die WM 2022 vorbereiten, die in Katar stattfindet.

Wie die meisten Fanvertreter, die seit Jahren nach einem Ausweg aus dem Pyrotechnik-Dilemma suchen, teilt auch Torsten Rudolph vom Dresdner Fanprojekt im Wesentlichen die Sicht der Initiative. "Da sind Erwartungen geweckt worden, die man vielleicht gar nicht erfüllen konnte oder wollte."

Umso größer sei jetzt die Reaktion in der Szene, die nach der Devise "Jetzt erst recht" vorgehe. Offenbar zum einen, um zu zeigen, dass Repression nichts nützt - die winzig kleinen Fackeln sind vom Ordnerdienst nicht effektiv zu kontrollieren. Zum anderen, um eigene Macht zu demonstrieren.

An der Ausgangslage hat sich allerdings nichts geändert. Pyrotechnik ist im Stadion verboten; der DFB bestraft die Vereine, deren Fans auffällig werden, mit hohen Geldstrafen. Mancher Manager, vor allem in den Ligen drei und vier, hat sogar schon eingeplante Spielertransfers zurückgestellt, weil die Geldstrafen sonst das Budget gesprengt hätten.

Das wiederum müsste am Selbstverständnis der Szene rühren. Ultras sehen sich ja als die treuesten Fans ihrer Klubs. Dieses Selbstbild ist kaum aufrechtzuhalten, wenn die Pyro-Aktionen den angeblich so geliebten Verein zigtausend Euro pro Spielzeit kosten. Zumal mancherorts die Mehrzahl der Fans nur noch genervt die Augen verdreht, weil sie die Zündelei eher als selbstverliebte Pose denn als Unterstützung der Mannschaft empfindet.

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