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Energie Cottbus:Es herrscht ein Klima der Angst

Der Fernsehsender RBB und die Potsdamer Nachrichten berichteten von einem Klima der Angst, das unter den Fans herrschte. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter schaltete sich ein und machte die Versäumnisse des Vereins deutlich: Polizei und Verfassungsschutz seien in den vergangenen Jahren immer wieder vorstellig bei Energie geworden. Doch auf Hinweise und Vorschläge habe man nicht reagiert. "Wenn der Verein das nicht umsetzt, muss man sich auch nicht wundern, wenn aus einem kleinen Krebsgeschwür eine große Wucherung entsteht", sagte Schröter. Auch Vertreter von Parteien und Zivilgesellschaft bemängeln schon lange das fehlende Engagement des Fußballvereins. Die Kritik richtet sich vor allem gegen den früheren Präsidenten Wolfgang Neubert, der das Problem allein auf die Sicherheitsbehörden abwälzte. Sein Nachfolger Michael Wahlich distanzierte sich zumindest wiederholt von den Störern.

Aus Angst vor einem Verbot hat sich Inferno mittlerweile aufgelöst. Die Truppe veröffentlichte bei Facebook eine entsprechende Mitteilung. Doch deren Anhänger sind weiterhin aktiv. Und auch in anderen Gruppen gibt es eine gewisse Nähe zu rechtsextremen Gruppierungen, etwa bei Colletivo Bianco Rosso. Deswegen nutzte Energie die Sommerpause für ein Treffen mit Vertretern des Cottbuser Aufbruchs, einer zivilgesellschaftlichen Initiative, bei der sich Vereine und Parteien über Rechtsextremismus austauschen.

Der Fußballverein arbeitet derzeit an einem konkreten Maßnahmenkatalog. 2018 soll eine neue Stelle entstehen. Ein Beauftragter für Vielfalt und Toleranz wird künftig die Zusammenarbeit mit der Stadt und zivilgesellschaftlichen Akteuren aber auch dem Verfassungsschutz koordinieren. Außerdem will Energie seine Satzung überarbeiten und demokratische Werte verankern.

Es soll kein Zweifel am Willen des Vereins aufkommen

Der Verwaltungsratsvorsitzende Matthias Auth trug die einzelnen Punkte während der Mitgliederversammlung energisch vor. Es sollte kein Zweifel am Willen des Vereins aufkommen. Doch Auth war auch wütend. Schuld ist die jüngste Entscheidung des Sportgerichts des Nordostdeutschen Fußballverbands. Energie soll unter anderem wegen der Vorfälle in Bautzen und Babelsberg 16 000 Euro Strafe zahlen. Unfair findet das Auth, unfair finden das auch die Fans. Was in Bautzen doch nach den Bengalo-Würfen von Inferno passierte, war aus deren Sicht Zivilcourage. "Dafür werden wir bestraft", sagte Auth und bekam auf der Versammlung Applaus.

Energie hat gegen das Urteil Einspruch eingelegt. Auch weil die Cottbuser Mannschaft beim ersten Heimspiel der Saison vor einem komplett leeren Fanblock auflaufen müsste, so hat es das Sportgericht entschieden.

Kein schöner Auftakt für den geplanten Neuanfang.

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