Eishockey:Der Torjäger hat sich erholt

Eishockey: Endlich gesund und sofort wieder torgefährlich: Münchens Angreifer Markus Eisenschmid.

Endlich gesund und sofort wieder torgefährlich: Münchens Angreifer Markus Eisenschmid.

(Foto: Heike Feiner/Eibner/Imago)

Der EHC Red Bull München kommt durch zwei Siege gegen Bremerhaven und in Frankfurt nach der deftigen Augsburg-Pleite wieder auf die Beine. Auch dank Angreifer Markus Eisenschmid, der nach überstandener Krankheit wieder trifft.

Von Christian Bernhard

Christian Winkler hatte bereits vor dem letzten Drittel ein übergeordnet gutes Gefühl, denn bis dahin hatte er schon einen "weiteren Schritt nach vorn, den wir machen wollen", gesehen. Der Manager des EHC Red Bull München sollte mit seiner Prognose Recht behalten an diesem Sonntagnachmittag, an dem sein Team bei den Frankfurter Löwen zu Gast war: Am Ende siegten die Münchner im Hessischen mit 4:2 Toren.

Einen Schritt nach vorn hatte am Freitag bereits Markus Eisenschmid gemacht. Im ersten Spiel des Wochenendes in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gelang dem Münchner Angreifer am Freitag der spielentscheidende Treffer gegen Bremerhaven, wodurch der aktuelle Meister den derzeitigen Tabellenzweiten knapp mit 2:1 bezwang und sich über ein Sechs-Punkte-Wochenende freuen konnte. Das Tor gegen die Bremerhavener tat dem 28-Jährigen indes besonders gut, denn er hatte mehr als sechs Wochen darauf warten müssen. "Ich bin jetzt schon erleichtert, dass er endlich mal reingefallen ist", brachte er bei Magentasport zum Ausdruck, wie wichtig dieser dritte Saisontreffer für ihn war. Für einen "Torjäger", wie Trainer Toni Söderholm Eisenschmid bezeichnet, komme das Selbstvertrauen überwiegend über die erzielten Treffer. 18 Mal hatte Eisenschmid in der vergangenen Saison getroffen, nach zwölf und 14 Toren in den Spielzeiten davor. Da allerdings noch für Mannheim, wo er 2019 mit insgesamt 28 Toren einen persönlichen Rekord aufgestellt hatte.

Nach dem 2:7 in Augsburg gab es viele mannschaftsinterne Gespräche

Im Sommer ist Eisenschmid nach fünf Jahren in der Kurpfalz nach München gewechselt, weil er sich in Mannheim "nicht mehr ganz so wohlgefühlt" habe: "Ich hatte das Gefühl, dort ein bisschen festzuhängen." Der gebürtige Allgäuer wollte einfach wieder näher an Familie und Freunde heran, "nach Hause", wie er sagt. Die Eingewöhnung in ein neues sportliches Umfeld war für den Angreifer, der viele Jahre auf Reisen war, nicht so leicht. "Es war schon sehr ungewohnt, hier in einen neuen Raum zu kommen und ein neues Team um sich zu haben", erklärte er kürzlich, obwohl er viele seiner neuen Kollegen bereits aus der Nationalmannschaft kannte. Dazu kamen physische Probleme und eine schlimme und hartnäckige Erkältung, weshalb er ein Drittel der bisherigen Saisonspiele verpasste. Er benötige daher einfach etwas Zeit: "Ich mache mir da keinen Stress, die Saison ist lang."

Jetzt scheint Eisenschmid in der Lage zu sein, Leistungen abzurufen, die auch seinem Potenzial gerecht werden. Die Möglichkeiten des Angreifers sind nämlich vielfältig: Er habe neben einem harten Schlagschuss auch "spitze läuferische Kapazitäten", wie Trainer Söderholm am Freitag betonte, mit denen Eisenschmid sehr gut in das laufintensive Münchner Spielkonzept passe: "Der Markus hat jetzt auf jeden Fall seine besten Qualitäten mehr und mehr gefunden", findet der Trainer. Eisenschmid ist als Direktabnehmer auf der linken Seite auch fester Bestandteil des Münchner Überzahlspiels, das statistisch zu den besten der Liga gehört. Söderholm und Eisenschmid haben ohnehin einen guten Draht zueinander, sie verbindet die erfolgreiche Weltmeisterschaft 2021 in Riga, als die deutsche Nationalmannschaft unter Nationaltrainer Söderholm bis ins Halbfinale kam. Der Finne schätzt zudem Eisenschmids Selbsteinschätzung: "Er ist auf einem sehr ehrlichen Weg und weiß, woran er arbeiten muss."

Die herbe 2:7-Derby-Pleite in Augsburg vor zehn Tagen, die den Tiefpunkt einer schlechten Phase mit vier Niederlagen in Serie markierte, hatte "lange Meetings" und viele mannschaftsinterne Gespräche zur Folge, in denen "wir ein paar Sachen geregelt haben", erklärte Eisenschmid: "Wir wussten, dass wir zusammenkommen müssen." Das große Ziel dieses intensiven Austauschs war: Endlich Konstanz in die bis dahin sehr wellenartig verlaufende Saison zu bringen. Was am Sonntag gelang: "Heute haben wir über 60 Minuten gut gespielt", sagte Veit Oswald, Torschütze zum 4:2-Endstand in Frankfurt. Das Wochenende war für alle Münchner ein Schritt in eine für sie gute Richtung: Der Sieg am Main war der dritte hintereinander, der EHC rückte damit auf Rang vier vor - und somit immer näher an die Tabellenspitze heran.

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