Dortmund unterliegt Wolfsburg:Konzeptlos ausgekontert

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VfL Wolfsburg v Borussia Dortmund - Bundesliga

Marco Reus (re.): Stark gefordert gegen mutige Wolfsburger

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Borussia Dortmund kann die Genialität im eigenen Team nicht mit nach Wolfsburg bringen und unterliegt 1:2. In der ersten Hälfte macht Marco Reus per Freistoß ein glückliches Tor und schafft es beinahe, den VfL zu entmutigen. Neven Subotic muss mit Verdacht auf Kreuzbandriss vom Platz getragen werden.

Von Saskia Aleythe

Es gibt Mannschaften, die dauerhaft in der Bundesliga spielen und trotzdem kaum auffallen. Kein Abstiegskampf, keine Meisterschaftsambitionen, weder Rekordsiege noch blamable Niederlagen, keine Trainer- oder Spielereskapaden. Die Zeiten, in denen Felix Magath dem VfL Wolfsburg regelmäßig Aufmerksamkeit bescherte, sind längst vorbei und so schleicht sich der Klub in diesem Herbst in der Tabelle nach oben. "Wir genießen den Moment", sagt Trainer Dieter Hecking. Nach drei Siegen in Serie und der Aussicht auf Platz vier empfängt man sogar Borussia Dortmund gerne.

Vor allem einer genießt den Moment ausgiebig, der 19-jährige Maximilian Arnold. Mit drei Toren in den vergangenen drei Partien konnte er sich im Wolfsburger Team etablieren. "Für mich ist das immer noch ein Traum, mit diesen genialen Spielern zusammenzuspielen", gibt sich Arnold regelmäßig demütig. Diego, einer dieser genialen Spieler, verschaffte Arnold durch eine Bauchmuskel-Verletzung großzügig Platz im Mittelfeld gegen Borussia Dortmund.

Mit gestärktem Selbstbewusstsein schafften die Wolfsburger, was in dieser Saison vielen Teams schwer fällt: Borussia Dortmund zu schlagen. Mit 2:1 (0:1) gewann die Elf von Dieter Hecking am Samstagnachmittag. Torschützen waren Rodriguez (56.) und Olic (69.), in der ersten Hälfte hatte Reus (45.+2) für die Führung der Dortmunder gesorgt.

Mit besonders breiter Brust trabte Roman Weidenfeller auf den Platz der Wolfsburger Arena, nachdem er einen Tag zuvor von Joachim Löw in den Kader der Nationalmannschaft berufen worden war. Weidenfeller erlebte dann muntere Wolfsburger, die zwar nicht mit Offensivfußball aufwarteten, sich aber konzentriert um Konterchancen bemühten. Nach acht Minuten schickte Ricardo Rodriguez einen Freistoß aus halbrechter Position aufs Dortmunder Tor, doch Weidenfeller war mit den Fäusten zur Stelle und boxte den Ball aus dem Gefahrenbereich.

Im Anschluss sorgte Pierre-Emerick Aubameyang für ein wenig Aufregung im Wolfsburger Strafraum. Nach einem langen Pass spitzelte er den Ball aus schwierigem Winkel aufs Tor. Zum Erfolg wären aus dieser Position allerdings nur Handballer mit lockerstem Handgelenk gekommen, der Ball trudelte neben dem rechten Pfosten ins Aus.

Für Maximilian Arnold gab es dann eine Würdigung, die recht schmerzhaft ausfiel. Seine Torgefahr war auch den Dortmundern nicht entgangen, Sven Bender stoppte ihn mit engagiertem Tritt an den Fuß und bekam folgerichtig eine gelbe Karte. Zuvor war bereits Daniel Caligiuri nach Gedränge mit Robert Lewandowski bestraft worden.

Was erfolgreich angelaufen war, behielt Wolfsburg bei: Konsequent verteidigen, konzentriert kontern. So kam Ivan Perisic nach 22 Minuten durch eine Flanke von Patrick Ochs zum Kopfball, und zwar kaum fünf Meter von Weidenfeller entfernt. Doch der Ball ging rechts am Pfosten vorbei.

Medojevic scheitert mit dem Volleyschuss

Nach 24 Minuten zückte Schiedsrichter Jochen Drees dann schon die dritte gelbe Karte der Partie. Diesmal traf es Mats Hummels, der sich Arnold bei dessen Vorwärtsdrang in den Weg stellte und dabei etwas zu ungeschickt die Arme zur Hilfe nahm. Das Dortmunder Blut geriet allmählich in Wallung, auch Jürgen Klopp war nicht mehr im Ruhepulsbereich.

Die bis dahin größte Torchance erarbeiteten sich die Wolfsburger in der 31. Minute. Arnold hatte Ochs auf der rechten Seite Richtung Eckfahne geschickt, der bediente Slobodan Medojevic per Flanke im Strafraum. Da sich kein Dortmunder um den Eindringling kümmerte, versuchte er sich volley am Ball, was hübsch aussah, am Spielstand aber nichts änderte. Es blieb beim 0:0.

Etwas zu leichtfüßig bewegten sich die Dortmunder in der Abwehr. So konnte Ochs Mkhitaryan den Ball in der eigenen Hälfte stibitzen und nach Doppelpass mit Arnold mittig an der Strafraumlinie abziehen. Allerdings so unplatziert, dass Weidenfeller nur den Arm heben musste und den Ball zur Ecke abwehren konnte.

Die Aktionen verlagerten sich dann zunehmend in den Wolfsburger Strafraum, wo sich mal Marcel Schmelzer, mal Lewandowski ein Herz nahmen und den Ball Richtung Tor droschen. Ohne Konzept, ohne Treffer.

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