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Dopingfall in Sotschi:Hausdurchsuchung bei Sachenbacher-Stehle

File picture shows Germany's Sachenbacher-Stehle leaving shooting range during mixed biathlon relay at 2014 Sochi Olympic Games

Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle ist aus Sotschi abgereist.

(Foto: REUTERS)

Erst der positive Dopingtest bei den Olympischen Spielen, nun Ermittlungen: Das bayerische Landeskriminalamt hat die Privatwohnung der Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle und den deutschen Bundesstützpunkt in Ruhpolding durchsucht. Es wurden Nahrungsergänzungsmittel gefunden.

Nach der positiven Dopingprobe bei Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle während der Olympischen Winterspiele hat die Staatsanwaltschaft München I Ermittlungen gegen unbekannt eingeleitet. Zur Sicherung möglicher Beweismittel durchsuchten Beamte den Bundesstützpunkt der Biathleten in Ruhpolding (Oberbayern) sowie zwei private Gebäude, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Samstag sagte.

In einem der Gebäude seien Nahrungsergänzungsmittel gefunden worden. Es sei noch unklar, ob sie in einem Zusammenhang mit dem Dopingfall Sachenbacher-Stehle stehen. Der Sprecher betonte, dass sich die Ermittlungen nicht gegen die Sportlerin richteten. Ermittelt wird wegen unerlaubten Inverkehrbringens von Arzneimitteln zu Dopingzwecken im Sport. Nähere Angaben machte die Staatsanwaltschaft angesichts der laufenden Ermittlungen nicht.

Der deutsche Chef de Mission Michael Vesper sagte am Samstag bei den Winterspielen in Sotschi, die Nahrungsergänzungsmittel seien nicht vom deutschen Team verabreicht worden: "Das war ihre private, persönliche Entscheidung. Sie hat gesagt, dass sie mit einem Mentaltrainer zusammenarbeitet, von dem sie die Produkte bekommen hat", berichtete Vesper.

Die zweimalige Langlauf-Olympiasiegerin Sachenbacher-Stehle wurde positiv auf ein Stimulanzmittel getestet, das in einem Nahrungsergänzungsmittel enthalten gewesen sein soll. Nach dem Massenstart-Rennen am Montag wurde bei ihr Methylhexanamin nachgewiesen. Ihre beiden vierten Plätze im Massenstart und in der Mixedstaffel wurden ihr aberkannt. Die zuvor erzielten Resultate bleiben in den Ergebnislisten.

Die offizielle Facebook-Seite der 33-Jährigen ist indes nicht mehr im Internet abrufbar. Auf der virtuellen Pinnwand hatte die Biathletin noch am Freitag in einer Stellungnahme vorsätzliches Doping abgestritten. Die Besucher hatten daraufhin heftige Reaktionen hinterlassen. "Du bist eine Schande für alle deutschen Sportler", hieß es dort unter anderem. Auch Unterstützer wandten sich mit aufmunternden Worten an Sachenbacher-Stehle, die nach der Öffnung der ebenfalls positiven B-Probe und der Anhörung vor der Disziplinarkommission des Internationalen Olympischen Komittees (IOC) von der deutschen Olympia-Mannschaft ausgeschlossen wurde und die Heimreise antrat.

© dpa/sid/mste/resi/sonn
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