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Doping in der Leichtathletik:Ähnlichkeiten zur Bankenkrise sind erkennbar

In der Praxis geht es um Russland, und Russland ist groß und mächtig, in jeder Beziehung, nicht nur im Sport und in der Sportpolitik. Wird sich die IAAF, wird sich das IOC trauen, einen Verband aus einem so großen und mächtigen Reich einfach rauszuwerfen?

Als die Anschuldigungen gegen die russische Leichtathletik vor einem Jahr publik wurden, hat der IOC-Präsident Thomas Bach ein "konsequentes Durchgreifen" angekündigt. An diesen Worten muss er sich messen lassen. Doch was hat er zu befürchten, wenn er versucht, sich aus der Affäre herauszulavieren?

Vermutlich wenig. Bach ist ja nicht von einer breiten Öffentlichkeit gewählt worden, sondern von einer kleinen Kaste ähnlich gesinnter Funktionärsveteranen. Und wie das Beispiel des ehemaligen IAAF-Chefs und aktuellen IOC-Ehrenmitglieds Lamine Diack zeigt, scheint ein Großteil dieser Veteranen eher persönliche Interessen zu verfolgen als moralische Werte und Standpunkte zu verteidigen.

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Es wird wohl so kommen wie in der großen globalen Bankenkrise vor einigen Jahren. Man wird eine Sprachregelung finden, wonach es Institute, Einrichtungen, Organisationen gibt, die too big to fail sind, wie die Amerikaner sagen: zu groß, um zu scheitern, um fallen gelassen zu werden. Der Sport kann sicher ohne russische Sportler auskommen. Die Frage ist also nur: Wollen die Sportorganisationen ohne die lieb gewonnenen Zuwendungen von russischen Sponsoren auskommen? Oder sind die zu groß, um sie sich entgehen zu lassen?