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DFB-Test gegen Kamerun:Zeit der unerschütterlichen Optimisten

Thomas Müller, Deutsche Nationalmannschaft, DFB, Fußball-WM

"Wir wissen, dass wir dranbleiben müssen": Thomas Müller

(Foto: Bongarts/Getty Images)

"Schon ein sehr, sehr guter Test": Nach dem holprigen Unentschieden gegen Kamerun gelobt Bundestrainer Löw Besserung für die kommenden Wochen. So manches Manko wird sich vermutlich nicht mehr rechtzeitig beheben lassen.

Von Carsten Eberts, Mönchengladbach

Eric-Maxim Choupo-Moting tanzte mit einem Fotografen, Samuel Eto'o machte den Clown. Auf der Tribüne sangen und brüllten die Kameruner Fans. Unten hielt ein Ordner einen Team-Betreuer im gelben Pullover für einen Flitzer, die beiden lieferten sich eine Verfolgungsjagd über den halben Platz. Großes Gelächter, die Party ging weiter.

Und die Deutschen? Liefen müde eine Ehrenrunde. Winkten träge ins Publikum. Die Ersatzspieler machten ein paar Sprints. Die Pfiffe von den Rängen drangen nicht bis nach unten - die Kameruner waren einfach lauter.

Das 2:2 (0:0) im vorletzten WM-Test war ein gutes Ergebnis - für Kameruns Auswahl. Volker Finke, ihr deutscher Trainer, saß strahlend in der Pressekonferenz, berichtete von Fortschritten und ansprechendem Fußball. "Das konnte sich sehen lassen", sagte Finke.

Im Dunstkreis der DFB-Elf sagte dergleichen niemand. Es ist nicht viel übrig geblieben, was zwei Wochen vor dem WM-Start Anlass für echten Optimismus gibt. Die Zweifel an der Halbfinal-Tauglichkeit des Teams sind nicht gerade kleiner geworden. "Ein guter Test, nach dem wir wissen, dass wir dranbleiben müssen", pickte Thomas Müller noch das Positivste heraus.

Das sei "schon ein sehr, sehr guter Test" gewesen, gegen einen physisch robusten Gegner, sagte auch Bundestrainer Joachim Löw. Er hatte gute Dinge gesehen, auch einiges, was es zu besprechen gilt. Und vermutlich das ein oder andere Manko, das sich bis zum WM-Start nicht mehr ganz beheben lässt.

Am Montag hat Joachim Löw seinen endgültigen Kader für Brasilien bekannt geben. Dass Mustafi, Volland und Schmelzer am Ende nicht mitfahren, ist eigentlich nachrangig. Es geht nicht um die Positionen 20 bis 26 im Kader, sondern um die Stellen eins bis 15. Von denen sind auffallend viele Spieler nicht fit - oder schlichtweg nicht in Form.

Kapitän Philipp Lahm und Torwart Manuel Neuer verpassten das Testspiel am Sonntag, sie trainierten nach ihren Verletzungen in München. Bastian Schweinsteiger und Marcel Schmelzer zogen ebenfalls das Trainingsgelände dem abendlichen Testspieltreiben in der Gladbacher Arena vor. Sie alle werden mit höchstens einem Testspieleinsatz in die WM gehen, am Freitag gegen Armenien.

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